Noch nie bestiegen so viele Menschen an einem Tag den Mount Everest, wie am vergangenen Mittwoch. 274 Bergsteiger können nun von sich behaupten, den höchsten Berg der Welt erklommen zu haben. Unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über den neuen Tagesrekord. Der bisherige Rekord lag bei 223 Bergsteigern und stammt aus dem Jahr 2019.
Rishi Ram Bhandari vom nepalesischen Verband der Expeditionsveranstalter bestätigte am Donnerstag den neuen Tagesrekord. Ein Reuters-Foto verdeutlicht den Wahnsinn am Berg. Dicht an dicht stapfen die Bergsteiger dem Gipfel entgegen. Zugleich steht das Foto symbolisch dafür, wie kommerzialisiert eine Tour zum Mount Everest bereits geworden ist.
Viele Touristen, viele Probleme
Seit 90er-Jahren steigt die Zahl der erfolgreichen Besteigungen immer weiter an. Vereinzelt gab es Aufstiegsverbote, etwa nach einem Erdbeben oder wegen der Corona-Pandemie. Allein in den Jahren 2024 und 2025 bestiegen aber jeweils mehr als 800 Bergsteiger den höchsten Berg der Welt – so viele wie vor der Pandemie.
Die vielen Touristen bringen aber auch Probleme mit sich. Da wäre etwa die extreme Umweltbelastung, etwa durch Fäkalien, Müll und kaputte Ausrüstung. Hinzu kommen die Ausbeutung und Gefährdung einheimischer Sherpas. Die Kommerzialisierung der Everest-Tour wird immer häufiger kritisiert. Und doch reizt der Berg die Menschen, waghalsigen Aufstiege zu unternehmen. Blick zeigt einige kuriose Rekorde.
Der schnellste Aufstieg
In der Regel dauert die Besteigung des Mount Everest zwischen sechs und neun Wochen. In der Vergangenheit schafften es aber immer wieder Menschen, an einem Tag zum Gipfel aufzusteigen – zumindest vom Basislager aus. 1996 gelang dies dem italienischen Extrembergsteiger Hans Kammerlander – in gerade einmal 16 Stunden und 45 Minuten, ohne zusätzliche Sauerstoffflasche!
Noch schneller war Lhakpa Gelu Sherpa. 2003 schaffte er den Aufstieg in etwas weniger als 10 Stunden und 57 Minuten, allerdings unter Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff.
Der schnellste Abstieg
Ein unglaublich schneller Abstieg gelang 2001 dem französischen Bergsteiger und Extrem-Snowboarder Marco Siffredi. Mit seinem Snowboard schaffte er es, die 2400 Meter vom Gipfel bis zum Basislager in knapp 4 Stunden zurückzulegen. Ein Jahr später verunglückte Siffredi tödlich, als er die Snowboard-Abfahrt erneut vollziehen wollte – dieses Mal über das extrem steile Hornbein-Couloir. Seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.
Im September 2025 stellte der polnische Skibergsteiger Andrzej Bargiel einen atemberaubenden Rekord auf. In 1 Stunde und 45 Minuten schaffte den Abstieg vom Gipfel zum Basislager – auf Ski und ohne zusätzlichen Sauerstoff. Allerdings musste er die Ski-Abfahrt aufgrund von Gipfelsturm zunächst unterbrechen und eine Nacht in Lager II verbringen, ehe er sie fortsetzen konnte.