Darum gehts
- Swiss-Airbus A330 am 26. April in Neu-Delhi evakuiert wegen Triebwerkproblemen
- Vier Verletzte bei chaotischer Evakuierung mit Notrutschen nach Startabbruch
- 228 Passagiere, 4 Kleinkinder an Bord; 193 km/h beim Abbruch erreicht
Ein Knall, eine Vollbremsung, Panik: In der Nacht auf Sonntag musste ein Swiss-Airbus A330 auf dem Flughafen Indira Gandhi International in Neu-Delhi nach einem Triebwerkproblem evakuiert werden. An Bord waren 228 Passagiere und vier Kleinkinder – vier Personen erlitten während der Evakuierung Verletzungen. Was genau ist in diesen Minuten passiert, und wie hektisch lief die Evakuierung? Blick rekonstruiert die Ereignisse Schritt für Schritt.
Sonntag, 1 Uhr (Ortszeit)
Der Airbus A330 mit dem Ziel Zürich rollt vom Gate auf die Startbahn des Indira Gandhi International Airport. Um 1.08 Uhr setzt die Maschine zum Start an. Kurz darauf zeigen Daten des Portals Flightradar24: Die Maschine steht still. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 193 km/h bricht die Besatzung den Start ab. Beim Hochfahren der Triebwerke ist es offenbar zu einem Brand gekommen.
Stillstand
Passagiere berichten von einer Vollbremsung. «Danach standen wir still», erklärt Passagier Tsering Margey (59) gegenüber Blick. Leichter Rauch ist zu sehen. Zehn Minuten herrscht Ruhe – nach einer Situationsanalyse entscheidet die Crew, die Maschine zu evakuieren.
Evakuierung per Notrutschen
Passagiere versuchen, sich einen Weg aus der Maschine zu bahnen. Die Stimmung ist chaotisch. Die Crew weist die Passagiere an, zu evakuieren. «Springen und rutschen», ertönt es aus der Maschine.
Die Crew fährt die Notrutschen aus. Dabei kommt es offenbar zu Verletzungen wie Beinbrüchen und Schürfwunden. Eine Treppe wird laut einem Passagier für Personen organisiert, die die Rutschen nicht benutzen können.
Rettungskräfte auf dem Boden nehmen die Passagiere in Empfang. Ständig rollen neue Rettungsfahrzeuge heran.
Gemäss der US-Luftfahrtbehörde FAA muss ein Flugzeug im Notfall innerhalb von 90 Sekunden vollständig geräumt sein. Daran orientiert sich auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). FAA-Studien zu Rutschen-Evakuierungen zeigen jedoch: Panik und Gedränge erhöhen das Risiko für Verletzungen.
Sonntag, 4.30 Uhr (Ortszeit)
Die Swiss bestätigt auf Anfrage «einen Vorfall». Später gibt die Airline bekannt, dass sich sechs Passagiere in medizinischer Untersuchung befinden, ohne genauere Details zu nennen. Die anderen Passagiere werden in Hotels untergebracht.
Derweil verbreiten sich in den sozialen Medien viele Clips, die die hektische Evakuierung zeigen.
Sonntag, 10 Uhr (Schweizer Zeit)
Die Swiss informiert erneut zur Evakuierung. Insgesamt befinden sich vier Passagiere im Spital. Ein Crewmitglied hat sich eine Fussverletzung zugezogen. Die Fluggesellschaft schickt nun technische Spezialisten nach Indien, um die Ursache der Triebwerksprobleme zu klären. Eine Taskforce wird eingerichtet.