Darum gehts
- Donald Trump stürzte Venezuelas Maduro-Regierung mit Militäroperation
- US-Präsident spricht von erfolgreicher Partnerschaft mit früherem Erzfeind
- Trumps aussenpolitische Ambitionen in Grönland und Iran dagegen stocken
Er drohte mit einer Armada und Seeblockade, liess Tanker entern, angebliche Terroristen- und Drogenboote in die Luft sprengen und legte sich verbal mit Venezuelas altem starkem Mann Nicolás Maduro (63) an.
Seit dem Blitzsturz von Maduro am 3. Januar und dessen Verschleppung mitsamt Gattin in die USA scheint der Name des venezolanischen Präsidenten wie vergessen – selbst für Venezuelas Regierung, die Maduro fast 13 Jahre lang eisern anführte.
Inzwischen hat US-Präsident Donald Trump (79) selbst einen Öldeal mit dem früheren Erzfeind Venezuela abgeschlossen und strotzend vor Selbstvertrauen kokettierte Trump eben damit, «Präsident Venezuelas» zu sein.
«Grossartige» Präsidentin Venezuelas
Das scheint ihm selbst Venezuelas amtierende Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez (56) nicht übelzunehmen, die Trump am Mittwoch im Weissen Haus als «grossartige Person» bezeichnete
Trump führte nach eigenen Angaben ein langes Telefongespräch mit der geschäftsführenden Präsidentin des Landes mit den weltweit grössten nachgewiesenen Ölreserven. Man komme «sehr gut zurecht» miteinander, schrieb Trump auf Truth Social. Man habe über Öl, Handel, Sicherheit und andere Themen gesprochen.
Grönland und Iran
Trump kann seine bislang reibungslos verlaufene Operation zu Venezuela nicht genug rühmen: «Diese Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Venezuela wird für alle Beteiligten ein voller Erfolg sein», schreibt er. «Venezuela wird bald wieder grossartig und wohlhabend sein, vielleicht sogar noch mehr als je zuvor!» Details dazu nannte er nicht.
Während «wir Venezuela bei der Stabilisierung und Erholung unterstützen», so Trump, kann er bei den weiteren aussenpolitischen Eisen, die er im Feuer hat, keinesfalls widerstandslos durchmarschieren.
Dänemark und die Europäer widersetzen sich seinen Grönland-Ambitionen und die Lage im Iran, wo Trump eben noch eingreifen wollte und jetzt von Entspannung spricht, bleibt unklar. Noch am Vortag rief Trump die iranische Bevölkerung zur Revolte auf. Stunden später sprach Trump von nicht näher erläuterten Zusicherungen des iranischen Regimes, dass «das Töten im Iran aufhört» und er von einer Intervention absieht.
Später bestätigte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi (63), es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen. Es herrsche nun «eine Ruhe», sagte Araghtschi dem Sender Fox News. «Wir haben die volle Kontrolle.»