Telegram-Kanal mit über 1,5 Millionen Abonnenten
Russischer Kriegsblogger Zvinchuk in Montenegro verhaftet

Der russische Militärblogger Mikhail Zvinchuk wurde in Montenegro verhaftet. Der Betreiber des Telegram-Kanals «Rybar» steht unter Verdacht, Desinformation zu verbreiten, um das Land zu destabilisieren. Zvinchuk steht auf mehreren westlichen Sanktionslisten
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Der bekannte russische Kriegsblogger Mikhail Zvinchuk ist in Montenegro festgenommen worden.
Foto: AFP
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Der bekannte russische Kriegsblogger Mikhail Zvinchuk (35) ist in Montenegro festgenommen worden. Der Gründer des kremlnahen Telegram-Kanals «Rybar», mit über 1,5 Millionen Abonnenten, wurde am Freitagmorgen zusammen mit seiner Frau und drei weiteren Personen in der Küstenstadt Risan festgenommen, wie die montenegrinischen Behörden bestätigten. Er war angeblich zu Dreharbeiten dort.

Laut der Montenegriner Regierung gab es Hinweise, dass das Netzwerk von «Rybar» versucht habe, das Balkanland mit einer Desinformationskampagne zu destabilisieren. «Montenegro schützt seine Interessen, und niemand wird unsere europäische Zukunft gefährden», erklärte der montenegrinische Premierminister Milojko Spajic (39) auf X.

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Steht auf mehreren Sanktionslisten

Die Verhaftung des Bloggers hat internationales Aufsehen erregt. Seit Dezember 2025 steht Zvinchuk auf der britischen Sanktionsliste wegen seiner Rolle bei der «Destabilisierung der Ukraine» und der Verletzung ihrer territorialen Integrität. Auch in der EU, in der Schweiz, in Australien, Monaco und der Ukraine steht er auf Sanktionslisten.

Zvinchuks Telegram-Kanal «Rybar» wird von der Ukraine als eine der prominentesten Plattformen für die Rechtfertigung der russischen Invasion eingestuft. Der Kanal verbreite «systematisch Desinformationen, die darauf abzielen, die Invasion zu rechtfertigen, die Streitkräfte der Ukraine zu diskreditieren und die ukrainische Regierung zu delegitimieren», heisst es in einer Beschreibung auf dem Portal «War Sanctions» des ukrainischen Verteidigungsnachrichtendienstes.

Reaktion aus Russland

Auch die USA werfen Zvinchuk vor, versucht zu haben, die Präsidentschaftswahlen 2024 zu beeinflussen. Die britische Regierung beschreibt «Rybar» als eine vermeintlich seriöse Quelle für militärische Analysen, die jedoch im Verborgenen im Auftrag des russischen Staats agiere.

Russland hat die Festnahme des Bloggers bestätigt und verlangt weitere Informationen von Montenegro. Dmitri Medwedew, der Vizechef des nationalen russischen Sicherheitsrates, sagte: «Potenziell ist die Jagd auf alle (und ich betone - alle) Russen eröffnet.»

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