Schock-Bilder von der Front
Ukraine-Kommandant lässt eigenen Soldaten hungern

Soldaten in der Nähe von Kupjansk kämpften acht Monate an der Front, teils ohne Nahrung und Trinkwasser. Die drastischen Zustände führten zur Entlassung eines Kommandanten und einer Untersuchung durch die ukrainische Armee.
Kommentieren
1/6
Dieses Bild und weitere Aufnahmen sorgen in der Ukraine gerade für Wirbel.
Foto: Threads Poberezhniuk

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Horrorbilder: Ukrainische Soldaten bei Kupjansk monatelang ohne Nahrung und Wasser
  • Ein Soldat verlor 30 Kilo, lebte von Regenwasser und geschmolzenem Schnee
  • 14. Brigade seit 8 Monaten nahe Oskil stationiert, 17 Tage ohne Nahrung
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
RMS_Portrait_AUTOR_519.JPG
Johannes HilligRedaktor News

Lange Bärte, ausgemergelte Körper, Angst in den Augen: Schockierende Bilder aus der nordöstlichen Region der Ukraine sorgen für Empörung. Fotos von ausgehungerten Soldaten an der Frontlinie haben das ukrainische Verteidigungsministerium dazu veranlasst, einen hochrangigen Kommandanten zu entlassen.

Die Soldaten, die seit acht Monaten in der Nähe der Stadt Kupjansk auf der linken Seite des Flusses Oskil stationiert sind, litten unter extremen Versorgungsengpässen. Das berichten «The Guardian» und «The Kyiv Independent».

«Jetzt wiegen sie etwa 50 Kilo»

Die Bilder, die erstmals von Anastasiia Silchuk, der Ehefrau eines der betroffenen Soldaten, in sozialen Medien veröffentlicht wurden, zeigen vier Männer mit eingefallenen Gesichtern, sichtbaren Rippen und abgemagerten Körpern. «Als die Jungs an die Front kamen, wogen sie 80 bis 90 Kilogramm. Jetzt wiegen sie etwa 50 Kilo», schrieb Silchuk.

Sie beschrieb, wie ihr Mann und seine Kameraden während dieser Zeit Regenwasser tranken und Schnee schmolzen, um zu überleben. In einer besonders langen Phase hätten sie 17 Tage ohne Nahrung auskommen müssen. Die Notlage der Soldaten wurde noch verschärft durch die schwierige Versorgungslage. Die Position der Einheit liegt extrem nah an der Frontlinie, was den Transport von Lebensmitteln und Medikamenten erschwert.

«Die Russen achten besonders auf unsere Logistik»

Die Brigade erklärte, dass Nachschublieferungen nur mit Drohnen möglich seien, da russische Streitkräfte Brücken über den Oskil zerstört hätten. Ein Sprecher der Brigade sagte: «Die Russen achten besonders auf unsere Logistik und schiessen so viele Drohnen wie möglich ab.»

Ivanna Poberezhnyuk, die Tochter eines weiteren betroffenen Soldaten, berichtete, dass die Kämpfer an Hunger zusammenbrechen. Zwar sei ihr Vater inzwischen evakuiert worden, doch viele seiner Kameraden sässen weiterhin in der belagerten Stellung fest. Die ukrainische Militärführung hat inzwischen den für die Versorgung zuständigen Kommandanten ersetzt und eine Untersuchung eingeleitet, wie «The Guardian» berichtet. In einer Stellungnahme erklärte die Armeeleitung, dass kürzlich eine weitere Lieferung Lebensmittel in die Stellung der 14. Mechanisierten Brigade gebracht worden sei. Sollte sich die Lage stabilisieren, sei eine sofortige Evakuierung der Soldaten geplant.

«Mägen sind geschrumpft»

Die Veröffentlichung der Bilder scheint erste Verbesserungen bewirkt zu haben. «Es gibt einen neuen Kommandanten», schrieb Silchuk am Freitag. «Er hat uns angerufen und gesagt, dass die Situation gelöst wird. Und das wird sie wirklich. Mein Mann hat mir geschrieben, dass er mehr gegessen hat, als in den letzten acht Monaten zusammen.» Doch die Folgen der monatelangen Entbehrungen sind noch spürbar. «Die Jungs essen momentan nur kleine Portionen, da ihre Mägen geschrumpft sind. Sie wissen nicht, ob sie morgen wieder etwas zu essen haben werden», fügte Silchuk hinzu. 


Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen