Darum gehts
- Milo Yiannopoulos (41) am 27. August in den USA verhaftet
- Er nennt Abschiebung demütigend und entwürdigend
- Kein Trump-Fan mehr, schämt sich für frühere Unterstützung und Aussagen
Am 27. August verhafteten ICE-Beamte Milo Yiannopoulos (41) am Louis Armstrong Airport in Louisiana. Einen Tag später sass er im Flieger nach Grossbritannien. Laut Behörden war er am 14. Mai 2019 legal über New York eingereist und danach geblieben. Ein Einwanderungsrichter verfügte am 22. Juli die Ausschaffung, nachdem Yiannopoulos nicht zu seiner Anhörung erschienen war. Als Zückerchen veröffentlichte das Homeland-Departement einen unvorteilhaften «Mugshot».
Am Dienstag sass er im TV-Studio bei «Piers Morgan Uncensored». Sein erstes Interview nach der Ausschaffung.
Über den Moment der Verhaftung sagte er, er habe eine Stunde lang geweint wie eine alte Frau. Die Erfahrung nennt er «demütigend», «desorientierend» und «körperlich entwürdigend». «Es war beängstigend, und ich glaube nicht, dass ich je zuvor so viel Angst hatte.» Er beschreibt Fussfesseln und Handschellen: Jeder werde verhaftet wie ein MS-13-Gangmitglied.
«Es tut viel mehr weh, als es im Fernsehen aussieht.» Die institutionalisierte Brutalität in Amerika habe er physisch nicht begriffen.
Yiannopoulos sagte, die Hoffnung und Freude von Trump 2016 sei über zehn Jahre in einen «kriegstreiberischen, geisteskranken Haufen Wahnsinn» kollabiert. Und: «Hätte ich auch nur geahnt, dass so etwas möglich ist, hätte ich mich nie darauf eingelassen, Trump zu unterstützen. Ich schäme mich sehr dafür.»
Morgan las ihm seine alten Posts vor. «Da promoten Sie ICE aggressiv und fordern, dass Millionen ausgeschafft werden.» Und: «Sie tun, was Sie ihnen gesagt haben. Millionen ausschaffen. Es hat halt auch Sie erwischt.» Yiannopoulos hob die Hände: «Ich habe kein Wort zu sagen. Sie haben mich.» Danach lachte er verlegen.
Zur Sache blieb er hart: «ICE soll Kriminelle ausschaffen. Und das tut ICE nicht.» Im Juni 2025 hatte er auf X geschrieben, man müsse Millionen und Abermillionen Menschen ausschaffen, sonst zähle nichts anderes.
Im selben Jahr forderte er ICE-Kontrollposten vor Supermärkten, Tankstellen und Kreuzungen.
Die Rolle von Laura Loomer
Die Trump-Regierung sei zur «Loomer-Administration» verkommen, sagte Yiannopoulos. Die Aktivistin Laura Loomer, mit der er sich öffentlich zerstritten hatte, schrieb auf X, sie habe seinen Aufenthaltsstatus gemeldet.
Morgan unterbrach ihn mehrfach und verwies auf das britische Verleumdungsrecht. Vize-Grenzchef Tom Homan wies einen Zusammenhang zurück: Man schaffe niemanden wegen politischer Zugehörigkeit aus, ein Richter habe die Anordnung erlassen.
Ein Satz blieb bei Morgan stehen. Früher sei er etwas blasiert gewesen, wenn Leute von ihrem Trauma erzählten, sagte Yiannopoulos. «Aber jetzt verstehe ich es. Und ich würde es niemandem wünschen.»