Iranische Drohne schlägt im Finanzdistrikt ein
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Schwarzer Rauch über Dubai:Iranische Drohne schlägt im Finanzdistrikt ein

Strenge Cyber-Crime-Gesetze in Dubai
Tourist filmt Rakete – nun droht ihm der Knast

Ein Tourist steckt in Dubai in Schwierigkeiten. Wegen Störung der öffentlichen Sicherheit droht ihm eine Gefängnisstrafe. Er wird beschuldigt, iranische Raketen über der Stadt gefilmt zu haben.
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Schaden an einem Hotel nach einer nächtlichen Drohnenattacke in Dubai.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 60-jähriger Brite in Dubai wegen Filmen von Raketen festgenommen
  • Menschenrechtsorganisationen kritisieren Emirate für Einschränkungen der Meinungsfreiheit
  • 21 Personen wegen Cybercrime-Gesetzen angeklagt
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Fabian Gull

Das Regime in Dubai greift knallhart durch. Ein 60-jähriger Brite wurde wegen Verstoss gegen die Cybercrime-Gesetze festgenommen. Sein Vergehen: Er soll mit seinem Handy iranische Raketen über der Stadt gefilmt und diese über soziale Medien verbreitet haben. Der Mann ist nicht allein. Insgesamt sind bisher 21 Personen wegen ähnlicher Vergehen angeklagt worden, berichtet die BBC.

Die Veröffentlichung oder Verbreitung von Material, das die öffentliche Sicherheit stören könnte, ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten streng verboten. Auch ist Kritik an der Regierung illegal und der Staat kontrolliert den Informationsfluss aus dem Land streng. 

«Vage» formulierte Anklage

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Einschränkung der Meinungsfreiheit seit langem. Amnesty International weist darauf hin, dass die Emirate die freie Rede kriminalisieren und tatsächliche oder vermeintliche Regierungskritiker bestrafen würden. Radha Stirling von Detained in Dubai vermutet deshalb, dass die Regierung hart gegen das Filmen von Raketen vorgeht, um «den Eindruck aufrechtzuerhalten, dass das Land für Touristen sicher ist». Ihre Organisation hilft Ausländern, die in den Emiraten mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Sie beobachte zudem, dass immer mehr Menschen wegen der Cybercrime-Regeln in den Emiraten angeklagt würden.

Der Brite wurde festgenommen und sieht sich einer «sehr vage formulierten» Anklage gegenüber, wie Stirling der BBC sagte. Es gehe daraus kaum hervor, was er falsch gemacht habe. Die Familie des Mannes habe nach seiner Festnahme mit ihm sprechen können.

Das Image bröckelt

Seit Jahren pflegt Dubai den Ruf als glamouröses Ziel für Expats, Geschäftsleute und Touristen. Seit Kriegsbeginn hat das Image der Glitzermetropole jedoch Risse bekommen. Manch ein Influencer, einst Markenbotschafter für Dubai und das dortige Luxusleben, wurde unfreiwillig zum Kriegsreporter. Viele Influencer haben das Wüstenparadies im Zuge des Kriegs und der iranischen Gegenschläge verlassen.

Andere wiederum, haben eine wundersame Wandlung vollzogen. Statt live aus dem Krisengebiet, berichten sie nun von der angeblichen Normalität des Alltags in Dubai. Auffällig ist dabei: Nach den Angriffen des Irans verbreiten sie nahezu identische Videos. Statt Angst zu zeigen, loben sie die Sicherheitsvorkehrungen der Vereinigten Arabischen Emirate. Dies wirft Fragen nach möglicher staatlicher Propaganda und Einflussnahme auf die Influencer auf. 

Zwar wurden die meisten iranischen Raketen und Drohnen laut der Regierung abgefangen, dennoch gab es Tote und Verletzte. Bei zahlreichen Angriffen wurden auch einige bekannte Gebäude beschädigt. Bilder eines Brands an der Fassade des Luxushotels Burj al Arab und von Rauch über der Stadt gingen um die Welt. Auch das Wahrzeichen der Stadt, der Burj Khalifa, musste zwischenzeitlich evakuiert werden.

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