«Sie haben Angst, dass wir sie umbringen»
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Trump über iranische Regierung:«Sie haben Angst, dass wir sie umbringen»

Nach Beschuss
Frachter läuft in der Strasse von Hormus auf Grund

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Der Nahe Osten steht unter Beschuss. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
vor 50 Minuten

Frachter läuft in der Strasse von Hormus auf Grund

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Ein thailändisches Frachtschiff, das Anfang Monat in der Strasse von Hormus angegriffen wurde, ist laut der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim auf einer iranischen Insel in der schmalen Wasserstrasse auf Grund gelaufen. 

Demnach lief das Schiff Mayuree Naree in der Nähe des Dorfes Ramchah auf der Insel Qeshm auf Grund. Die Insel Qeshm liegt in der Meerenge, direkt vor dem iranischen Festland. Anschliessend bewegte sich das Schiff weiter zur nahegelegenen Insel Larak, wie der staatliche Fernsehsender Press TV am Freitag berichtete. Weitere Einzelheiten zum Zustand des Schiffes oder zu den Umständen des Standortwechsels wurden nicht genannt.

Das Schiff geriet nach Beschuss in Brand.

Am 11. März wurde das Schiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord in der Meerenge beschossen. Mindestens drei Besatzungsmitglieder wurden anschliessend vermisst, die übrigen 20 konnten gerettet werden und kehrten sicher nach Bangkok zurück. 

Seit Kriegsbeginn blockiert das Mullah-Regime die für die Golfstaaten so wichtige Meerenge und schüttelt so die Weltwirtschaft durch. Laut Medienberichten liegen immer noch knapp 2000 Tanker auf beiden Seiten der Passage vor Anker. Die Mullahs verlangen nun angeblich bis zu zwei Millionen Dollar pro Durchfahrt von Handelsschiffen, wie meine Kollegen Robin Wegmüller und Michael Hotz in diesem Artikel schreiben. 

05:35 Uhr

Pentagon könnte 10'000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten schicken

Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst

Donald Trump betont immer wieder, dass der Iran-Krieg schon kurz vor dem Ende stehe. Der Iran sei komplett besiegt und bettle um einen Friedensdeal. Doch hinter den Kulissen finden offenbar andere Diskussionen statt. Wie US-Medien berichten, könnte das Verteidigungsministerium bald 10'000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten verlegen.

Foto: AP

Wie das «Wall Street Journal» schreibt, soll Trump mit den zusätzlichen Truppen eine bessere Verhandlungsposition gegenüber dem Iran bekommen. Ein endgültiger Entscheid über die Verlegung sei aber noch nicht gefallen. 

Laut «Axios» würden die neuen Truppen aus anderen Kampfeinheiten stammen als diejenigen, die bereits in die Region entsandt wurden. Das Pentagon entwickele militärische Optionen für einen «endgültigen Schlag» gegen den Iran. Dieser könne den Einsatz von Bodentruppen und eine massive Bombenkampagne beinhalten.

Bereits vor einer Woche entsandte Trump Bodentruppen in die Region. Ob und wie diese Soldaten eingesetzt werden, ist aktuell genauso unklar, wie die mögliche Mission der zusätzlichen Soldaten. Denkbar wäre eine Besetzung der iranischen Ölinsel Kharg, die als Achillesferse des Mullah-Regimes gilt. Mehr über die Bedeutung der Insel liest du im Artikel von Kollege Johannes Hillig.

26.03.2026, 21:24 Uhr

«Gespräche laufen sehr gut»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

US-Präsident Donald Trump (79) gibt dem Iran weitere zehn Tage Bedenkzeit. Ursprünglich hatte er dem Iran mit Angriffen auf Kraftwerke gedroht, solange die Islamische Republik die Strasse von Hormus blockiert. Das Ultimatum sollte am Freitag auslaufen.

Foto: Alex Brandon/AP/dpa

In einem Post auf seiner Plattform Truth Social kündigt Trump jetzt an, die angedrohten Angriffe bis zum 6. April auszusetzen. Diese Verlängerung des Ultimatums sei auf Wunsch der iranischen Regierung geschehen. «Die Gespräche laufen weiter und sehr gut», schreibt der Präsident dazu in seinem Post. 

Trump hatte bereits am Donnerstagnachmittag gesagt, er überlege sich eine Verlängerung eines Ultimatums. «Ich weiss es noch nicht», sagte er in Washington auf die Frage, ob die Frist aufgeschoben sei. Das berichtete unter anderem CNN. Trump meinte ausserdem, seine Unterhändler würden ihn über die Fortschritte der Gespräche mit dem Iran unterrichten.

26.03.2026, 19:09 Uhr

«Kein Zusammenhang mit Militäroperationen»

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Seit Beginn des Krieges wird die Strasse von Hormus vom Iran blockiert. Der weltweite Ölhandel leidet darunter massiv. Donald Trump möchte deshalb die gestrandeten Öltanker militärisch eskortieren. Dafür will der US-Präsident eine Koalition aus mehreren verbündeten Staaten zusammenstellen.

Viele Staaten stimmten der Idee Trumps jedoch nur zögerlich zu. Länder wie Deutschland, Japan und die Niederlande möchten die Freiheit der Schifffahrt in der Strasse von Hormus unterstützen, ohne konkret auf das Gesuch des US-Präsidenten einzugehen. Darüber berichtete unter anderem der Deutschlandfunk

Frankreich möchte diese Initiative nun, wie es scheint, selbst voranbringen. Am Donnerstag organisierte der Generalstabschef der französischen Streitkräfte ein Treffen mit 35 Staaten per Videokonferenz. Das Ziel sei es, die Bildung einer Koalition für die Sicherheit der Strasse von Hormus sicherzustellen, schreibt die Nachrichtenagentur AFP

Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Die Initiative stehe laut dem französischen Verteidigungsministerium «in keinem Zusammenhang mit laufenden Militäroperationen in der Region» und sei ausserdem «Teil einer rein defensiven Strategie». Damit distanziert sich Frankreich von den Kriegshandlungen der USA und Israels. Welche Länder genau an der Konferenz teilgenommen haben, ist derzeit nicht bekannt.

Währenddessen gab Donald Trump am Donnerstag bekannt, dass der Iran die Durchfahrt von zehn Öltankern in der Strasse von Hormus bewilligt hat. Der US-Präsident nannte diese Geste ein «Geschenk, von enormem Wert» und sieht darin ein positives Zeichen für zukünftige Friedensverhandlungen, schreibt CNN

26.03.2026, 16:28 Uhr

Iran: Über eine Million Kämpfer organisiert

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Der Iran scheint sich für eine Bodenoffensive der USA bereit zu machen. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet, seien bereits über eine Million Kämpfer für die Verteidigung des Landes organisiert worden. Ausserdem gebe es einen grossen Zustrom von Anfragen iranischer Jugendlicher, die sich ebenfalls an der Schlacht beteiligen wollen.

Foto: IMAGO/Middle East Images

Laut Tasnim hält die Armee des Irans eine Invasion an der Südfront des Landes für realistisch. Dementsprechend bereite man sich auf Kämpfe in dieser Region vor. Die iranischen Kämpfer würden den Soldaten der USA eine «historische Hölle» bereiten, meint eine anonyme Quelle.

Die USA scheinen sich von dieser Drohung wenig eingeschüchtert zu fühlen. An einer Pressekonferenz am Donnerstag nannte Vizepräsident J. D. Vance (41) das iranische Militär «faktisch zerstört». Weiter führt er aus: «Sie können uns nicht mehr so leicht angreifen wie noch vor wenigen Wochen. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten.» US-Präsident Donald Trump (79) betonte ebenfalls, dass der Iran ihn um Frieden bitten müsse und nicht umgekehrt.

Mehreren Medienberichten zufolge planen die USA aktuell ebenfalls, tausende Soldaten in den Nahen Osten zu verlegen. Eine anonyme Quelle sagte gegenüber Reuters, die US-Armee wolle zwischen 3000 und 4000 Soldaten in der Region stationieren. Aktuell befinden sich laut Reuters rund 50'000 amerikanische Soldaten im Nahen Osten.

26.03.2026, 14:03 Uhr

USA bereiten offenbar «finalen Schlag» vor

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Kommt der grosse Iran-Knall jetzt doch? Gerüchten zufolge könnten zumindest die Vorbereitungen laufen. Wie das US-Nachrichtenmagazin Axios unter Berufung auf mehrere Regierungsquellen berichtet, entwickelt das Pentagon konkrete Optionen für einen «final blow (dt. finaler Schlag)», der sowohl Bodentruppen als auch massive Luftangriffe umfassen könnte. 

Auslöser ist die wachsende Sorge, dass diplomatische Bemühungen scheitern und die strategisch entscheidende Strasse von Hormus blockiert bleibt.

Foto: keystone-sda.ch

In Washington wird laut Axios diskutiert, ob eine «Machtdemonstration» die Verhandlungsposition stärken oder Präsident Donald Trump ermöglichen könnte, einen politischen Erfolg zu verkünden. Gleichzeitig warnen Insider, dass viele der Szenarien den Konflikt eher verlängern und weiter eskalieren könnten.

Zu den geprüften Optionen zählen der Einmarsch auf zentrale Inseln wie Charg oder Abu Musa sowie Eingriffe in Irans Ölexporte. Auch Angriffe auf Nuklearanlagen oder sogar riskante Bodenoperationen im Landesinneren stehen zur Debatte, wie bereits vergangene Woche diskutiert wurde

Eine Entscheidung hat Trump bisher nicht getroffen. Doch der Ton wird schärfer: Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte, der Präsident sei bereit, «härter als je zuvor» zuzuschlagen, wie mein Kollege Johannes Hillig gestern im Ticker ausführte. «Der Präsident blufft nicht und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln», sagte Leavitt. 

Teheran droht im Gegenzug mit massiven Vergeltungsschlägen. Parallel laufen über internationale Vermittler weiterhin Gespräche – doch tiefes Misstrauen auf beiden Seiten erschwert eine schnelle diplomatische Lösung.

26.03.2026, 12:07 Uhr

Trump: «Die Iraner sind ganz anders und komisch»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Seit Tagen fragt sich die Welt: Wie verhandeln die Amerikaner und die Iraner genau und was kam wirklich dabei heraus?

Während Vermittlerstaaten wie Pakistan, Türkei und Ägypten ihre Rolle als Schlichter mittlerweile bestätigen, sind die Zeichen aus den USA und dem Iran widersprüchlich. 

Foto: keystone-sda.ch

Heute hat sich US-Präsident Donald Trump erneut zu den unterschiedlichen Aussagen geäussert. Auf seiner Plattform Truth Social schreibt er: «Die iranischen Unterhändler sind ganz anders und komisch. Sie flehen uns geradezu an, einen Deal abzuschliessen – was sie auch tun sollten, da sie militärisch vernichtet wurden und keinerlei Chance auf ein Comeback haben. Sie sollten besser bald ernst machen, bevor es zu spät ist, denn sobald das geschieht, gibt es KEIN ZURÜCK, und es wird nicht schön werden!»

Gleichzeitig spotteten die Iraner, dass die USA zurückgekrebst seien und es keine direkten Verhandlungen gebe. Man werde eigene Bedingungen stellen und erst aufhören, wenn «Aggression und Attentate» enden. 

Wie mein Kollege Johannes Hillig gestern in diesem Ticker beleuchtete, bestätigte eine hochrangige diplomatische Quelle gegenüber «Al Jazeera» jedoch Entwicklungen, wonach es einen 15-Punkte-Plan über einen möglichen Deal gebe. Die Iraner bezeichneten den Plan jedoch als «extrem maximalistisch». 

26.03.2026, 10:21 Uhr

Iranischer Marine-Kommandeur getötet

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Beinahe täglich informieren Medien über Todesfälle innerhalb der iranischen Revolutionsgarden. Bereits kurz nach Kriegsbeginn wurde der Tod von Ali Chamenei (†86) vermeldet. Wenig später starben Ali Mohammad Naini (†69), ehemaliger Sprecher für Öffentlichkeitsarbeit und auch der Tod von Ali Laridschani (†67), dem ehemaligen obersten Sicherheitschef wurde offiziell vermeldet.

Nun kam der Marine Kommandeur Alireza Tangsiri bei einem Luftangriff auf die iranische Stadt Bandar Abbas ums Leben. Dies berichtete die «Times of Israel». Der Kommandeur sei unter anderem für die Sperrung der Strasse von Hormus verantwortlich zu machen, heisst es.

Er plante die Sperrung der Strasse von Hormus – Alireza Tangsiri (r.) starb bei einem israelischen Angriff.
Foto: keystone-sda.ch

Zwar sterben immer wieder wichtige Funktionäre aufseiten der islamischen Revolutionsgarden, es rücken aber genauso schnell immer wieder neue nach. 

25.03.2026, 23:47 Uhr

Trumps Krieg kommt bei den Wählern schlecht an

Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst

US-Präsident Donald Trump hoffte bei seinem Angriff auf den Iran, dass sich die Amerikanerinnen und Amerikaner hinter ihn scharen. So geschah es in der Vergangenheit immer wieder, wenn die USA in einen Krieg eintraten. Zum Beispiel nach dem Angriff auf Pearl Harbor oder den Terroranschlägen vom 11. September.

Doch mit dem Iran-Krieg kann Trump ausserhalb der Maga-Stammwählerschaft kaum punkten. Das zeigen neue Umfragen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Foto: keystone-sda.ch

Wie der Sender CNN berichtet, sind 59 Prozent der Amerikaner in einer Umfrage des Pew Research Center der Meinung, dass die USA mit dem Einsatz militärischer Gewalt im Iran die falsche Entscheidung getroffen haben. Nur 38 Prozent glauben das Gegenteil.

Was Trump ebenfalls zu denken geben sollte: Nur ein Viertel der Amerikaner gibt an, dass die Militäraktion gegen den Iran extrem oder sehr gut verläuft. Immerhin 28 Prozent sagen, dass sie einigermassen gut verläuft. Und 45 Prozent sind der Meinung, dass sie nicht allzu gut oder gar nicht gut verläuft. Zu dieser Einschätzung dürfte der Ölpreisschock beitragen, der sich in der Form höherer Benzinpreise in den Portemonnaies der Wählerschaft bemerkbar macht.

Eine andere Umfrage der Quinnipiac University zeigt, wie polarisiert die US-Bevölkerung ist: 92 Prozent der demokratischen Wähler und 64 Prozent der unabhängigen Wähler lehnen die Militäraktion demnach ab, während 86 Prozent der republikanischen Wähler sie befürworten.

Aktuell spricht das Weisse Haus von produktiven Gesprächen um einen möglichen Frieden – was der Iran aber dementiert. Gleichzeitig droht Trump aber damit, die «Hölle losbrechen zu lassen», falls der Iran kein Abkommen akzeptiert, wie wir in einem vorherigen Beitrag um 20:45 berichteten.

25.03.2026, 21:53 Uhr

«Warum sprechen sie jetzt von Verhandlungen?»

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Iran weist Verhandlungsangebote der USA zurück: Aussenminister Abbas Araghchi bezeichnet den Kurswechsel Washingtons als Eingeständnis des Scheiterns.

Noch vor Kurzem hätten die USA eine «bedingungslose Kapitulation» gefordert, sagte er am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen IRIB. «Haben die Amerikaner nicht «bedingungslose Kapitulation» gefordert? Warum sprechen sie jetzt von Verhandlungen?», fragte Araghchi.

Irans Aussenminister Abbas Araghchi.

Die USA hätten in den letzten Tagen über «befreundete Länder» mehrere Botschaften an Teheran gesendet. Diese seien jedoch keine Verhandlungen, sondern ein Austausch von Nachrichten, betonte er. «Die Tatsache, dass Botschaften gesendet werden und wir mit Warnungen reagieren oder unsere Positionen darlegen, wird nicht als Verhandlung bezeichnet.» 


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