Neue Details in Epstein-Files
Was ist an den Trump-Anschuldigungen dran?

Der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist tot. Über ihn gesprochen wird aber mehr denn je und auch über seine Verbindungen zu prominenten Personen. Immer öfter taucht auch Donald Trumps Name auf. Beweise wie Videos und Fotos fehlen allerdings.
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Am Freitag wurden neue Akten zum Fall Epstein veröffentlicht.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Darum gehts

  • Millionen Seiten Epstein-Akten enthüllen Verbindungen berühmter Persönlichkeiten, darunter Donald Trump
  • Trump werden sexuelle Übergriffe und Teilnahme an Epsteins Orgien vorgeworfen
  • Epstein und Trump pflegten seit den 1980er Jahren eine enge Freundschaft
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Angela RosserJournalistin News

Es sind Unmengen an Dateien, die am Freitag aus den Epstein-Akten veröffentlicht wurden. Millionen Seiten an Notizen aus Befragungen von Opfern, E-Mails von Anwälten, die anderen Anwälten schreiben, Protokolle von Meldungen über Übergriffe und immer wieder tauchen berühmte Namen auf. Auch der Name Donald Trump (79).

Die Berichterstattung rund um die Machenschaften von Epstein und die Mächtigen dieser Welt, die anscheinend darin verwickelt sein sollen, überschlägt sich. Unzählige Fragen tun sich auf und bleiben bislang auch offen. Was hatte Bill Gates (70) mit dem Milliardär Jeffrey Epstein (1953-2019) zu schaffen? Ist bei dem «ekligen dicken Weinstein» in den Akten der verurteilte Sexualstraftäter und Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein gemeint und wie ist mit der Liste mit den Anschuldigungen gegen den amtierenden Präsidenten umzugehen?

Trump taucht immer wieder auf

Für Journalistinnen und Journalisten gilt es nun, die Flut an Informationen auszuwerten und einzuordnen. Doch vieles in den Akten ist geschwärzt – teils ganze Seiten. Die Geschehnisse rund um den verurteilten Sexualstraftäter reichen teilweise Jahrzehnte zurück.

Besonders eine Datei sticht aber heraus. Sie zeigt eine Sammlung mit Anschuldigungen sexueller Übergriffe durch Donald Trump und dokumentiert seine scheinbar ständige Präsenz in Epsteins Umfeld.

Eine Person, deren Name erst noch geschwärzt ist und die in einem weiteren Satz Alexis genannt wird, erzählt, ihre Freundin sei vor 35 Jahren in New York von Trump gezwungen worden, ihn oral zu befriedigen. Das Mädchen sei damals 13 oder 14 Jahre alt gewesen. Das Mädchen habe ihr auch erzählt, dass sie von ihm geschlagen wurde, als sie ihn in den Penis biss und sie daraufhin lachte. Auch Epstein habe sich an ihr vergangen.

Wilde Partys in New York mit Sexualstraftätern

Trump wird auch in weiteren Punkten genannt. Gemäss einer anonymen Informantin soll er an «Orgien mit ihr und anderen jungen Mädchen» in Epsteins New Yorker Residenz teilgenommen haben. Ebenso wie auch Ex-US-Präsident Bill Clinton (79). An dieser Stelle wird Trump allerdings keine Gewalt vorgeworfen.

Sexuell übergriffig ihr gegenüber sei hingegen Epstein geworden. Sie spricht von mehreren Vorfällen und es tauchen weitere bekannte Namen auf. So sollen die Brüder Allen und Oren Alexander (37), denen ebenfalls eine lange Liste sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen und Menschenhandel anhängt, sie und eine Freundin an einer der Partys in den oberen Stock gelockt haben. Sie konnten entkommen. Oren habe aber eine ihrer Freundinnen vergewaltigt. Auch der dritte Bruder, Tal Alexander (37), wird von ihr beschuldigt, ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben.

Sie gab weiter zu Protokoll, dass Trumps damaliger Sicherheitschef sie bedroht habe, nichts über die Geschehnisse preiszugeben. Dies geschah, den Notizen zufolge, nach einer dieser Partys.

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Videos mit Trump und Clinton

Eine weitere Person, ein Mann, gibt an, von einem der Opfer kontaktiert worden zu sein. Sie habe ein Buch veröffentlichen wollen. Die Frau habe ihm von «kriminellen Aktivitäten in verschiedenen Staaten und Flugzeugen» erzählt. Sie erzählte auch, dass Videos mit Prominenten existieren würden. Bei diesen Personen handle es sich unter anderem um Bill Clinton und Donald Trump. Die Videos selber tauchten bislang aber nirgends auf. Auch ist unklar, was genau auf den Videos zu sehen sein soll.

Donald Trumps Name fällt sehr häufig im Zusammenhang mit expliziten Partys. Sei es in New York, auf der privaten Insel Epsteins oder in Palm Beach. Auch Trumps Anwesen Mar-a-Lago wird erwähnt. Der Kontext zu diesem Ort bleibt jedoch undurchsichtig. Trump soll aber auch dort Partys veranstaltet haben. Es heisst in der Liste der Anschuldigungen, dass es sich um Partys für Prostituierte handelte. Dies würde zu den vorherigen Berichten über Orgien und Sexpartys passen.

Die Freundschaft der reichen Männer

Epstein und Trump unterhielten seit den 80er-Jahren eine tiefe Freundschaft. Es ist also nur nachvollziehbar, dass sie gemeinsam Zeit verbrachten und auf den Partys des jeweils anderen auftauchten. «Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl», sagte Trump 2002 dem «New York Magazine». «Es macht riesigen Spass, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, er stehe genauso auf schöne Frauen wie ich, und viele von ihnen sind eher jung. Kein Zweifel – Jeffrey geniesst sein gesellschaftliches Leben», fügte Trump an.

Die Freundschaft der beiden wackelte ab 2004 wegen eines Streits um eine Villa. Zum Bruch soll es 2007 gekommen sein, als Trump Epstein aus seinem Club schmiss – unter anderem wegen dessen Verhaltens gegenüber jungen Frauen.

Was bei diesen gegenseitigen Beschuldigungen wahr ist und was nur dazu diente, den jeweils anderen zu diffamieren, dürften nur die involvierten Personen selbst genau wissen. Klar ist: Jeffrey Epstein war ein verurteilter Sexualstraftäter. Es ist teils von Tausenden von Opfern die Rede.

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