Opfer teils halbnackt zurückgelassen
Neun Frauen innert zwei Monaten tot aufgefunden – Serienmörder gesucht

Innerhalb der letzten beiden Monate wurden in Südafrika bereits neun Frauen tot aufgefunden. Sie wurden ermordet. Die Polizei ermittelt, ob ein einzelner Täter für die Morde verantwortlich sein könnte.
Kommentieren
1/4
In Südafrika wurde innert zwei Monaten die neunte Frauenleiche entdeckt.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Südafrika wurde am Donnerstag die neunte Frauenleiche seit Juli gefunden
  • Die Polizei rät Frauen, nicht allein unterwegs zu sein
  • 2024 starben laut Uno weltweit täglich 137 Frauen durch geschlechterspezifische Gewalt
Angela_Rosser_Journalistin NewsDesk_Ringier AG_2-Bearbeitet.jpg
Angela RosserJournalistin News

In Südafrika wurde am Donnerstag die neunte Frauenleiche innerhalb von zwei Monaten entdeckt. Die Polizei fand die halb nackte, in ein Laken gewickelte Leiche der Frau am Strassenrand von Dawn Park, östlich von Johannesburg.

Ihre Identität ist noch nicht bekannt, heisst es bei der BBC. Ihr Tod reiht sich in eine Serie ermordeter Frauen ein, die seit Juli die Region Ekurhuleni erschüttert. In diesem Zeitraum wurden bereits acht Frauen tot aufgefunden. Ebenso wie das neunte Opfer, waren sie teils nicht vollständig bekleidet und verletzt. Laut der Polizei ist derzeit unklar, ob ein Serienmörder dahintersteckt und wenn nicht, ob die Fälle anders zusammenhängen.

Noch nicht alle identifiziert

Die Funde haben in der Bevölkerung Panik ausgelöst. «Wir haben Angst, unsere Häuser zu verlassen», sagte die Anwohnerin Bongeka Sebela der BBC. Unter den bisherigen Opfern ist die 38-jährige Elizabeth «Tsontso» M.*, die vor einer Woche nach einer Joggingrunde verschwand und drei Tage später hinter einem Hotel gefunden wurde.

Zwei weitere Frauen, Itumeleng K.*, vermisst seit Juli, und Dineo Evelyn M.*, deren Leiche am Dienstag in Kwa-Thema entdeckt wurde, konnten ebenfalls identifiziert werden.

Erster Verdächtiger in Haft

Zwei Tage nachdem am 15. Juli die erste tote Frau gefunden wurde, nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Er befindet sich nach wie vor in Haft. Mit den anderen Fällen konnte die Polizei ihn aber nicht in Verbindung bringen.

Ausserdem verfolge die Polizei weiter noch «eine Person von Interesse». Offengelegt, mit welchem Fall oder mit welchen Fällen eine Verbindung bestehen könnte, haben sie nicht. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen, rät die Polizei Frauen, nicht allein unterwegs zu sein und verdächtige Personen und Fahrzeuge zu meiden.

Südafrika hat eine der höchsten Raten geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit. Laut «UN Women» ist die Mordrate an Frauen fünfmal höher als der globale Durchschnitt.

Nackte Zahlen der Gewalt

Weltweit wurde im Jahr 2024 alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Das heisst, dass täglich 137 Mädchen und Frauen von Familienmitgliedern, Verwandten, Partnern oder Ex-Partnern umgebracht wurden, wie «UN Women» in einer Mitteilung schreibt.

Das Recherchekollektiv ‹Stop Femizid› listet von Anfang 2026 bis zum Juli 16 Femizide in der Schweiz auf. Im Jahr 2025 waren es 23, wie es der Kriminalstatistik des Bundes zu entnehmen ist. Davon wurden 19 in einer Partnerschaft oder einer ehemaligen Partnerschaft getötet. In Familien- oder Verwandtschaftsbeziehungen wurden vier Frauen getötet.

* Namen bekannt 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen