Darum gehts
- Seit 8. April schwere Unwetter in der Dominikanischer Republik, Notstand ausgerufen
- Schweizer Sergio Esposito fand totes Kind, Notlage in betroffenen Gebieten
- 1024 Häuser beschädigt, über 5000 Menschen vertrieben, 20 Gemeinden isoliert
Dächer sind vom Hagel durchlöchert, Betten stehen aufgrund der starken Regenfälle unter Wasser, Gewitter halten die Bevölkerung nachts wach und in zahlreichen Provinzen wurde der Notstand ausgerufen. Seit dem 8. April wüten in der Dominikanischen Republik schwere Unwetter.
Auch der Schweizer Auswanderer Sergio Esposito (54) aus Luzern ist von den Unwettern betroffen. Er ist vor acht Monaten in die Dominikanische Republik ausgewandert und lebt dort mit seiner Partnerin. Angefangen so stark zu regnen habe es am Samstag, sagt er im Gespräch mit Blick. «Es ist eine Katastrophe. Das Wasser reicht bis unters Dach.»
Menschen helfen einander
«Alle hier haben keine Häuser mehr, alles ist überschwemmt. Wir haben alles verloren», erzählt Esposito. Noch vor einem Monat habe er eine neue Küche gekauft. «Es hat alles weggeschwemmt. Kleider, Möbel – es sieht wirklich schlimm aus», sagt er.
Hilfe gebe es nur spärlich. Es wurden zwar Notunterkünfte eingerichtet und es werde auch Essen verteilt, aber: «Es gibt Orte, da kommt man gar nicht hin», sagt er. Die Bevölkerung versuche, so gut es gehe, sich gegenseitig zu helfen. Auch er rücke immer wieder aus, um Nachbarn zu helfen.
Totes Kind entdeckt
Viele habe es noch schlimmer getroffen als nur ihr Hab und Gut zu verlieren. Im Gespräch mit Blick sagt er, dass er selber, als er einer Familie helfen wollte, eine grausame Entdeckung gemacht habe.
«In der Wohnung der Familie habe ich ein totes Kind gefunden», sagt er mit gedrückter Stimme. Insgesamt seien schon vier Todesopfer gefunden worden. Er geht davon aus, dass es noch mehr werden könnten, wenn sich das Wasser wieder zurückzieht. «Wir brauchen hier wirklich Hilfe», sagt er.
«Wir brauchen Hilfe»
Zur Ruhe kommen sei schwer. Die Katastrophe locke zu allem Übel auch noch Plünderer an, die sich an dem Unglück bereichern wollen. «Wir schlafen kaum. Alle haben Angst, dass etwas passiert oder jemand reinkommt», sagt er.
Nach dem Gespräch geht es für ihn auch schon wieder los. Er will wieder raus in die Nachbarschaft, um zu schauen, wo er noch helfen kann.
Aussergewöhnliche Lage
Das Online-Nachrichtenportal Domrep Total berichtet aktuell von 1024 beschädigten Häusern, über 5000 vertriebenen Menschen und 20 von der Aussenwelt abgeschnittenen Gemeinden. Das Zentrum für Notfalloperationen COE berichtet auch über den Tod eines einjährigen Mädchens, die Kleine sei ums Leben, gekommen, als eine Mauer des Hauses einstürzte. Ob es sich bei dem Mädchen um das Kind handelt, von dem Esposito erzählt, ist unklar.
In der Karibik kommt es immer wieder zu Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutschen. Die aktuelle Lage ist aber aufgrund ihrer Intensität und der Anzahl betroffener Provinzen aussergewöhnlich schwierig.