Darum gehts
- Papst Leo XIV. verurteilt in Kamerun Kriegstreiberei und Tyrannen scharf
- Er kritisiert Milliarden-Ausgaben für Krieg statt Bildung und Heilung
- Seit 2017 Konflikt in Kamerun: Tausende Tote, Hunderttausende Vertriebene
Geht der Streit zwischen Washington und dem Vatikan etwa in die nächste Runde? Nicht direkt, aber der Papst legt zumindest schon mal nach: Bei einem Besuch in Kamerun hat der Pontifex jede Form von Kriegstreiberei scharf verurteilt. Die Welt werde «von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten», sagte er. Konkrete Länder oder Politiker nannte er nicht.
Weiter sagte Papst Leo XIV. (70): «Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen», so der «Spiegel». Für Tod und Verwüstung würden «Milliarden Dollar verbraucht», während Mittel für Bildung, Heilung und Wiederaufbau fehlten.
Im Clinch mit dem US-Präsidenten
Zuletzt war Leo nach mehreren Friedensappellen wiederholt von US-Präsident Donald Trump (79) kritisiert worden. Der erste US-amerikanische Papst machte jedoch klar, dass er sich davon nicht einschüchtern lasse und an seiner Linie festhalte.
Kamerun ist nach Algerien die zweite Station seiner elftägigen Afrikareise. In der Stadt Bamenda im Nordwesten lobte er die Zusammenarbeit von Christen und Muslimen. In der Region tobt seit 2017 ein Konflikt zwischen Regierung und Separatisten mit Tausenden Toten und Hunderttausenden Vertriebenen. Religionsgemeinschaften versuchen dort zu vermitteln.
Der Papst betonte, er wünsche sich solche Friedensansätze auch anderswo auf der Welt. «Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen», sagte er.