Darum gehts
- Peter Mandelson soll 2008 sensible Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben haben
- E-Mails zeigen Details über Rettungsschirm von 500 Milliarden Euro
- Mandelson verlor 2025 seinen Botschafterposten wegen Epstein-Verbindungen
Der Epstein-Skandal zieht in Grossbritannien weite Kreise. E-Mail-Verläufe aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten legen nahe, dass der frühere britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson (72) während der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben könnte.
Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich ebenfalls zu dem Skandal um den Politiker geäussert. Er soll seinem Kabinett laut der BBC gesagt haben, Mandelson habe «sein Land im Stich gelassen».
Starmer schockiert
«Er sagte, die mutmassliche Weitergabe von E-Mails mit hochsensiblen Regierungsangelegenheiten sei skandalös und fügte hinzu, dass er nicht davon überzeugt sei, dass alle Informationen bereits bekannt seien», erklärte Starmers Pressesprecher.
Die E-Mails fallen in die Zeit Mandelsons als Wirtschaftsminister unter Premierminister Gordon Brown 2008 bis 2010. Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Zudem legen die Nachrichten nahe, dass er versuchte, die Einführung einer Steuer auf Boni für Banker zu verhindern.
Mandelson erinnert sich nicht
Mandelson, der wegen seiner engen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter und US-Geschäftsmann im vergangenen Jahr seinen Posten als britischer Botschafter in den USA verlor, gerät damit deutlich in Bedrängnis. Kürzlich legte er bereits seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei nieder. Zudem gibt es Forderungen, dass er seinen Sitz im britischen Parlament verlieren soll.
An Zahlungen Epsteins an sich und seinen Ehemann, die ebenfalls aus den Akten hervorzugehen scheinen, erinnert Mandelson sich nach eigenen Angaben nicht. Zu den jüngsten Vorwürfen äusserte er sich zunächst nicht.