Hoffnung für Patienten
Forscher testen Impfung gegen Nierenkrebs

In Wien startet Ende 2026 eine Studie mit 400 Patienten, um Rückfälle bei Nierenkrebs. Die Impfung soll das Immunsystem gegen verbliebene Krebszellen trainieren.
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Die Impfung soll nach der Operation zum Einsatz kommen. Das Immunsystem soll so trainiert werden, damit es verbliebene Krebszellen frühzeitig erkennt und bekämpft.
Foto: imago/Christian Ohde

Darum gehts

  • In Wien startet 2026 eine Studie zu Krebsimpfungen mit 400 Patienten
  • mRNA-Impfstoffe könnten ab 2029 bei positiven Studienergebnissen verfügbar sein
  • Jährlich erkranken in der Schweiz rund 46700 Menschen neu an Krebs
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Gina Grace Zurbrügg
Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Kann eine Impfung Krebs stoppen? In Wien wird genau das gerade untersucht. In der Klinik Donaustadt startet Ende 2026 eine internationale Studie mit rund 400 Patientinnen und Patienten. Das Ziel: Rückfälle bei Nierenkrebs verhindern und das bei deutlich weniger Nebenwirkungen als bei klassischen Therapien.

Die Impfung kommt nach der Operation zum Einsatz, besonders bei Menschen mit hohem Rückfallrisiko. Sie soll das Immunsystem trainieren, damit verbliebene Krebszellen frühzeitig erkannt und bekämpft werden können.

Statt monatelanger Infusionen mit teils schweren Nebenwirkungen sollen wenige Impfgaben genügen. Erste Zwischenergebnisse sollen nach rund einem Jahr vorliegen.

Die Zahlen sind hoch

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Das Risiko, vor dem 70. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, liegt bei Männern bei rund 24,7 Prozent, bei Frauen bei 20,9 Prozent. Am häufigsten treten bei Männern Prostata-, Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen Brust-, Lungen- und Darmkrebs auf.

Die aktuellen Zahlen basieren auf den Jahren 2018 bis 2022. Diese Zeitspanne wird gewählt, weil die Krebsliga Schweiz gemeinsam mit dem Bundesamt für Statistik (BFS) nur alle paar Jahre eine umfassende nationale Krebsstatistik erstellt, um verlässliche und vergleichbare Daten zu gewährleisten. Demnach erkranken in der Schweiz jährlich rund 46'700 Menschen neu an Krebs.

Diese Krebsimpfungen werden derzeit getestet

Nicht nur in Wien wird geforscht. Weltweit laufen über 120 klinische Studien, wie das medizinische Fachportal esanum berichtet. Mehr als 60 Wirkstoffkandidaten befinden sich in der klinischen Entwicklung.

Viele Impfstoffe werden mit Immuntherapien kombiniert, um die Wirkung zu verstärken. Die meisten Studien sind noch in frühen Phasen, einige Projekte haben jedoch bereits Phase-3-Studien erreicht, die letzte Testphase vor einer möglichen Zulassung.

Am Universitätsspital Zürich werden personalisierte mRNA-Impfstoffe gegen schwarzen Hautkrebs entwickelt. Sie werden individuell auf den Tumor zugeschnitten und sollen das Immunsystem gezielt gegen verbliebene Krebszellen aktivieren. Die Studien laufen in Kombination mit Immuntherapien und befinden sich in frühen bis mittleren klinischen Phasen.

Am Inselspital Bern wird an therapeutischen Impfstoffen geforscht, etwa bei Lungen- und Darmkrebs. Ziel ist es, Rückfälle nach einer erfolgreichen Erstbehandlung zu verhindern. Die Forschung erfolgt im Rahmen internationaler Studienprogramme mit europäischen Partnern.

Sind mRNA-Krebsimpfstoffe die grosse Hoffnung?

Besonders grosse Erwartungen ruhen auf mRNA-basierten Krebsimpfstoffen. Die Technologie wurde durch die Covid-19-Pandemie stark beschleunigt und weiterentwickelt.

Fachportale und Studien gehen davon aus, dass erste Zulassungsanträge ab 2026 eingereicht werden könnten. Die ersten kommerziellen mRNA-Krebsimpfstoffe könnten bei positiven Studienergebnissen bis 2029 verfügbar sein.

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