Darum gehts
- Russlands Zerstörer Severomorsk liegt seit dem Wochenende in der Ostsee
- Das Kriegsschiff soll offenbar die russische Schattenflotte schützen
- Die Nato entsendet Schiffe, darunter die deutsche Fregatte Sachsen, zur Überwachung
Er positioniert sich in der Ostsee und alarmiert die Nato: Gemäss einem Bericht der «Kieler Nachrichten» hat Russland erneut einen Zerstörer in die Ostsee verlegt. Seit dem Wochenende liegt das Kriegsschiff Severomorsk vor der deutschen Insel Fehmarn. Doch zu welchem Zweck? Offenbar soll der Zerstörer die russische Schattenflotte schützen.
Diese Flotte besteht aus geschätzten 550 bis über 1400 meist alten, oft unzureichend versicherten Tankern, die westliche Sanktionen umgehen, um russisches Öl unter dem Preisdeckel zu exportieren.
Nun hat die Nato reagiert und einen Marineverband in die Region geschickt. Angeführt wird dieser von der deutschen Fregatte Sachsen, die vor ein paar Tagen Munition geladen hat. Frankreich ist ebenfalls präsent und ist mit der Fregatte Auvergne, einem Patrouillenboot sowie einem Aufklärungsschiff vertreten. Die beiden Länder arbeiten eng zusammen, um das Treiben auf der Severomorsk zu beobachten.
Will Russland Schattenflotte schützen?
Russland hat seine Präsenz mit Marineeinheiten im Raum zwischen dem Ärmelkanal und der Ostsee in jüngster Zeit spürbar verstärkt. Experten interpretieren dies als Antwort auf das Vorgehen westlicher Länder gegen die russische Schattenflotte. In der Ostsee wurden wiederholt Tank- und Frachtschiffe überprüft oder festgesetzt, denen Verbindungen nach Russland nachgesagt werden.
Bereits im Dezember vergangenen Jahres tauchte die Severomorsk vor Fehmarn auf. Damals stellte die deutsche Marine ein neues Verhalten des Zerstörers fest. Nach Verlassen der dänischen Gewässer soll die Severomorsk mit hoher Geschwindigkeit durch eine Baustelle beim Hafen Puttgarden auf Fehmarn gefahren sein. Laut Experten war das auch ein Zeichen, in der Ostsee Oberwasser bekommen zu wollen.
Die Severomorsk ist ein russischer Zerstörer der Udaloy-Klasse, der seit 1987 im Dienst steht. Das 163 Meter lange Schiff mit einer Verdrängung von rund 7400 Tonnen ist auf U-Boot-Abwehr spezialisiert und verfügt über Torpedos sowie Anti-U-Boot-Raketen.