Russische Fischkutter spionieren offenbar kritische Unterwasserkabel im Atlantik aus. Dies berichtet der «Telegraph», der Tausende von Stunden an Satellitendaten analysiert hat.
Die Daten zeigen, dass russische Schiffe gezielt über wichtigen Kommunikationskabeln kreisen, die Grossbritannien mit den USA und Europa verbinden.
Über 500 solcher Vorfälle wurden registriert. Die britische Regierung hat bestätigt, dass Moskau zivile Schiffe als «kommerzielle Stellvertreter» nutzt, um Unterwasserkabel zu bedrohen.
Was tun die Kutter um die Kabel herum?
Ein Nato-Sprecher sagte dem «Telegraph»: «Wir wissen ganz genau, was russische zivile Fischereischiffe tun und wo ... Einige dieser Schiffe haben noch nie einen einzigen Fisch an Bord gesehen.»
Eine detaillierte Analyse enthüllte 17 russische Schiffe, die sich über Jahre hinweg wiederholt in der Nähe von Kabeln aufhielten. Ein Schiff «A» verbrachte beispielsweise über vier Jahre hinweg 113 Stunden über neun verschiedenen Kabeln. Im April 2023 wurde es für 322 Stunden über dem wichtigen Telekommunikationskabel «Atlantic Crossing 1» nördlich von Schottland erfasst. Das Vorgehen ist alarmierend.
Unterwasserkabel bergen ein grosses Risiko
Experten warnen, dass Russland durch solche Aktionen die genaue Position der Kabel auf dem Meeresboden kartiert. Ein Angriff könnte Grossbritannien im Falle eines Konflikts mit der Nato schwer treffen, da die Unterwasserkabel Milliarden von Franken an wirtschaftlicher Aktivität transportieren und für Banken, Spitäler und den Mobilfunk unverzichtbar sind.