Polizei führt Täter nach Messer-Angriff ab
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Leser-Video zeigt:Polizei führt Täter nach Messer-Angriff ab

Letzter Ferienabend auf Sardinien endet im Blutbad
Grenchner Eduardo N. entwaffnet Messer-Angreifer – und landet im Spital

Am Freitagabend stürmt ein mit einem Messer bewaffneter Algerier in ein Restaurant auf Sardinien und bedroht die Besitzerin. Ein Paar aus der Schweiz erlebt den Vorfall mit. Der in Grenchen SO lebende Brasilianer Eduardo N. beweist Mut.
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Hier hält Halimi S. der Restaurantbesitzerin das Messer an die Kehle.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gefährliche Situation: Aggressiver Algerier mit Messer in Restaurant auf Sardinien
  • Paar aus der Schweiz erlebt alles mit
  • Täter Halimi S. (29) festgenommen und in Zelle verfrachtet

Es ist 21.30 Uhr, als Halimi S.* (29) am späten Freitagabend das Restaurant «Ichi Asia Food» am Corso Umberto in Olbia auf Sardinien betritt. Wie «La Nuova Sardegna» berichtet, hat der unter Drogeneinfluss stehende Algerier ein Messer dabei. Er geht auf die Kasse zu. Anschliessend hält er die Stichwaffe der Besitzerin des Restaurants an den Hals und bringt sie zu Boden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befindet sich ein Paar aus Grenchen SO in dem Restaurant.

Ladina S.** und Eduardo N.** wollten nur ihren letzten Abend auf der Insel geniessen. Gegenüber Blick schildern sie die schockierende Szene. 

«Leute haben geschrien, es brach Panik aus»

«Wir dachten, wir machen uns im Sushi-Restaurant einen schönen letzten Abend», erzählt Ladina S. «Wir waren gerade am Essen, als ich eine Frau und einen Mann schreien hörte.»

Sie und ihr Freund haben nicht gesehen, was passiert war. Die beiden standen auf, um hinter die Theke zu sehen. Da sahen sie Halimi S., der die Restaurant-Besitzerin attackierte. «Er lag auf dem Boden und hielt ihr ein Messer an den Hals», so Eduardo N. «Er hielt sie fest, und sie schrie, jemand solle die Polizei rufen.» Gemeinsam mit zwei weiteren Restaurantbesuchern und zwei Mitarbeitenden griff der Brasilianer ein.

Messer-Mann will zustechen

«Wir näherten uns ganz ruhig. Einer kam von der Seite und lenkte ihn ein wenig ab. Als er aufblickte, hielten wir seine Hände fest. Einer hielt eine Hand fest, einer die andere. Und ich zog die Frau weg.»

Dann versuchten sie, ihm das Messer wegzunehmen. Es kam zu einem Handgemenge. «Genau in diesem Moment stach er mir mit dem Messer ins Bein.» Auch die anderen Helfer wurden verletzt. Schlussendlich gelang es ihnen aber, Halimi S. zu entwaffnen. «Wir nahmen ihm das Messer weg und kurz darauf traf die Polizei ein, um ihn festzunehmen. Der Mann war extrem aggressiv.»

N. bemerkte seine Verletzung zunächst nicht. «In dem Moment habe ich es nicht gespürt, es wurde mir erst später bewusst.» Die Frau kam ohne Verletzungen davon – doch der Schock dürfte riesig gewesen sein.

Keine Hilfe von Einsatzkräften

Ladina S. war nach dem Vorfall völlig überfordert. «Überall war Blut. Auf dem Boden waren Blutlachen und durch den Kampf lagen Scherben herum. Es war ein völlig chaotisches Bild.» Die Angestellten des Restaurants hätten bei der Erstversorgung geholfen und versucht, die Blutungen zu stoppen.

Sie selbst habe hyperventiliert und sei völlig aufgelöst gewesen. Die Einsatzkräfte vor Ort hätten sich aber kaum um sie gekümmert. «Mein Freund wurde versorgt und musste noch vor Ort aussagen. Da er Italienisch spricht, konnte er sich verständigen. Danach wurde er mit der Ambulanz ins Spital gebracht.»

Ladina S. durfte nicht mit. Sie fühlte sich alleingelassen. Passanten und Mitarbeitende des Restaurants kümmerten sich um die Solothurnerin und brachten ihr Wasser. «Nach einiger Zeit wurde ich von der Polizei weggeschickt, weil der Tatort gereinigt und aufgeräumt werden sollte.»

«Niemand hat sich im Spital um uns gekümmert»

Als sie wieder im Apartment ankam, nahm sie sofort Kontakt zu ihrem Freund auf. Dieser befand sich noch im Spital. Dort habe sich jedoch niemand um ihn gekümmert. «Im Spital wurde ich nicht richtig behandelt. Die Wunde war tief, sie hätte genäht werden müssen. Auch keiner der drei anderen wurde richtig behandelt. Niemand hat sich um uns gekümmert, wir sassen da und warteten und niemand kam», erzählt der Brasilianer.

Anstelle eines Arztes sei zunächst die Polizei erneut vorbeigekommen. N. wurde wieder befragt. Da sein Flug am Morgen ging, entliess er sich selbst aus dem Spital. «Ich war bis um fünf Uhr morgens da – genäht wurde meine Wunde nie.»

Seit Samstag sind die beiden wieder in der Schweiz. Sofort haben sie eine Notfall-Station aufgesucht. Die Ärzte seien schockiert gewesen, so N. Am Montag muss er wieder ins Spital. Dann wird geklärt, ob er operiert werden muss.

«Es war eine Nacht des Schreckens»

«Ich fühle mich nicht wie ein Held. Ich habe getan, was ich tun musste. Ein Leben war in den Händen eines Aggressors und ich wollte es retten. Es war eine Nacht des Schreckens, aber ich lebe», so der Brasilianer. «Wenn jemand Hilfe braucht, würde ich es auch wieder tun.»

Seine Freundin verarbeitet das Erlebte noch immer. «Ich kann immer noch nicht richtig fassen, dass so etwas tatsächlich passiert ist», sagt Ladina S. «So etwas kennt man eigentlich nur aus Filmen. So etwas wünscht man niemandem.»

Restaurant-Besitzerin meldet sich auf Instagram

Nach seiner Rückkehr erhielt das Paar eine bewegende Nachricht. Die Restaurant-Besitzerin wollte ihre Retter am Samstagmorgen im Spital besuchen. N. war aber bereits abgereist. Daraufhin machte sie ihn auf Instagram ausfindig.

«Ich möchte dir von ganzem Herzen dafür danken, dass du eingegriffen und mir das Leben gerettet hast», schrieb sie. «Wenn du wieder einmal nach Olbia kommst, bitte ich dich, mir Bescheid zu geben! Wenn du kommst, wirst du nie wieder ein Gast sein, sondern Familie.»

Halimi S. war polizeibekannt

Halimi S. wurde nach der Attacke von den Einsatzkräften überwältigt und festgenommen. Ein Video des Paares zeigt, wie er blutbefleckt und von Polizisten umringt abgeführt wird.

Nach einem kurzen Spitalaufenthalt ging es für ihn ins Gefängnis, wo er auf die Gerichtsverhandlung wartet. Ihm werden unter anderem schwere Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schwere Bedrohung vorgeworfen. Den Strafverfolgungsbehörden ist er bereits wegen Drogen- und Eigentumsdelikten bekannt.

* Name bekannt
** Namen geändert 

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