Darum gehts
- Moskau will ab 1. Mai Öl-Export über Druschba-Pipeline nach Deutschland stoppen
- 2025 lieferte Kasachstan 2,146 Mio. Tonnen Öl, 44 Prozent mehr als 2024
- Stopp betrifft 17 Prozent der Kapazität der PCK-Raffinerie in Schwedt
Der Iran-Krieg belastet die Energielieferung aus dem Nahen Osten nach Deutschland. Nun könnte ein weiterer Unterbruch die Situation verschärfen.
Wie Branchenquellen gegenüber «Reuters» angaben, plane Moskau den Öl-Export über die Druschba-Pipeline per 1. Mai einzustellen. Ein angepasster Exportplan sei bereits an Kasachstan und Deutschland übermittelt worden, heisst es.
Schlüsselrolle für Individualverkehr
Sollte ein solcher Stopp tatsächlich durchgeführt werden, würde dies die Unsicherheiten der deutschen Energieversorgung verschärfen. Wie «Reuters» schreibt, lieferte Kasachstan 2025 insgesamt 2,146 Millionen Tonnen Öl über die Druschba-Pipeline nach Deutschland – ein Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu 2024.
Ein Stopp würde rund 17 Prozent der jährlichen Ölverarbeitungskapazität der PCK-Raffinerie in Schwedt betreffen, die eine Schlüsselrolle in der Versorgung von Berlin und Brandenburg spielt. Neun von zehn Autos in der Region werden mit diesem Öl betrieben.
Kreml hält sich bedeckt
Der Kreml zeigt sich indes zurückhaltend: «Wir werden versuchen, das zu überprüfen», sagte Sprecher Dmitri Peskow (58) am Dienstag.
Die Lieferung des Öls von Kasachstan nach Deutschland wird seit dem Start im Jahr 2023 immer wieder gestört, da die Pipeline wiederholt Drohnenangriffen ausgesetzt ist. Zu den Eigentümern der Raffinerie zählen Rosneft, Shell und Eni.