Enterungen in Schweden, Geisterschiff im Mittelmeer
Russische «Schattentanker» treiben in Europa ihr Unwesen

Die schwedische Küstenwache hat am Donnerstag einen Tanker geentert, der möglicherweise zur russischen Schattenflotte gehört. Der russische Kapitän wurde festgenommen. Derweil sorgt im Mittelmeer ein Geistertanker für Kopfzerbrechen.
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Die Schiffe Caffa und Sea Owl I vor der Küste Trelleborg im Süden von Schweden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schwedens Küstenwache durchsucht russischen Tanker Sea Owl I, Kapitän verhaftet
  • Vorwürfe: Urkundenfälschung, Seerechtsverstösse; Ermittlungen eingeleitet nach Besatzungsbefragung
  • Im Mittelmeer treibt die Arctic Metagaz mit 900 Tonnen Diesel unkontrolliert
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Janine EnderliRedaktorin News

Es ist bereits das zweite Mal innert weniger Tage: Die schwedische Küstenwache hat am Donnerstag vor Trelleborg ein Schiff geentert und durchsucht, das möglicherweise der russischen Schattenflotte angehört. Am Freitag kam es nun zu einer Verhaftung. 

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat den russischen Kapitän festgenommen, teilte die Behörde mit. Bei dem Tanker handelt es sich um die Sea Owl I, der unter der Flagge der Komoren fuhr. Der Vorwurf: mögliche Urkundenfälschung, schwere Straftaten und Seerechtsverstösse. Es wurde ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. 

«Wir werden Ordnung aufrechterhalten»

«Die Durchsuchung des Schiffs wurde heute fortgesetzt und Besatzungsmitglieder wurden vernommen. Aufgrund der Ergebnisse dieser ersten Ermittlungen habe ich beschlossen, den Kapitän festzunehmen», kommunizierte der zuständige Staatsanwalt. 

Auch die Küstenwache gab sich resolut: «Die Schifffahrt sollte wissen, dass wir die Ordnung auf See aufrechterhalten und Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit derjenigen zu erhöhen, die auf unseren Meeren operieren», erklärte der Einsatzleiter der Küstenwache. 

Rätsel um Tanker im Mittelmeer

Gleichzeitig treibt auch im Mittelmeer ein russischer Öltanker sein Unwesen. Wie «Corriere della Sera» berichtet, treibt der der Arctic Metagaz ohne Besatzung auf dem Meer zwischen Malta und Lampedusa und droht zu einem erheblichen Risiko für die Umwelt zu werden. 

Offenbar transportierte der Tanker 900 Tonnen Diesel sowie zwei Tanks mit Flüssiggas. Auch dieser Tanker gehört dem Bericht zufolge zur Schattenflotte Russlands. 

Explosion und Brand

Das Schiff hat in den vergangenen Tagen eine bewegte Geschichte hinter sich. Am 4. März soll er in Murmansk, Russland, ausgelaufen sein. Schliesslich wurde er im Mittelmeer von Drohnen angegriffen. Wer dahinter steckt, ist unklar, doch laut «Corriere della Sera» wurde das Schiff dabei schwer beschädigt, die Besatzung musste mit militärischer Hilfe evakuiert werden. Es kam angeblich zu einem Brand und einer Explosion. 

Seitdem driftet das Schiff unkontrolliert auf dem Meer. Italien berät aktuell über Massnahmen. Die Lage sei unter Kontrolle. 

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