So hektisch lief die Swiss-Evakuierung ab
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Video aus dem Inneren:So hektisch lief die Swiss-Evakuierung ab

Nach Evakuierung von Swiss-Flug
Drei Passagiere aus Spital in Delhi entlassen

Der Start einer Swiss-Maschine am Sonntagmorgen in Neu-Delhi musste abgebrochen werden. Mehrere Personen wurden verletzt. Nun gibt die Swiss in einer Mitteilung neue Informationen heraus.
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Diese Swiss-Maschine wurde evakuiert.
Foto: Leserreporter

Am Sonntag um kurz nach 1 Uhr morgens indischer Ortszeit trat beim Start des Swiss-Fluges LX147 im indischen Delhi an einem Triebwerk ein Problem auf. Die Crew brach daraufhin den Start ab und entschied sich nach einer Situationsanalyse vorsorglich dazu, das Flugzeug zu evakuieren. Betroffen ist ein Airbus A330 mit der Immatrikulation HB-JHK. An Bord befanden sich 228 Passagierinnen und Passagiere sowie vier Kleinkinder und 13 Crewmitglieder. 

«Wir bedauern die entstandenen Umstände sehr», teilt die Airline am Montag mit. «Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Lufthansa Group haben wir die Fluggäste vor Ort betreut und mit Hochdruck nach alternativen Verbindungen für sie gesucht. Für alle Gäste konnten wir eine individuelle Lösung für die Weiterreise finden und wir stehen weiterhin im Austausch mit ihnen.»

Swiss-Manager äussert sich

Oliver Buchhofer, Chief Operations Officer von Swiss, sagt: «Eine Evakuierung ist immer eine aussergewöhnliche Situation, für unsere Passagiere genauso wie für unsere Crews. Entscheidend ist: Im Zweifel handeln wir konsequent im Sinne der Sicherheit.» Die Swiss-Crews seien dafür geschult.

Zu so einer Evakuierungssituation gehört laut Buchhofer auch, dass die Cabin Crew «sehr klare, laute Kommandos» gibt. «Das kann ungewohnt wirken, weil man sie sonst ganz anders erlebt: ruhig und gastfreundlich. In einer Evakuierung ist genau dieser Ton aber entscheidend, damit alle schnell und sicher reagieren», betont Buchhofer.

«Standardisierte Abläufe an Bord»

Zum Thema Handgepäck erläutert der Swiss-Manager: «Für eine schnelle und sichere Evakuierung ist es zentral, dass persönliche Gegenstände zurückgelassen werden. Wir prüfen nun, wie wir hier weiter aufklären können.»

Er ergänzt weiter zu der Ausnahmesituation: «Uns ist bewusst, dass Bilder von solchen Situationen Emotionen auslösen, gerade auch bei Menschen, die nicht direkt betroffen sind. Umso wichtiger ist es, einzuordnen, was man sieht: standardisierte Abläufe, antrainierte Reaktionen und ein klarer Fokus auf die Sicherheit aller an Bord.»

Drei der vier verletzten Passagiere konnten das Spital mittlerweile verlassen, ein Fluggast befindet sich weiterhin in ärztlicher Behandlung. Die in Zürich stationierten Besatzungsmitglieder sind am Montagmorgen in Zürich eingetroffen. Die drei in Delhi stationierten Cabin Crew Member sind wohlauf und in Delhi geblieben. Alle werden weiterhin nach Bedarf von Vorgesetzten und Spezialisten betreut.

Swiss entschuldigt sich

«Derzeit warten wir auf die Freigabe des Flugzeugs durch die indischen Behörden», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Anschliessend werde ein Technikerteam von Swiss das Triebwerk eingehend untersuchen und beurteilen, ob ein Triebwerkwechsel erforderlich ist. Wann der Airbus A330 wieder nach Zürich zurückkehren kann, sei derzeit noch offen. Den Flugbetrieb tangiert das Ganze nicht, Flüge wurden keine gestrichen.

Passagiere filmen Evakuation aus Swiss-Airbus in Neu-Delhi
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Probleme mit Triebwerk:Videos zeigen Evakuierung der Passagiere

«Uns ist bewusst, dass ein solcher Vorfall Unannehmlichkeiten verursacht, Reisepläne durcheinanderbringt und auch verunsichern kann», schreibt die Swiss weiter. «Unsere Teams tun alles, um für unsere Passagierinnen und Passagiere da zu sein und sie bestmöglich zu unterstützen. Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Gäste und unserer Crew steht für uns immer an erster Stelle.» 

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