Darum gehts
- Trump bestreitet, Truppen in den Nahen Osten senden zu wollen
- Kharg-Insel strategisch wichtig, 90 Prozent der iranischen Ölexporte betroffen
- Bereits über 120 iranische Schiffe zerstört, 2000 Marines entsendet
US-Präsident Donald Trump (79) plant nun scheinbar doch keinen Einsatz von Bodentruppen im Irankrieg. «Nein, ich werde nirgendwo Truppen stationieren. Wenn ich es täte, würde ich es Ihnen sicherlich nicht sagen, aber ich werde keine Truppen stationieren», sagt Trump am Donnerstag bei einer Konferenz im Oval Office, wie unter anderem CNN schreibt.
Die Nachrichtenagentur «Reuters» hatte zuvor berichtet, dass die USA einen solchen Einsatz erwägen würden. Ein zentraler Fokus würde bei einer Truppenentsendung offenbar auf der Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus liegen.
Die Idee, Truppen in den Iran zu schicken, würde jedoch erhebliche Risiken bergen – insbesondere politisch. «Es gibt keine Entscheidung, Bodentruppen zu entsenden, aber Präsident Trump hält alle Optionen offen», erklärte ein Beamter des Weissen Hauses am Donnerstagmorgen.
«Das wäre extrem riskant»
Ein weiterer möglicher Einsatzort für US-Truppen wäre laut «Reuters» die Kharg-Insel, das Drehkreuz für rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte.
Bereits am 13. März griffen US-Streitkräfte militärische Ziele auf der Insel an, und Experten sehen eine Kontrolle der Insel als strategisch sinnvoller an als deren Zerstörung. «Ein solcher Einsatz wäre extrem riskant aufgrund der Bedrohung durch iranische Raketen und Drohnen», warnt ein US-Beamter. Zusätzlich wird eine mögliche Sicherung der hochangereicherten Uranvorräte des Irans diskutiert.
Strategieänderung?
Selbst für spezialisierte US-Einheiten ist ein solcher Einsatz enorm komplex. Bisher formulierten US-Kriegsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine die Ziele Amerikas vor allem als Zerstörung der militärischen Kapazitäten des Iran.
Nach Angaben des US Central Command wurden bereits über 120 iranische Schiffe zerstört. Die USA haben zudem die Ankunft einer «Amphibious Ready Group» in der Region angekündigt, begleitet von über 2000 Marines.
Diskussionen laufen
Gleichzeitig verliert das US-Militär Kräfte, da der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford aufgrund eines Feuers zur Wartung nach Griechenland verlegt werden muss.
Die Sicherung der Strasse von Hormus bleibt somit ein umstrittenes Thema. Präsident Trump hatte zunächst eine Eskorte durch die US-Marine vorgeschlagen, später jedoch andere Länder aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen.
Nato-Staaten hatten Trump geschlossen eine Absage erteilt. Dies mündete in einem Wut-Auftritt des US-Präsidenten im Weissen Haus.