Darum gehts
- Zwei Flughafen-Mitarbeiter stahlen 2300 Meter Kupferkabel in Palma de Mallorca
- Verkaufserlös von 22'000 Franken führte zu ihrer Festnahme am Donnerstag
- Gesamtschaden: 70'000 Franken durch Diebstahl des rötlichen Schwermetalls
Bei grossen Umbauarbeiten wird im Normalfall viel der alten Infrastruktur freigelegt und ordnungsgemäss entsorgt. So war das eigentlich auch am Terminal D am Flughafen von Palma de Mallorca vorgesehen – allerdings hatte der Flughafenbetreiber die Rechnung ohne seine zwei dreistesten Mitarbeiter gemacht.
Wiederholt sollen sich die beiden Männer im Alter von 46 und 48 dazu entschlossen haben, Kupferkabel von alten Beleuchtungs-, Klima- und Erdungslokalen aus dem abgesperrten Bereich mitzunehmen. Wie die «Mallorca Zeitung» berichtet, sind dabei mehr als 2300 Meter an Kupferkabel im Wert von fast 70'000 Franken zusammengekommen.
Sie wickelten alles lokal ab
Nachdem der Kupfer-Klau im Mai erstmals aufgefallen war, starteten die örtlichen Behörden ihre Ermittlungen. Die Überprüfung der Zugangsberechtigungen sowie die der Kupferverkäufe an auf der Insel ansässige Recyclinghöfe führten die Behörden direkt zu den beiden Mitarbeitern. Bevor es am Donnerstag zu ihrer Festnahme kam, sollen die Diebe bereits mehr als 22'000 Franken aus Kupferverkäufen an Recyclingstellen eingenommen haben.
Das Geschäft mit dem rötlichen Schwermetall floriert nicht nur in Spanien. Auf der ganzen Welt reissen sich Abnehmer um das wertvolle Material. Kupfer zeichnet sich durch seine Leitfähigkeit von Strom aus und ist daher überall dort, wo erneuerbare Energie ein Thema ist, nicht mehr wegzudenken. Auch kann es beliebig oft eingeschmolzen werden, ohne dass es zu einem erheblichen Qualitätsverlust kommt.
Bei Kupferdiebstählen kommt einiges an Gewicht zusammen
Dementsprechend werden auch Schweizer Baustellen und Gewerbeareale immer wieder zum Ziel von Gaunern. Wer jetzt denkt, die Diebe hätten nur Kupferkabel und Drähte im Visier, täuscht sich. Zuletzt sorgte ein Diebstahl in Staffelbach AG für Aufsehen. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtete, wurde Ende Mai ein 800 Kilogramm schweres Kupferdach eines Grundwasserpumpwerks entwendet. Der Schaden wurde auf bis zu 90'000 Franken geschätzt, die Täter wurden bisher nicht gefasst.
Auch im Herbst 2025 konnte es die damals 52-jährige Möbelhausbesitzerin Luisiana Steffen kaum glauben, als ihr zwei Tonnen schwerer Kupferkessel über Nacht verschwand. Der Kessel stand vor dem Möbelhaus Laubscher in Studen BE und wurde mit einem Kran abtransportiert. Immerhin: Dieser Kupfer-Klau stellte sich als Missverständnis heraus. Ein Interessent war so sehr von dem gigantischen Blumentopf begeistert, dass er ihn ohne das Wissen der Inhaberin im Voraus abgeholt hatte.