Darum gehts
- Artemis-II-Crew nach Wasserung in erster Nacht auf Bergungsschiff
- Strahlenbelastung und körperliche Anpassungen der Crew im Fokus der Untersuchungen
- Ergebnisse bestimmen Basis für Artemis III – erste Mondlandung seit 1972
Die Crew von Artemis II ist zurück, doch für Reid Wiseman (50), Victor Glover (49), Christina Koch (47) und Jeremy Hansen (50) ist die Mission noch längst nicht vorbei. Direkt nach der Wasserung startet ein strikt geplanter Ablauf mit zahlreichen medizinischen Untersuchungen. Gemäss der Nasa bleibt die Crew sogar die erste Nacht noch auf dem Bergungsschiff.
In diesen ersten Stunden geht es für die Nasa um zentrale Fragen. Wie stark wurde der menschliche Körper belastet und wie gut hat die Technik den Flug bis zum Mond und zurück überstanden? All dies soll nun geklärt werden.
Diese Körperwerte stehen jetzt im Fokus
Kaum zurück, rückt der Körper der Astronauten ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Besonders im Fokus steht die Strahlenbelastung. Anders als bei Einsätzen auf der ISS war die Artemis-II-Crew im tiefen All unterwegs.
Untersucht werden Blutwerte, Zellproben und mögliche Veränderungen im Gewebe. Jede Auffälligkeit könnte zeigen, wie stark die Reise den Körper tatsächlich beansprucht hat. Auch Gleichgewichts- und Muskeltests sind entscheidend. Selbst nach rund zehn Tagen reagiert der Körper deutlich auf die Schwerelosigkeit. Der Blutkreislauf verändert sich, die Beinmuskulatur baut ab und der Orientierungssinn muss sich erst wieder an die Erdanziehung gewöhnen. Erste Resultate dürften schon bald vorliegen.
Familien müssen weiter warten
So gross die Freude über die Rückkehr ist, auf das Wiedersehen mit ihren Familien müssen die Astronautin und Astronauten noch warten. Erst nach den ersten Untersuchungen geht es per Flugzeug zurück ins Johnson Space Center nach Houston. Dort kommt es dann zum emotionalen Moment, wenn sich Crew und Angehörige nach der legendären Reise endlich wieder in die Arme schliessen können.
Die Kapsel im Check – jeder Zentimeter zählt
Während die Crew vom medizinischen Fachpersonal untersucht wird, richtet sich der Blick der Ingenieure auf die Orion-Kapsel. Besonders der Hitzeschild steht im Zentrum. Schon nach Artemis I hatte er für Sorgen gesorgt, weil mehr Material verloren ging als erwartet. Deshalb wurde der Wiedereintritt für Artemis II angepasst und steiler geflogen.
Jetzt beginnt die Detailarbeit. Die Kapsel wird Schritt für Schritt analysiert. Die Fachleute prüfen die Aussenhülle, Sensoren und Strukturteile und gleichen Tausende Telemetrie-Daten mit dem tatsächlichen Zustand ab.
Im Fokus stehen dabei klare Fragen. Wie stark war die Hitze beim Wiedereintritt? Wo ist Material verloren gegangen? Und haben Fallschirme, Dämpfungssysteme und Bordelektronik wie geplant funktioniert?
Diese Daten entscheiden über die nächste Mission
Die Ergebnisse sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Artemis-Programms. Die Nasa prüft in den kommenden Tagen, wie stark Crew und Kapsel belastet wurden und ob alle Systeme dem Flug standhielten. Diese Daten sollen nämlich die Grundlage für Artemis III, die erste bemannte Mondlandung seit 1972 liefern.