Darum gehts
- Deutsche Forscher zeigen: Metastasen können selbst neue Metastasen bilden
- Weitere Metastasen wachsen teils schneller als ursprüngliche Metastasen
- Krebsrate bei 25- bis 39-Jährigen stieg seit Mitte der 90er-Jahre bis 2022 um 14 Prozent
Metastasen sind sogenannte Tochtergeschwülste, die entstehen, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor (Primärtumor) ablösen und an anderen Regionen im Körper weitere Tumore ausbilden. Bislang hatten Ärzte angenommen, dass Metastasen dabei passiv bleiben würden. Also weiterwuchsen, jedoch nicht erneut streuten. Doch ein deutsches Forscherteam hat nun festgestellt: Metastasen verfolgen unterschiedliche «Strategien» und können sich zum Teil innerhalb eines Organs weiter ausbreiten.
Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Regensburg und der Universität Erlangen hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, was Metastasen nach ihrer Ansiedlung in anderen Organen tatsächlich tun. In der Fachzeitschrift «Molecular Cancer» präsentierten die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse: Metastasen haben ganz unterschiedliche Wachstumsformen.
Metastasen können selbst weitere Metastasen ausbilden
Während einige Metastasen lokal begrenzt bleiben, streuen andere dagegen frühzeitig einzelne Krebszellen aus, die an neuen Stellen erneut wachsen können. Damit wird nun deutlich: Metastasen können selbst weitere Metastasen ausbilden. Und diese können noch schneller wachsen als die ursprüngliche Metastase. In ihrer Studie konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Biologie von Hirnmetastasen.
Diese Erkenntnis könnte neue Wege für Therapieentscheidungen ebnen, heisst es in einer Medienmitteilung des Universitätsklinikums Regensburg. Doch noch sei Zurückhaltung gefordert, betont Studienautor Tobias Pukrop darin. «So weit sind wir in der klinischen Anwendung aber noch nicht.» Im nächsten Schritt will das Forscherteam die Ergebnisse in klinischen Studien überprüfen.
«Unsere Ergebnisse liefern jedoch die Grundlage für völlig neue Denkansätze und möglicherweise auch für innovative Therapiestrategien, die bislang nicht berücksichtigt wurden», verdeutlicht Pukrop die richtungsweisende Bedeutung der Erkenntnisse. Auch Studienautorin Raquel Blazquez zeigt sich begeistert über die Ergebnisse der Studie: «So klare Resultate erhält man selten, besonders dann nicht, wenn man wissenschaftliches Neuland betritt.»
Krebs trifft immer mehr Junge in der Schweiz
Ein Blick auf die nationale Krebsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt: Bei steigenden Erkrankungen werden neue Erkenntnisse umso wichtiger. Die nationale Krebsstatistik im November offenbarte beunruhigende Zahlen. Vor allem jüngere Generationen erkranken zunehmend an bestimmten Krebsarten. Besonders betroffen sind die Altersgruppen der 25- bis 39-Jährigen und damit vor allem die Generation der Millennials. Seit Mitte der 90er-Jahre nahm die Krebsrate in dieser Altersgruppe bis 2022 um etwa 14 Prozent zu.
Generell gilt: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann neben regelmässiger Bewegung, einem gesunden Körpergewicht, dem Verzicht auf Rauchen und einem moderaten Umgang mit Alkohol das Krebsrisiko erheblich senken. Immer wieder analysieren Studien auch einen Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel und einem geringeren Krebsrisiko.
So zeigte eine Metaanalyse im November etwa: Beim Verzehr von Tomaten scheint ein Zusammenhang mit einem geringeren Krebsrisiko zu bestehen. Der Grund liegt im sekundären Pflanzenstoff Lycopin, welcher die Tomaten rot färbt. Lycopin ist ein starkes Antioxidans und hilft, schädliche freie Radikale zu neutralisieren, welche Zellschäden verursachen können. Auch Kohlgewächse wie Broccoli, Blumenkohl und Rosenkohl gelten als Superfood für den Zellschutz.