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Ukrainischer Militärkanal meldet «massive Erstürmung»
Russische Truppen verkünden neue Eroberungen im Donbass

Russland führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Liveticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
Publiziert: 18.07.2024 um 06:00 Uhr
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Aktualisiert: 10:06 Uhr
13:57 Uhr

Deutsche Aussenministerin Baerbock befürwortet Stationierung von US-Langwaffen in Deutschland

«Wir müssen unsere baltischen Partner schützen»: Mit diesen Worten hat sich die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock für die Stationierung von US-Langwaffen im eigenen Land ausgesprochen. 

Dies solle auch durch «verstärkte Abschreckung und zusätzliche Abstandshalter» geschehen, sagte Baerbock in einem Interview mit den Sonntagszeitungen der Funke Mediengruppe.

Anfang Juli hatten Deutschland und die USA eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es hiess, Washington werde «2026 mit der episodischen Stationierung von Langstreckenfeuerwaffen seiner Multi-Domain Task Force in Deutschland beginnen.»

09:48 Uhr

Russische Truppen melden weiteren Vormarsch im Donbass

Mehrere Dörfer in der Region Donezk im Osten der Ukraine sollen von russischen Truppen eingenommen worden sein.

Die russischen Truppen haben in der ostukrainischen Region Donezk einen weiteren Vormarsch verkündet. Die Stadt Krasnohoriwka nordwestlich der von Moskau annektierten Gebietshauptstadt Donezk sei mit Ausnahme einiger Strassen fast vollständig erobert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Militärangaben. 

Demnach gaben auch ukrainische Soldaten auf und kamen in Gefangenschaft. In der Stadt seien noch viele Zivilisten, von denen einige bereits an andere Stellen im Donbass in Sicherheit gebracht worden seien, hiess es. Überprüfbar waren die russischen Angaben von unabhängiger Seite nicht. 

Zuvor hatten die russischen Truppen bereits taktische Erfolge in anderen Teilen des Gebiets Donezk gemeldet. Russlands Kriegsziel ist es, den etwa für seine Kohlevorkommen bekannten Donbass im Osten des Landes komplett unter seine Kontrolle zu bringen. 

Ukrainischer Militärkanal meldet «massive Erstürmung»

Der regierungsnahe ukrainische Militärkanal Deep State bestätigte auf der Plattform Telegram den Vormarsch der Russen in Krasnohoriwka und anderen Bereichen. Im besonders hart umkämpften Gebiet müssen Kiews Truppen harte Verluste hinnehmen.. So sei etwa das seit drei Monaten umkämpfte Dorf Progress im Kreis Pokrowsk im Gebiet Donezk von russischen Truppen besetzt worden. 

Dem Feind sei es innerhalb von zwei Tagen gelungen, die seit der zweiten Aprilhälfte andauernden Kämpfe für sich zu entscheiden. Demnach hatten die russischen Truppen am 19. Juli eine massive Erstürmung begonnen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich zurückgezogen, hiess es. 

Keine offizielle Bestätigung

Eine offizielle Bestätigung in Kiew für die Gebietsverluste gab es nicht. Die Streitkräfte beider Seiten meldeten am Sonntag jeweils den Abschuss zahlreicher Drohnen des Gegners.

Russland hatte die ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson völkerrechtswidrig zu seinen Staatsgebieten erklärt – hat dort aber nirgends die komplette Kontrolle.

20.07.2024, 01:53 Uhr

Selenski telefoniert mit Trump

Wünschte Donald Trump viel Kraft: Wolodimir Selenski sprach in dem Telefonat auch über den «schockierenden Attentatsversuch».

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Donald Trump per Telefon zur Nominierung als Kandidat der Republikanischen Partei bei der kommenden Präsidentenwahl in den USA gratuliert. Er habe auch den «schockierenden Attentatsversuch in Pennsylvania» auf Trump verurteilt und ihm Kraft gewünscht, schreibt Selenski auf der Plattform X. 

Bei dem Telefonat dürfte es Selenski vor allem darum gegangen sein, Kiew weiterhin Hilfe der USA für den Abwehrkampf gegen die russische Invasion zu sichern – auch nach einem möglichen Wahlsieg Trumps. Er habe beim Gespräch die von beiden Parteien getragene Unterstützung der USA für den Schutz der Ukraine betont, schreibt Selenski.

Trump kritisiert im Wahlkampf die US-Waffenhilfe an die Ukraine immer wieder. Nun äussert er sich ebenfalls bei X lobend über das «sehr gute Telefonat» mit Selenski. Als nächster US-Präsident werde er der Welt Frieden bringen und den Krieg beenden, kündigt er einmal mehr an. Details zu einer möglichen Einigung nennt er nicht.

19.07.2024, 19:47 Uhr

Selenski: Drei Tote bei russischem Angriff auf Kinderspielplatz in der Ukraine

Bei einem russischen Raketenangriff auf einen Kinderspielplatz in der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mindestens drei Menschen getötet worden. Die Rakete habe einen Spielplatz neben einem Wohngebäude getroffen, erklärte der Staatschef am Freitag im Onlinedienst Telegram. Unter den drei Getöteten sei auch ein Kind. Zudem seien fünf Menschen verletzt worden.

Selenski veröffentlichte zudem Fotos, die seinen Angaben zufolge den Ort des Angriffs zeigten und auf denen offenbar mindestens zwei Tote zu sehen waren. «Diese Zerstörung des Lebens muss aufhören», schrieb Selenski und forderte erneut weitere Waffenlieferungen des Westen. «Zur Unterstützung unserer Verteidigung sind neue Lösungen erforderlich.»

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19.07.2024, 14:44 Uhr

US-Journalist Gershkovich in Russland zu 16 Jahren Haft in Strafkolonie verurteilt

Der US-Journalist Evan Gershkovich ist in Russland zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das zuständige Gericht in Jekaterinburg sprach den 32-Jährigen am Freitag der «Spionage» schuldig, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Der Journalist des «Wall Street Journal» muss die Haft laut Urteil in einer Strafkolonie unter «verschärften Bedingungen» ableisten.

Evan Gershkovich sitzt seit März 2023 in Untersuchungshaft.

Die Anklage hatte in dem Prozess 18 Jahre Haft in einer Strafkolonie gefordert. Die Staatsanwälte warfen Gershkovich vor, für den US-Geheimdienst CIA zu arbeiten und geheime Informationen über einen Panzerhersteller im Ural gesammelt zu haben. Der Angeklagte wies – ebenso wie die US-Regierung und sein Arbeitgeber – alle Anschuldigungen zurück.

Gershkovich war der erste westliche Journalist, der seit Ende des Kalten Krieges in Russland wegen Spionagevorwürfen festgenommen wurde. Er sitzt seit März 2023 in Untersuchungshaft im Moskauer Lefortowo-Gefängnis. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme befand sich der Reporter auf einer Recherchereise in der östlich des Uralgebirges gelegenen Stadt Jekaterinburg, wo nun auch sein Prozess stattfand.

18.07.2024, 19:48 Uhr

Scholz weist Bitte um Abschuss russischer Raketen zurück

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski an seine westlichen Verbündeten zurückgewiesen, russische Raketen und Drohnen über ukrainischem Territorium mit eigenen Waffen abzuschiessen. Nach dem Europagipfel in Grossbritannien erteilte der SPD-Politiker am Donnerstag auch erneut der Bitte Selenskis eine Absage, die Beschränkungen für den Einsatz der gelieferten westlichen Waffen gegen russisches Territorium aufzuheben. Zur Frage, ob er sich in diesen Punkten mit den anderen Nato-Staaten einig sei, sagte er auf einer Pressekonferenz: «Ich sehe einen solchen Konsens, dass solche Schritte nicht in Betracht kommen, auch die USA sind da sehr klar.»

Selenski hatte zuvor den Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) genutzt, um seine Forderung nach mehr Unterstützung bei der Abwehr russischer Luftangriffe noch einmal zu verstärken. Was den Abschuss von Drohnen und Raketen angeht, sprach er konkret die USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen an. «Ihr Mut kann entscheidend für den Frieden sein.» Selenski betonte, dass es sich dabei aus seiner Sicht nicht um einen Angriff gegen Russland handeln würde.

Der ukrainische Präsident warb auch für eine weitere Lockerung der Einsatzregeln für westliche Waffen, um damit Militärflugplätze auf russischem Territorium weit hinter der Grenze ins Visier nehmen zu können. «Je weniger Beschränkungen wir für den Waffeneinsatz haben, umso mehr wird Russland einen Frieden anstreben», mahnte er. Die USA, Deutschland und andere Verbündete hatten Ende Mai der Ukraine erlaubt, zum Schutz der Metropole Charkiw auch Stellungen auf russischem Territorium anzugreifen. Weiter will Scholz aber nicht gehen.

18.07.2024, 17:08 Uhr

Amherd hofft auf baldige zweite Ukraine-Friedenskonferenz

Noch in diesem Jahr soll eine Nachfolgekonferenz des Bürgenstock-Gipfeltreffens stattfinden. Diese zweite Konferenz für Frieden in der Ukraine soll aber nicht in der Schweiz durchgeführt werden, wie Bundespräsidentin Viola Amherd am Donnerstag sagte.

Amherd traf am Rande des Treffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) im Blenheim Palace nahe der englischen Stadt Oxford Schweizer Journalistinnen und Journalisten zu einem Medienanlass. Am Treffen der EPG waren die Sicherheit in Europa und somit auch die Bemühungen der Schweiz für Frieden in der Ukraine ein Thema.

Nun brauche es andere Länder, die sich für die Organisation einer weiteren Konferenz positionieren, sagte Amherd. An dieser sollen beide Seiten, also die Ukraine und Russland, teilnehmen. Zuerst seien aber drei kleinere Konferenzen angedacht, an welchen humanitäre Themen sowie Fragen zur nuklearen Sicherheit und der Ernährungssicherheit besprochen werden müssten.

Am Treffen der EPG tauschte sich Amherd auch mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban aus. Dieser war Anfang des Monats nach Kiew, Moskau und Peking gereist und hatte dort die Staatsoberhäupter der Ukraine, Russlands und Chinas getroffen. Orban ihr gesagt, dass er auch daran interessiert sei, eine Lösung zu finden, sagte Amherd.

Länder, die einen guten Draht zu Russland haben, sollen helfen zu vermitteln, so die Bundespräsidentin. Sie wies auch darauf hin, dass Aussenminister Ignazio Cassis kürzlich seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen habe. Um eine Folgekonferenz zu ermöglichen, würden Gespräche in verschiedene Richtungen geführt.

18.07.2024, 15:48 Uhr

Wegen Raketen in Deutschland: Moskau erwägt Atomraketen in Bereitschaft zu versetzen

Russland erwägt, als Antwort auf die geplante Stationierung weitreichender US-Raketen in Deutschland eigene Atomraketen in Bereitschaft zu versetzen.

Er schliesse das nicht aus, sagte Russlands Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow in Moskau vor Journalisten. «Durch Verschulden der BRD, vor allem aber der USA, die an der Spitze der Nato stehen, ist das System der Vereinbarungen im Bereich der Rüstungskontrolle völlig zerstört worden», sagte der Diplomat. Unter diesen Umständen müsse Russland seine Antwort «ohne innere Hemmungen» formulieren, was möglich und nötig sei.

«Das ist keine Drohung gegen wen auch immer, das ist eine Möglichkeit, den auch aus Kostensicht effektivsten Algorithmus einer Reaktion auf sich ändernde Herausforderungen zu finden», sagte Rjabkow.

USA wollen ab 2026 Raketen in Deutschland stationieren

Am Rande des Nato-Gipfels in Washington in der vergangenen Woche war bekannt gegeben worden, dass die USA von 2026 an in Deutschland wieder Waffensysteme stationieren wollen, die weit bis nach Russland reichen. Darunter sollen Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern sein, die technisch gesehen auch nuklear bestückt sein können, sowie Luftabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen.

Der Kreml hatte verärgert reagiert und eine harte Reaktion angekündigt. In diesem Zusammenhang wurde in Moskau auch die Diskussion um die russische Atomdoktrin wieder aufgenommen. Bislang sieht die Leitlinie vor, Kernwaffen nur als Antwort auf einen Atomschlag oder eine existenzielle Bedrohung Russlands einzusetzen. Hardliner in Moskau wollen diese Doktrin verschärfen.

18.07.2024, 13:11 Uhr

Ukrainer zerstören Einrichtungen der russischen Küstenwache auf Krim

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Donnerstag einen grossen Drohnenangriff auf einen Stützpunkt der russischen Küstenwache am Donuslaw-See auf der besetzten Krim verübt. Dabei sei das Hauptquartier mit dem Kontrollzentrum, ein Munitions- und Ausrüstungsdepot, ein Umspannwerk sowie technische Einrichtungen zerstört worden. Die Ukrainer sollen sowohl See- wie auch Luftdrohnen eingesetzt haben.

Auf Telegram wurde ein Video veröffentlicht, das den Angriff zeigen soll.
18.07.2024, 09:34 Uhr

Heftige russische Angriffe an ukrainischer Ostfront

Der ukrainische Generalstab berichtet von heftigen russischen Angriffen an der Ostfront. Allein am Frontabschnitt bei der Kleinstadt Torezk habe es 29 Sturmangriffe der Russen gegeben, teilte das Militär in seinem Morgenbericht am Donnerstag mit. Besonders umkämpft sei dort ein Dorf namens Nju-Jork. Der Feind habe auch von Flugzeugen abgeworfene Gleitbomben eingesetzt.

Torezk liegt im bekannten Gebiet Donezk im Osten des Landes. Russische Truppen setzen an dieser Stelle ihren Vormarsch nach der Eroberung der Stadt Awdijiwka im Februar langsam fort. 

Die Militärangaben zu einzelnen Gefechten können nicht einzeln verifiziert werden, insgesamt erlauben die täglichen Statistiken aber einen ausreichenden Überblick über die Intensität und Schwerpunkte der Gefechte. Der Generalstab sprach von 144 russischen Angriffsversuchen seit Mittwochmorgen. Nach einem inoffiziellen Bericht mussten die ukrainischen Truppen das Dorf Kaliniwka bei der Stadt Tschassiw Jar aufgeben.

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