Darum gehts
- Die Huthi-Rebellen erobern die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer
- Auch die strategisch wichtige Insel Majun wurde von der Miliz eingenommen
- 18-stündige Offensive führte zur Kontrolle über 100 Prozent der Küstenregion
Wie «Al Jazeera» berichtet, ist es den Huthi-Rebellen im Jemen am Freitag gelungen den letzten von Regierungstruppen kontrollierten Abschnitt der Küste des Landes am Roten Meer zu erobern. Dem militärischen Erfolg der Miliz ging eine 18-stündige Offensive voraus. Sie kontrollieren die jemenitische Küste am Roten Meer somit vollumfänglich.
Zuvor hatten die Truppen der Regierung die Stadt Mokka verlassen und auch in anderen Gebieten nur noch wenig Widerstand geleistet. Die Städte Dhubab und Murad, die letzten Küstenstädte in Regierungshänden, fielen den Huthis in die Hände.
So wichtig ist Bab al-Mandab
Zeitgleich eroberte die Marine der vom Iran unterstützten Gruppierung die Insel Majun in der Meerenge Bab al-Mandab. Einzig auf der Insel Zuqar sollen aktuell noch Gefechte stattfinden. «Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg durch das Rote Meer dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher», schrieb die Deutsche Presse-Agentur (dpa), die unter Berufung auf jemenitische Regierungsquellen über die Eroberung der Insel Mayyun berichtete.
Bab al-Mandab ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstrassen der Welt. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Wegen der gefährlichen Navigationsbedingungen trägt sie auch den Beinamen «Tor der Tränen». Neben der Strasse von Hormus gehört sie zu den zentralen Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen im Nahen Osten. Seit der Blockade der Strasse von Hormus hat das «Tor der Tränen» an Bedeutung gewonnen.
Kontrollieren die Huthis die Meerenge, können sie einen zentralen Handelsweg der Golfstaaten kappen. Ende Juli hatten die Rebellen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither Öltanker und Ölanlagen der Saudis angegriffen. Saudi-Arabien gilt als wichtigster Unterstützer der jemenitischen Regierung.