Darum gehts
- Labour-Partei verliert bei Wahlen fast 1000 Sitze in Grossbritannien
- Premier Starmer unter Druck: Rücktrittsforderungen von Labour-Abgeordneten
- Reform UK und Grüne feiern Erfolge, Tories verlieren ebenfalls Hunderte Sitze
Vernichtende Niederlage für die Labour-Partei und Premier Keir Starmer (63) in Grossbritannien. Bei den Regional- und Lokalwahlen verliert die sozialdemokratische Regierungspartei über tausend Sitze in verschiedenen Gremien. Strahlender Sieger ist Nigel Farage (62) mit Reform UK. Die europaskeptische Partei holt mehr als 1200 neue Mandate.
Für Starmer könnte die Abstrafung durch die Wähler direkte Folgen haben. Mehrere Labour-Abgeordnete fordern den Parteichef und Premierminister zum Rücktritt innerhalb eines Jahres auf, berichtet der britische «Guardian». Starmer könne die Partei nicht in die Kommunalwahlen im nächsten Jahr führen, warnt ein Parlamentarier gegenüber der Zeitung.
Zweiparteiensystem am Ende
Doch Starmer sieht keinen Grund zum Rückzug. Sein Ausstieg würde die «die Partei ins Chaos stürzen», sagt der Premier, trotz des Desasters. So verliert Labour unter anderem die Mehrheit in Wales. Nach über hundert Jahren Dominanz im Regionalparlament fällt die Partei hinter Plaid Cymru (walisisch-national) und Reform UK zurück. Zu den Siegern des Tages gehören auf nationaler Ebene auch die Grünen, die ihre ersten beiden direkt gewählten Bürgermeister stellen können und rund 300 Mandate gewinnen.
Die Tories, die historisch zweite grosse Regierungspartei, verlor hingegen ebenfalls Hunderte Sitze. Das britische Zweiparteiensystem von Labour und Tories scheint damit am Ende. Farage sprach nach dem Sieg von Reform UK von einem «historischen Wandel in der britischen Politik».