Darum gehts
- Extremes Unwetter an der Adriaküste: Hagelsturm trifft Campingplatz in Rovinj
- Tischtennisballgrosser Hagel verletzt zwei Menschen, die ins Spital mussten
- Bis zu 120 km/h Orkanböen und 100'000 Blitze gemeldet
Die Adriaküste wird derzeit von extremen Unwettern heimgesucht. Besonders hart traf es am Dienstagmorgen den Campingplatz Amarin im kroatischen Rovinj. Ein heftiger Hagelsturm beschädigte Zelte und Autos. Zwei Menschen wurden laut oe24 von tischtennisballgrossen Hagelkörnern am Kopf getroffen und landeten im Spital. Glück im Unglück: Nach der Wundversorgung durften sie wieder gehen. Auch ein Schweizer Paar erlebte den Horror mit – gegenüber Blick erzählten sie von dem unerwünschten Ferien-Erlebnis.
Doch das Schlimmste steht in vielen Regionen noch bevor. Für die Küstengebiete Kroatiens und Teile Italiens gilt die zweithöchste Warnstufe. Orkanböen mit bis zu 120 km/h, Starkregen und noch mehr Hagel drohen.
Leser melden sich aus Italien
Blick-Leser Noe Maibach, der momentan in der Nähe der ostitalienischen Küstenstadt Giulianova in den Ferien ist, hat einen Hagelsturm live miterlebt. «Es war wirklich heftig», erzählt er. «Die Stimmung ist ziemlich angespannt. Überall telefonieren die Leute mit ihren Versicherungen, weil so viele Autos durch den Hagel beschädigt wurden.»
Auch Noé Facchinetti ist in Giulianova in den Ferien. «Wir waren gerade ins Hotel zurückgekehrt, als wir aus der Ferne ein lautes Geräusch hörten, und wenige Minuten später war es schon über uns: Um 19:15 Uhr fielen tennisballgrosse Hagelkörner auf die Autos», erzählt er.
«Ich wollte mein Auto kurz vor dem Eintreffen noch umparken, wurde aber durch den Hagel daran gehindert – so ein Eisbrocken kann tödlich sein!» Wie Aufnahmen zeigen, wurden einige Windschutzscheiben komplett zerschlagen. Sein Auto stand glücklicherweise etwas geschützt. «An meinem Auto sind viele Spuren zu sehen, aber es stand etwas geschützter; bei den Autos drumherum sind die Windschutzscheiben komplett durchschlagen.»
Trotzdem: Vor der Rückkehr in die Schweiz muss eine neue Windschutzscheibe her. «Sonntag geht’s zurück in die Schweiz – wir brauchen auf jeden Fall eine neue Windschutzscheibe, der Rest kann warten», so Facchinetti. Was ihm aber Sorgen macht: «Angesichts der vielen betroffenen Fahrzeuge wird es schwierig werden, einen Termin zu bekommen.»
Auf dem Meer herrscht Todesgefahr
Experten warnen eindringlich vor Bootstrips. Der kroatische Wetterdienst DHMZ schlägt Alarm: «Es werden stürmisches Wetter und Windböen auf See mit Orkanstärken von bis zu 120 km/h erwartet. Gerade im Sommer, wo sich viele Menschen auf See befinden – darunter auch unerfahrene Touristen – sind solche Situationen äusserst gefährlich.» In den vergangenen Tagen strandeten bereits mehrere Segelboote.
Für die beliebte Ferienregion Split gilt am Dienstag zwischen 16.00 und 24.00 Uhr die höchste Warnstufe. Auch Italien rechnet zwischen 14.00 und 23.00 Uhr mit extremen Unwettern.
100'000 Blitze am Himmel
Wie sich die Gewitter genau entwickeln, ist unklar. Laut DHMZ ist der Verlauf dynamisch und schwer vorherzusagen. Die Wetter-App Neverin meldete bereits Unglaubliches: «Zu einem Moment haben wir sogar 100'000 Blitze über unserem Gebiet gezählt!»
Laut dem Portal oe24 sind sogar langanhaltende Superzellen und Tornados möglich. Meteorologen raten dringend: Verfolgen Sie aktuelle Wettervorhersagen, sichern Sie Gegenstände auf Balkonen und bleiben Sie bei Gewitter zwingend drinnen.