USA fliegen neue Angriffe auf den Iran
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Der Iran meldet Explosionen in der Hafenstadt Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm. US- und arabische Medien zitieren hochrangige US-Beamte, dass das US-Militär die Angriffe durchgeführt habe. Fox News meldet unter Berufung auf US-Sicherheitskreise, dass dies weder eine Wiederaufnahme des Krieges noch ein Ende des Waffenstillstands bedeute.
Von US-Seite verlautete, der Iran habe Raketen und Drohnen abgefeuert und kleine Boote losgeschickt, als ein US-Zerstörer vorbeifuhrt. Der Iran meldete, dass feindliche Einheiten einen iranischen Öltanker in der Strasse von Hormus angegriffen hätten. Der Feind habe sich nach iranischem Raketenbeschuss zurückziehen müssen. Auch die Luftverteidigung in Teheran sei wieder aktiviert worden. Zudem wurden Explosionen aus der Region Minab östlich von Bandar Abbas gemeldet.
Teheran ziert sich weiter um eine konkrete Antwort zu Friedensplänen. Die US-Angriffe am späten Donnerstag erfolgen zwei Tage, nachdem der Iran 15 ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die Vereinigten Arabischen Emiraten abgefeuert hatte. Dies löste in den Golfstaaten Empörung aus. Aus Angst vor einer neuen Eskalation soll Saudi-Arabien den Amerikanern die Überflugsrechte verweigert haben.
Inzwischen haben Golfstaaten Beschränkungen wieder aufgehoben, die das «Projekt Freiheit» blockierten – die US-Eskorte von Schiffen in der Strasse von Hormus. Die Entscheidung, den Zugang zu Stützpunkten und Luftraum wiederherzustellen, ebnet den Weg für die Wiederaufnahme der Schiffsführung durch die Wasserstrasse – und für die Wiederaufnahme von Militärschlägen gegen den Iran.
Iran: Trump berichtet von «sehr gutem Gespräch» mit von der Leyen
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
In einem aktuellen Post auf Truth Social berichtet Donald Trump von einem «sehr guten Gespräch» mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Trump betont, dass sie in vielen Themen übereinstimmen, insbesondere in der entscheidenden Frage der iranischen Atomwaffen.
«Wir haben unsere völlige Einigkeit darüber herausgestellt, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen darf», zitiert Trump die Kernbotschaft ihres Austauschs. Diese Einigkeit wird vor dem Hintergrund der internationalen Besorgnis über das iranische Regime deutlich.
Von der Leyen, die in der Vergangenheit oft die Menschenrechtslage im Iran kritisiert hat, teilt die Auffassung, dass ein Regime, welches «sein eigenes Volk tötet», nicht in der Lage sein sollte, «eine Bombe zu kontrollieren, die Millionen Menschenleben fordern kann».
In Bezug auf die Wirtschaftspolitik der beiden Länder waren sich die beiden jedoch weniger einig. Sollte die EU nicht bis zum Geburtstag der USA – dem 4. Juli – ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle «leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen», teilte Trump mit.
Hinter den Kulissen der Macht: Chameneis Sohn überwacht US-Gespräche
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Krieg, Zerstörung, Tote – und nicht zuletzt die hohen Ölpreise lassen die Welt auf einen baldigen Frieden im Nahen Osten hoffen. Am Donnerstag könnte es endlich so weit sein. Nun gibt es neue Informationen zu den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA über den von US-Präsident Donald Trump (79) vorgelegten 14-Punkte-Plan. Und auch aus dem Inneren der Islamischen Republik kommen neue Signale. Hier die Details:
Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) hat nach eigenen Angaben ein längeres Gespräch mit Modschtaba Chamenei geführt – Nachfolger und Sohn des verstorbenen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Wie Peseschkian im iranischen Staatsfernsehen erklärte, habe das Treffen mehr als zwei Stunden gedauert. Modschtaba Chamenei (56) sei dabei «sehr offen» gewesen. Das berichtet Tagesschau.de.
Der 56-Jährige war seit Beginn des Krieges Ende Februar nicht mehr öffentlich aufgetreten. Beim Angriff, bei dem sein Vater getötet wurde, soll auch er verletzt worden sein. Trotzdem gilt Chamenei laut hochrangigen Regierungsvertretern weiterhin als zentrale Figur im Machtapparat Teherans. Hinter den Kulissen soll er die Gespräche mit den USA eng begleiten und überwachen.
Parallel dazu laufen die diplomatischen Bemühungen weiter. Die iranische Regierung prüft derzeit einen Verhandlungsvorschlag aus Washington. Eine Antwort auf das Papier mit 14 Punkten habe Teheran bisher noch nicht übermittelt, sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai laut der Nachrichtenagentur Irna. Sobald die internen Beratungen abgeschlossen seien, werde die Antwort über Pakistan als Vermittler an die USA weitergegeben.
Iran soll am Donnerstag auf Friedensvorschlag antworten
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Lage ist unübersichtlich. Wie lange dauert der Irankrieg noch? Wie steht es um die Gespräche zwischen der Islamischen Republik auf der einen und den USA sowie Israel auf der anderen Seite?
Medien aller involvierten Nationen berichten zurzeit, dass ein Kriegsende in Sicht sei. In den vergangenen 24 Stunden hätten die USA «sehr gute Gespräche» mit dem Iran geführt, erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch im Oval Office.
Nicht nur das: Die Vereinigten Staaten haben der Islamischen Republik wohl ein weiteres konkretes Friedensabkommen vorgelegt. Ein Insider sagte zu CNN, dass der Iran noch am Donnerstag auf diesen Vorschlag antworten will.
Beim aktuellen US-Friedensabkommen handle es sich um ein sehr kurzes Dokument. «Es ist lediglich eine Seite lang», erklärt die Reporterin im Bericht von CNN. Das Dokument würde den Krieg als beendet erklären und ein 30-tägiges Verhandlungsfenster zwischen den USA und dem Iran eröffnen.
Trumps Friedensplan soll unter anderem folgende Punkte umfassen:
- Der Iran verpflichtet sich dazu, die Urananreicherung auszusetzen.
- Die USA stimmen zu, ihre Sanktionen aufzuheben und Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern freizugeben.
- Beide Seiten heben ihre jeweiligen Blockaden der Strasse von Hormus innerhalb des 30-tägigen Verhandlungszeitraumes auf.
Der Iran würde sich in einer Absichtserklärung dazu verpflichten, niemals nach Atomwaffen zu streben und alle Aktivitäten im Zusammenhang mit deren Entwicklung einzustellen.
Noch unklar ist laut CNN, inwiefern die bereits bestehenden iranischen Bestände an angereichertem Uran in dem Dokument behandelt werden. Trump hatte in der Vergangenheit gefordert, dass die Islamische Republik ihr Uran an die USA aushändige. Der Iran hatte dies jedoch verweigert. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin hatte dem Mullah-Regime angeboten, ihre Bestände einzulagern.
Friedensverhandlungen in Genf?
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Im Zentrum der aktuellen diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran steht Genf als möglicher Verhandlungsort für die nächste Phase im Konflikt. Nach der Unterzeichnung eines Memorandums würden die eigentlichen Detailverhandlungen in einer 30-tägigen Phase stattfinden – in Islamabad oder möglicherweise in Genf, das damit erneut zur diplomatischen Drehscheibe in einem geopolitisch hochsensiblen Konflikt werden könnte. Das berichtet das Newsportal Axios unter Berufung auf eingeweihte Kreise.
Die Schweiz stünde als Gastgeberin bereit und hat ihre Bereitschaft signalisiert, Gespräche zur Lösung des US‑iranischen Konflikts auszurichten. Melanie Gugelmann, Mediensprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), betonte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass, dass die Schweiz traditionell ihre Guten Dienste anbiete und jede diplomatische Initiative zur Förderung des Friedens unterstütze.
Bern stehe in Kontakt mit allen beteiligten Parteien. «Die Schweiz ist jederzeit bereit», so Gugelmann, «ihre Guten Dienste anzubieten.»
USA und Iran nähern sich Kriegsende
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Was für ein Eiertanz. Steht das Kriegsende kurz bevor? Wird eine Nation von ihren Bedingungen abrücken? Wird überhaupt eine Partei nachgeben? Und was passiert, wenn keiner nachgibt.
Seit Wochen stehen genau diese Fragen im Raum. Gerne würden wir euch hier an dieser Stelle erklären, dass ein Friedensvertrag unterschrieben und alle Truppen abgezogen wurden. Aber auch die lokalen und amerikanischen Medien halten sich bedeckt und berichten mit Vorsicht.
Alle sind sich zwar einig, dass es bald so weit sein könnte, zu einer genaueren Prognose lässt sich niemand hinreissen. Laut einer regionalen Quelle nähern sich die USA und der Iran einer Einigung über ein Memorandum zur Beendigung des Krieges. Trumps Mitarbeiter warnten jedoch auch, dass Gespräche in der Vergangenheit oft kurz vor knapp gescheitert waren.
In den vergangenen 24 Stunden hätten die USA «sehr gute Gespräche» mit dem Iran geführt, erklärte Trump am Mittwoch im Oval Office. Eine Frist, in der mit einer Antwort aus Teheran rechne, gebe es nicht und habe es nie gegeben. «Im Moment läuft es gut für uns, und wir müssen erreichen, was wir erreichen müssen.»
Trump behauptete ausserdem erneut, der Iran habe seiner Hauptforderung zugestimmt, keine Atomwaffen zu besitzen. Beweise hierzu fehlen gänzlich.
Zwar verkündete Trump jüngst das Ende des Krieges, wie du hier nachlesen kannst, so wirklich eingetreten, ist es aber nicht. Auf ein echtes Kriegsende hoffen auch andere Länder. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert in einem Post auf X: «Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Wir müssen dauerhaft zum Zustand der vollen Schifffahrtsfreiheit zurückkehren, der vor dem Konflikt herrschte.»
Ob das tatsächlich umzusetzen ist, oder Wunschdenken bleibt, könnte sich in den nächsten Tagen zeigen – hoffentlich.
Trump vor Iran-Deal: «Wenn sie sich nicht darauf einlassen, dann...»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Kurz bevor womöglich ein endgültiger Deal vereinbart wird, setzt Trump den Iran nochmals unter Zugzwang. Am Mittwochnachmittag (Schweizer Zeit) äusserte Trump Hoffnung auf ein Abkommen und Entspannung, drohte aber gleichzeitig wieder mit schweren Konsequenzen.
In dem Post auf Truth Social heisst es: «Angenommen, der Iran erklärt sich bereit, das Vereinbarte zu erfüllen – was vielleicht eine gewagte Annahme ist –, dann wird die bereits legendäre Operation Epic Fury ein Ende finden, und die äusserst wirksame Blockade wird es ermöglichen, dass die Strasse von Hormus für alle offen ist – einschliesslich des Iran. Wenn sie sich nicht darauf einlassen, beginnen die Bombardements, und diese werden leider ein weitaus höheres Ausmass und eine weitaus grössere Intensität erreichen als zuvor», so Trump.
Zuvor mehrten sich Berichte, wonach der Iran und die USA einem Deal näher als je zuvor stehen. Bereits gestern bahnte sich eine Entspannung an. US-Kriegsminister Pete Hegseth gab sich bei einem Medienauftritt ungewöhnlich zurückhaltend, wie du hier nachlesen kannst.
Einseitiges Dokument: USA und Iran stehen offenbar vor Deal
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es geht um ein einziges Papier. Das Weisse Haus ist zuversichtlich, dass ein Deal mit dem Iran über ein Kriegsende kurz vor dem Abschluss steht. Dies berichtet das US-Magazin «Axios» unter Berufung auf hochrangige Beamte. Demnach soll das Dokument mehrere zentrale Punkte klären.
Diese sehen wie folgt aus: Der Iran soll sich zu einem Moratorium für die Urananreicherung verpflichten. Die USA sollen sich dafür bereit erklären, ihre Sanktionen aufzuheben und eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freizugeben. Beide Seiten sollen zudem ihre Blockaden in der Strasse von Hormus aufheben.
Die USA erwarten laut «Axios» eine Antwort der Iraner innerhalb der nächsten 48 Stunden. Aus Teheran heisst es, das Dokument werde geprüft.
In der Nacht auf Mittwoch verkündete US-Präsident Donald Trump, sein «Projekt Freiheit», das Tankern die freie Durchfahrt durch die Strasse von Hormus ermöglichen sollte, zu stoppen. Laut dem Bericht stehe diese Entscheidung in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Deal. Mein Kollege Gabriel Knupfer beleuchtete die genauen Ausführungen Trumps im Tickereintrag von 03.30 Uhr.
Gegenüber «Reuters» bestätigte zudem eine pakistanische Quelle diese Entwicklung.
Trump kündigt «Pause» bei Begleitung von Schiffen an
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
War das laute Kriegsgetöse vom Montag nur ein Sturm im Wasserglas? Am Dienstag kommen ruhigere Töne aus Washington. Nach seinem Aussenminister Marco Rubio meldete sich auch Donald Trump zu Wort.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident, dass das «Project Freedom» auf Bitte Pakistans für kurze Zeit pausiert werde. Gemeint ist damit die militärische Begleitung von Schiffen durch die Strasse von Hormus.
Gleichzeitig bleibe die Blockade der iranischen Schifffahrt «in vollem Umfang in Kraft». Er wolle «abwarten, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann», so Trump.
Der US-Präsident schrieb erneut von «grossen Fortschritten» bei den Verhandlungen. Bereits zuvor hatte Rubio betont, dass die Operation «Epic Fury» beendet sei (siehe Eintrag von 1:30).
Auch Trump selbst hatte den Krieg bereits vor einigen Tagen für beendet erklärt. Damals ging es dem US-Präsidenten aber eher darum, den Kongress (das amerikanische Parlament) zu umgehen, wie Kollegin Chiara Schlenz in ihrer Analyse ausführte.
Rubio: «Operation ‹Epic Fury› ist abgeschlossen»
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
Trotz gegenseitigem Beschuss in der Strasse von Hormus stehen die Zeichen im Iran-Krieg auf Deeskalation. Das machte US-Aussenminister Marco Rubio bei seiner Pressekonferenz klar.
Nun gelte es, die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus zu sichern. Die aktuelle Militäraktion während des Waffenstillstandes sei «defensiv». Dazu muss man wissen: Die USA haben am Montag mehrere iranische Schiffe beschossen. Die Seeblockade der USA sei nötig, um den globalen Handel und die zivile Schifffahrt zu schützen.
Das Problem: Der Iran hat bereits klargemacht, dass er die Kontrolle über die Seestrasse ausbauen will, wie mein Kollege Mattia Jutzeler im Eintrag um 20:45 Uhr ausgeführt hat. Weitere militärische Zusammenstösse sind deshalb vorprogrammiert. Auch US-Präsident Donald Trump kündigte bereits an, die Bombardierung des Irans «nötigenfalls» wieder aufzunehmen.