Darum gehts
Wladimir Putin will Waffenstillstand nur unter bestimmten Bedingungen
US-Präsident Donald Trump drängt auf Einigung zwischen Ukraine und Russland
Putin beruft 160'000 Männer zum Wehrdienst ein
Pilot stirbt bei Bomber-Absturz in Sibirien
Ein russischer Mittelstreckenbomber Tupolew Tu-22M3 ist nach Militärangaben bei einem Übungsflug in Sibirien abgestürzt. Die Besatzung von vier Männern habe sich aus dem Flugzeug herauskatapultiert, ein Pilot sei dabei ums Leben gekommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Wie ein User auf X schreibt, sollen die Trümmer des 300 Millionen Dollar teuren Bombers auf Stromleitungen gefallen sein und in der Gegend einen Stromausfall verursacht haben.
Raketenangriff in Krywyj Rih fordert vier Menschenleben
Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih hat es am Mittwoch vier Tote gegeben. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (47) handelt es sich bei allen Verstorbenen um Zivilisten. Es gab zudem Verletzte.
«Überall auf der Welt werden solche Angriffe mit dem gleichen Namen bezeichnet: Terror. Der einzige Weg, dies zu stoppen, besteht darin, ausreichend Druck auf Moskau und das russische System auszuüben und es zu zwingen, Krieg und Terror aufzugeben. Und das hängt von unseren Partnern ab – von den Vereinigten Staaten, von Europa und von anderen Ländern der Welt», schrieb Selenski nach Bekanntwerden des Angriffs auf der Plattform X. Er warf Russland erneut vor, nicht an einem Ende des Krieges interessiert zu sein.
Russen bombardieren im Grenzgebiet Belgorod eigenen Damm
Die russische Armee hat Moskauer Militärbeobachtern zufolge im Grenzgebiet Belgorod einen eigenen Damm mit einer Fliegerbombe zerstört. Ein in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigte den Einschlag des mutmasslich drei Tonnen wiegenden Sprengsatzes.
Der Einsatz sei bei dem Dorf Popowka nur wenige Hundert Meter von der ukrainischen Grenze entfernt erfolgt. Damit soll die Verlegung von schwerer ukrainischer Panzertechnik verhindert werden.
Seit knapp zwei Wochen toben Kämpfe um den nahe gelegenen Ort Demidowka. Die ukrainische Seite kommentierte den Vorstoss in das Gebiet Belgorod bisher nicht. Das russische Verteidigungsministerium informierte über abgewehrte Angriffe. Ukrainische Militärbeobachter kennzeichnen das Gebiet als umkämpft. In der benachbarten Region Kursk hatten ukrainische Einheiten monatelang ein grösseres Gebiet besetzt, mussten sich aber zuletzt weitgehend zurückziehen.
Neue russische Angriffe auf Ukraine – Umspannwerk getroffen
Russland hat die Ukraine nach einer Nacht ohne Drohnenangriffe wieder aus der Luft attackiert. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski warf Moskau einmal mehr Verstösse gegen die Abmachung vor, gegenseitig keine Energieanlagen mehr anzugreifen. «Nicht einmal eine Teilwaffenruhe will (der russische Präsident Wladimir) Putin sicherstellen», schrieb der Staatschef bei Telegram. Es brauche daher neuen und spürbaren Druck auf Russland, um den Krieg einem Ende näherzubringen.
Selenski zufolge hat in der Region Sumy eine Drohne ein Umspannwerk getroffen. In der Region Dnipropetrowsk sei eine Stromleitung durch einen Artillerieschlag beschädigt worden. Fast 4000 Kunden in beiden Regionen seien dadurch ohne Stromversorgung.
In der Region Saporischschja wurde nach Angaben des Gouverneurs, Iwan Fedorow, ein Mensch getötet. Zwei Personen seien verletzt worden. Einen massiven Angriff mit 15 Drohnen gab es nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow auch auf die östliche Millionenstadt Charkiw. Dabei seien acht Menschen verletzt worden. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr griff Russland mit 74 Drohnen und Drohnenattrappen an. Davon seien 41 abgeschossen worden.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht 93 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet, vor allem über der Grenzregion Kursk, zerstört zu haben.
Selenski fordert von USA Verschärfung der Sanktionen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) hat Russland erneut Verstösse gegen eine vereinbarte Energiewaffenruhe vorgeworfen. Von den USA erwarte er eine «ernsthafte Demonstration von Sanktionsschritten», sagte Selenski bei einer Pressekonferenz mit der deutschen Aussenministerin Annalena Baerbock (44) in Kiew.
«Ich finde, wir sind am Punkt für eine Verschärfung der Sanktionen angelangt, denn ich denke, dass die Russen gegen das verstossen, was sie Amerika versprochen haben», sagte Selenski. Er hoffe, dass US-Präsident Donald Trump (78) genügend Einflussinstrumente habe.
Die Ukraine übermittle nahezu täglich Informationen zu Verstössen Russlands an die USA, sagte Selenski. Dabei habe sich das Land verpflichtet, «nicht mit Raketen auf Energieanlagen» zu schiessen.
Selenski hofft auf Taurus-Lieferung
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) hofft darauf, dass der wohl künftige Kanzler Friedrich Merz (69, CDU) seinem Land zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitreichende deutsche Marschflugkörper vom Typ Taurus zur Verfügung stellt. Auf die Frage, ob er erwarte, dass Merz als Kanzler schnell über die Taurus-Lieferung entscheiden werde, antwortete Selenski bei einem Treffen mit der geschäftsführenden Aussenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) in Kiew: «Wir werden daran arbeiten.» Man führe dazu Gespräche.
Zu Details wolle er sich aber nicht äussern, bevor Merz das Amt übernommen habe, fügte Selenski hinzu. Auf Nachfrage, ob es seine Hoffnung sei, dass Merz sich zu einer Lieferung von Taurus entschliesse, sagte er: «Ja, natürlich.» Es sei sogar «ein klein wenig mehr als Hoffnung».
Bericht: Trump-Regierung erwägt, Sanktionsschrauben bei Putin anzuziehen
Wie die Weisses-Haus-Korrespondentin von Fox News, Jacqui Heinrich (36), auf X schreibt, glaubt US-Präsident Donald Trump (78), Putin wolle Zeit schinden. Die US-Regierung erwäge deshalb «aggressive Sanktionsmassnahmen». Eine mit den Diskussionen vertraute Quelle habe Fox News gesagt, Trump sei von Putin frustriert und glaube, dass Russland «umfassende Waffenstillstandsgespräche verzögere».
Putin beruft 160'000 Männer ein
Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Zuge der Erweiterung des Militärs des Landes 160'000 Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren einberufen. Das ist laut der BBC die höchste Zahl an Wehrpflichtigen in Russland seit 2011.
Die Einberufungswelle erfolgt mehrere Monate, nachdem Putin erklärt hatte, Russland solle die Gesamtstärke seiner Streitkräfte auf fast 2,39 Millionen und die Zahl der aktiven Soldaten auf 1,5 Millionen erhöhen.
Putin hat die Grösse des russischen Militärs dreimal aufgestockt, seit er im Februar 2022 den Truppen den Befehl zur Eroberung der gesamten Ukraine gab. Moskau reagiert auf die enormen Verluste des Krieges. Laut BBC wurden mehr als 100'000 Soldaten in dem Konflikt getötet.
Analyse: Russischer Vormarsch in der Ukraine verlangsamt sich seit Monaten
Der Vormarsch der russischen Streitkräfte in der Ukraine hat sich einer Datenauswertung zufolge den vierten Monat in Folge verlangsamt. Wie eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP von Daten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) aus den USA ergab, eroberte Russland im März 240 Quadratkilometer ukrainischen Boden. Im Vormonat waren es noch 149 Quadratkilometer mehr gewesen. Auf russischem Gebiet drängten die russischen Truppen die ukrainischen Streitkräfte den Angaben zufolge hingegen fast vollständig zurück. Die ukrainischen Truppen hielten im März die russische Region Kursk nur noch auf 80 Quadratkilometern besetzt.
Baerbock: «Putin kann man nicht trauen»
Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) hat bei ihrem Abschiedsbesuch in Kiew dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (72) vorgeworfen, bei den Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg auf Zeit zu spielen. «Er laviert sich aus Verhandlungen heraus, setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg fort und eskaliert mit brutalen Drohnenangriffen auf Häuser», sagte Baerbock am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt. Mahnend äusserte sie sich über das geplante Rohstoffabkommen zwischen der Ukraine und den USA.
«Putin spielt auf Zeit», sagte Baerbock an der Seite des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha (50). «Putin kann man in dieser Situation nicht trauen. Einen echten und nachhaltigen Frieden wird es erst geben, wenn der russische Präsident einsieht, dass er diesen Krieg nicht gewinnen kann, dass seine Zerstörung nicht erfolgreich ist. Und deswegen ist es so wichtig, dass die Ukraine die Friedensverhandlungen aus einer Position der Stärke heraus führen kann.»
Russischen Forderungen nach sofortigen Sanktionsaufhebungen erteilte Baerbock eine Absage. Es dürfe «keine Vorbedingungen für eine Feuerpause» geben, und deswegen auch «keine Aufhebung von Sanktionen ohne Frieden».