Darum gehts
- Swiss-Airbus A330-300 in Neu-Delhi nach Triebwerksexplosion evakuiert
- Passagiere berichten von Panik und zwei verletzten Frauen mit Beinbrüchen
- Flugzeug stand zehn Minuten still, Evakuierung auf die Piste
Gestrandeter Swiss-Airbus A330-343 auf dem Indira-Gandhi-Flughafen in Neu-Delhi. Die Maschine hatte schon zum Startschub angesetzt, so ein Passagier zu Blick. Plötzlich gab es einen Knall, die Maschine bremste scharf und kam zum Stillstand. Bei der Evakuierung brach offenbar Panik aus, Augenzeugen zufolge gab es Verletzte.
Swiss-Sprecher Michael Pelzer bestätigte gegenüber Blick zunächst: «Wir haben Kenntnisse von einem Vorfall.» Später gab die Ariline bekannt, dass sich sechs Passagiere in medizinischer Untersuchung befinden. ohne genauere Details zu nennen. Das Problem sei beim Start kurz nach 1 Uhr indische Ortszeit aufgetreten, schrieb die Fluggesellschaft. Die Crew habe den Start abgebrochen und die Maschine vorsorglich evakuiert.
Für einzelne Personen, die nicht über die Rutschen aussteigen konnten, sei eine Treppe organisiert worden. «Passagiere werden aktuell betreut», hiess es weiter. «Eine solche Situation ist für alle Beteiligten belastend. Die örtlichen Teams kümmern sich vor Ort um unsere Gäste.» An Bord hatten sich 228 Passagiere und vier Kleinkinder befunden. Die Crew sei wohlauf. Was zum Vorfall geführt hat, weiss die Airline noch nicht.
Panik an Bord
Flug LX147 mit geplantem Start kurz nach Mitternacht sei «rund zehn Minuten stillgestanden, alles war dunkel», so Passagier Tsering Margey (59) zu Blick. Offenbar sei ein Triebwerk explodiert. Dann ging alles sehr schnell.
«Alle müssen raus», habe es laut Margey plötzlich geheissen. «Panik brach aus, wir wurden auf die Piste evakuiert.» Die Notrutschen wurden ausgelassen. Bei der Evakuierung hätten zwei ältere Frauen Verletzungen erlitten – Beinbrüche, so Margey, der von einer «alten» Swiss-Maschine spricht. Der als HB-JHK immatrikulierte Airbus war am 1. Januar 2011 ab Werk ausgeliefert worden.
Auf X schrieb ein Passagier: «Ich sah Sekunden vor dem Start Funken aus dem Fenster schlagen, woraufhin der Pilot den Start abbrach. Wir warteten mindestens zehn Minuten im Flugzeug, während die Feuerwehrleute Wasser versprühten. Dann wurden wir plötzlich aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen.»
Ursachenklärung und Hilfe für Reisende
Flugdaten des Live-Flugverfolgers Flightradar24 zeigen, wie die Maschine vom Gate auf die Startbahn rollt, zum Start ansetzt und dann plötzlich stillsteht. Auf Bildern sind deutlich die ausgelassenen Notrutschen zu erkennen.
Swiss: «Wir wollen detailliert wissen, was zum Vorfall geführt hat. Technische Spezialistinnen und Spezialisten werden nach Delhi reisen, um das Flugzeug zu überprüfen und die nächsten Schritte einzuleiten. Gleichzeitig arbeiten wir mit Hochdruck daran, für alle Passagiere schnelle und passende Lösungen für die Weiterreise zu finden.»
Hilfe liess zunächst auf sich warten: «Es ist chaotisch hier in Delhi», so Passagier Margey fünf Stunden nach der Evakuierung. «Kein einziger Angestellter von Swiss ist da.»