«Können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst»
1:41
Trump zum Iran:«Können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst»

Schiffsverkehr nimmt wieder zu
Ist die Hormus-Blockade keine richtige Blockade?

Die Strasse von Hormus bleibt ein Krisenherd: Nach monatelangem Konflikt und einem Waffenstillstand kontrollieren die USA nun die Schifffahrt. Doch was bedeutet das überhaupt?
Kommentieren
1/5
Die Welt fragt sich derzeit noch, was die US-Blockade in Hormus für den Schiffsverkehr bedeutet.
Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus brach seit Februar ein
  • Nur 279 Schiffe passierten zwischen 28. Februar und 12. April, Rückgang um 93 Prozent
  • US-Militär sichert Passage; mindestens 20 Handelsschiffe passierten binnen 24 Stunden
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
RMS_Portrait_AUTOR_332.JPG
Janine EnderliRedaktorin News

Die Strasse von Hormus ist ein zentrales Nadelöhr des globalen Ölhandels – eine schmale Meerenge, durch die einst täglich rund 20 Millionen Barrel flossen. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar war die Wasserstrasse stark befahren: Etwa 100 Schiffe passierten sie pro Tag. Schätzungen zufolge waren es teilweise sogar bis zu 140 Schiffe täglich. 

Als der Konflikt zwischen dem Iran und den USA eskalierte, brach der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus massiv ein. Zwischen dem 28. Februar und dem 12. April passierten insgesamt nur noch 279 Schiffe die Enge, wie Daten des Tracking-Unternehmens Kpler zeigen. Im Schnitt waren das nur noch 6,5 Schiffe pro Tag. Das markiert einen Rückgang von rund 93 Prozent. 

Radikaler Einbruch nach Kriegsbeginn

Zwischen dem 2. März und dem 8. April schränkte Teheran die Durchfahrt stark ein, erhob hohe Gebühren und drohte mit militärischen Mitteln. Iran-General Ebrahim Jabbari erklärte die Wasserstrasse für «gesperrt». In einer Mitteilung erklärten die Revolutionsgarden, Schiffe müssten wegen der möglichen Präsenz verschiedener Arten von Schiffsabwehrminen in der Hauptverkehrszone künftig eine neue Navigationsroute nutzen. 

Die Durchfahrt durch die Meerenge solle bis auf Weiteres in Abstimmung mit der iranischen Marine erfolgen. Schiffe würden nördlich der Insel Larak geführt und südlich davon wieder ausgeleitet. Viele Reedereien nutzten andere Routen. Teilweise kam der Verkehr fast zum Erliegen. Nur noch einzelne Schiffe passierten die Wasserstrasse.

Kurbelt US-Kontrolle den Verkehr an?

Am 8. April kam es zum Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran. Teheran kündigte an, die Meerenge unter «eigenen Bedingungen» zu öffnen. 

US-Präsident Donald Trump (79) reagierte daraufhin mit einer verstärkten Militärpräsenz in der Strasse und erklärte am Sonntag, die USA würden die Strasse von Hormus fortan für alle Tanker blockieren, die iranische Häfen ansteuern oder aus diesen auslaufen. Seit Montag sichern Einheiten des United States Central Command die Passage.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Grosse Verwirrung

Und nun? Aktuell herrscht grosse Verwirrung in der Region. Die Angaben unterscheiden sich. Während die US-Streitkräfte angeben, keine von der Blockade betroffenen Tanker durchgelassen zu haben, zeigen Schiffverfolgungsdaten, dass mindestens vier Schiffe mit Iran-Bezug die Meerenge passiert haben. 

Klar ist: Handelsschiffe, die keinen Iran-Bezug haben und nicht sanktioniert sind, sind von der Blockade nicht betroffen. 

Schiffsverkehr hat offenbar zugenommen

Wie zwei US-Beamte gegenüber dem «Wall Street Journal» erklärten, haben über 20 Handelsschiffe innert 24 Stunden das Nadelöhr passiert. Sollten die Zahlen zutreffen, würde das bedeuten, dass der Verkehr unter US-Kontrolle wieder leicht zugenommen hat. Dennoch liegt das Aufkommen noch deutlich unter dem früheren Niveau. 

Einige Experten zeigten sich jedoch skeptisch über die angegebenen Zahlen. Das Unternehmen Kpler wies darauf hin, dass am Montag – als die Blockade begann – lediglich sechs Schiffe die Meerenge passiert hätten. Am Dienstag soll das Aufkommen laut US-Angaben dann höher gewesen sein. 

Salvatore Mercogliano, Schifffahrtshistoriker und Professor an der Campbell University in North Carolina, sagt gegenüber dem «Guardian»: «Die Trump-Regierung spricht viel über Schiffe, die die Meerenge passieren», es gebe jedoch noch keine deutlichen Anzeichen dafür. 

Kpler unterstrich, das Vertrauen unter den Reedern sei weiterhin schwach, wobei Unsicherheiten die «Transitentscheidungen» massgeblich belasten würden.

Unklar bleibt, wie stabil die aktuelle Lage ist. Einzelne Schiffe umgehen weiterhin Kontrollen und Beobachter fragen sich, wie konsequent die Durchsetzung der Massnahmen langfristig wirklich sein kann.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen