Darum gehts
- Die Ukraine präsentiert die Drohne Thors Hammer
- Sie soll 600 km weit fliegen und 50 kg Sprengstoff tragen
- Start per Katapult, Fronteinsatz ist nicht verifiziert
600 Kilometer Reichweite, Kapazität für bis zu 50 Kilo Sprengstoff und ein Stückpreis von 25'000 Dollar. Die Ukraine hat eine neue Mittelstrecken-Drohne entwickelt. Sie trägt den Namen Thors Hammer.
Das Unternehmen Skyfall hat die neue Drohne kürzlich vorgestellt. Sie soll von der Front aus auch Ballungsräume wie Moskau erreichen können und KI-betrieben sein.
Ukrainische Medien, darunter «Militarnyi», berichten übereinstimmend über die neue Waffe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
«Middle Strike»-Fähigkeit
Es ist unklar, ob das System bereits an der Front zum Einsatz kommt.
Die Drohne fällt den Berichten zufolge in eine Kategorie, die in der Branche als «Middle Strike» bezeichnet wird – also als Angriffssystem für Mittelstrecken. Darunter sind auch FPV-Drohnen angesiedelt. Heisst: kleine, ferngesteuerte Geräte mit Live-Bild, die von einem Piloten aus grosser Entfernung gesteuert werden.
Durch die Distanz von 350 bis 600 Kilometern, die Thors Hammer erreichen kann, kann die Armee Gefechtsstände, Flugplätze und Militäranlagen treffen.
So funktionieren die Drohnen
«Middle Strike»-Drohnen schliessen eine entscheidende Lücke – sie sind etwas weitreichender als klassische FPV-Drohnen, aber deutlich günstiger und einfacher einzusetzen als grosse Langstreckenwaffen. Dadurch können sie Ziele treffen, die weit hinter der Front liegen, ohne dass dafür teure Raketen eingesetzt werden müssen.
Ein weiteres Merkmal der Drohne ist, dass sie per Katapult gestartet wird. Die Drohne benötigt keine Startbahn, sondern wird von einer Rampe in die Luft geschleudert. Dadurch kann sie auch von improvisierten Stellungen eingesetzt werden. Nach dem Start können die Bediener den Standort wechseln. Dadurch bleiben sie flink und flexibel.
Den letzten Entscheid trifft der Mensch
Nach dem Start fliegt die Drohne zunächst alleine los. Ein festgelegter Kurs katapultiert sie mit bis zu 180 km/h in Richtung Ziel. Über eine Kamera erhält der Operator laufend Bilder aus der Luft.
Die letzte Entscheidung über einen Angriff bleibt beim Menschen. Nähert sich die Drohne ihrem Zielgebiet, fordert das System die Freigabe des Operators an. Jetzt muss er entscheiden: Feuere ich die Splittersprengköpfe ab oder richte ich die Drohne nochmals neu aus? Entscheidet sich der Bediener für einen Angriff, wertet KI-Software die Umgebung aus und helfen der Drohne so, ihren Kurs beim Endanflug beizubehalten.