Darum gehts
- FBI ermittelte 2006 gegen Epstein wegen Vorwürfen zu sexuellen Massagen durch Minderjährige
- Epstein-Mitarbeiter entsorgte benutzte Kondome
- Über 50 Opfer meldeten sich, Ermittlungsergebnisse umfassten 53 Seiten
Aus den am Freitag veröffentlichten Epstein-Akten geht hervor, dass das FBI im Juli 2006 Ermittlungen gegen den Investmentbanker aufnahm. Die Beamten rechneten mit einer Anklage im Mai 2007. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) am Samstag. Ein Staatsanwalt hatte zu diesem Zeitpunkt einen Anklageentwurf verfasst, nachdem mehrere minderjährige Mädchen gegenüber Polizei und FBI ausgesagt hatten, sie seien für sexualisierte Massagen an Epstein bezahlt worden.
Der Entwurf soll erkennen lassen, dass die Staatsanwaltschaft nicht nur eine Anklage gegen Epstein, sondern auch gegen drei Personen vorbereitete, die als persönliche Assistenten für ihn arbeiteten.
Mitarbeiter erzählt Widerliches
Laut am Freitag veröffentlichten Vernehmungsnotizen sagte ein Angestellter von Epsteins Anwesen in Florida dem FBI im Jahr 2007, dass Epstein ihn einmal beauftragt habe, Blumen zu kaufen und sie einer Schülerin der Royal Palm Beach High School zu überbringen, um ihren Auftritt in einem Schultheaterstück zu würdigen.
Der Mitarbeiter, dessen Name geschwärzt wurde, sagte, zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem das Fächern von 100-Dollar-Scheinen auf einem Tisch in der Nähe von Epsteins Bett, das Platzieren einer Pistole zwischen den Matratzen in seinem Schlafzimmer und das Aufräumen nach Epsteins häufigen Massagen mit jungen Mädchen, einschliesslich der Entsorgung gebrauchter Kondome.
Im Laufe der 13-monatigen Ermittlungen meldeten sich über 50 mutmassliche Opfer bei der Polizei. Bei einer Durchsuchung von Epsteins Villa wurden unzählige Fotos von minderjährigen Mädchen gefunden. Die Akte mit den Ermittlungsergebnissen umfasste 53 Seiten.
Trumps Arbeitsminister musste wegen Epstein-Deal gehen
Letztendlich stimmte der damalige US-Staatsanwalt in Miami, Alexander Acosta (57) einem Deal zu, der Epstein vor einer Anklage vor einem Bundesgericht bewahrte. Stattdessen bekannte sich Epstein vor einem Gericht in Florida der Anstiftung zur Prostitution einer unter 18-Jährigen schuldig. Das Urteil: 18 Monate Haft.
Er entging so einem Prozess auf Bundesebene und einer möglichen lebenslangen Haft. Während er die mildere Haftstrafe verbüsste, genoss er gute Bedingungen. So hatte er täglich zwölf Stunden Freigang. Bereits nach 13 Monaten kam er wegen guter Führung komplett aus der Haft frei.
Acosta war in Trumps erster Amtszeit dessen Arbeitsminister. Er musste den Posten aber wegen seiner Rolle bei dem Deal aus dem Jahr 2007 räumen.