Darum gehts
Wladimir Putin will Waffenstillstand nur unter bestimmten Bedingungen
US-Präsident Donald Trump drängt auf Einigung zwischen Ukraine und Russland
Putin beruft 160'000 Männer zum Wehrdienst ein
Rund 900'000 russische Soldaten getötet oder verletzt
Die russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der Nato zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach in Brüssel am Rande eines Aussenministertreffens von bis zu 250'000 Toten. Insgesamt bezifferte er die Zahl der getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 900'000.
Rund 11'000 Nordkoreaner getötet
Zum Hintergrund der stark gestiegen Zahlen sagte der Nato-Beamte, ein grosser Teil sei darauf zurückzuführen, dass es zuletzt eine Ausweitung der Kampfzonen gegeben habe. Zudem seien auch Militäroperationen zum Teil etwas intensiver gewesen.
Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet. Die Gesamtzahl der in der russischen Grenzregion Kursk stationierten Nordkoreaner gab der Nato-Beamte mit rund 11'000 an. 3500 weitere wurden den Angaben zufolge im Januar und Februar zu Trainingszwecken nach Russland geschickt.
Selenski deutet Kursk-Offensive trotz Rückzug als Erfolg
Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodimir Selenski den Vorstoss auf Feindgebiet als Erfolg. «Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt», sagte Selenski in einer Videobotschaft.
Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. «Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen», sagte Selenski.
Im vergangenen Sommer hatten die ukrainischen Truppen rasch etwa 1300 Quadratkilometer russisches Territorium unter Kontrolle gebracht. Davon sind Karten ukrainischer Militärbeobachter zufolge nur kleine Reste direkt an der Grenze geblieben. Im März eroberte Russland die Kreisstadt Sudscha zurück.
Kremlbeauftragter führt erstmals Gespräche in Washington
Ein Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin (72) wirbt in Washington bei Treffen mit US-Spitzenbeamten um eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.
Es ist ein erster solcher Gesprächsbesuch seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI), Kirill Dmitrijew, teilte nach seiner Ankunft in seinem Telegram-Kanal einen Medienbericht, nach dem Moskau US-Präsident Donald Trump gebeten habe, «einige der Sanktionen aufzuheben – im Rahmen der Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA».
Derzeit steckten die Gespräche zur Ukraine in der Sackgasse, hiess es in dem von Dmitrijew geteilten Bericht, nach dem Trump sauer sei über fehlende Fortschritte. Trump hatte mehrfach erklärt, er wolle ein Ende des Krieges erreichen. Dmitrijew sagte, er sei deshalb im Auftrag Putins in Washington. Putin hatte sich bei einem Telefonat mit Trump im März zu einer Waffenruhe bereit erklärt – er stellte aber Bedingungen, darunter auch die Aufhebung einiger Sanktionen.
Nato-Chef: USA wollen Präsenz in Europa nicht «plötzlich verringern»
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat Befürchtungen vor einem baldigen Abzug von US-Truppen aus Europa zurückgewiesen. «Es gibt keine Pläne, dass sie ihre Präsenz hier in Europa plötzlich verringern», sagte Rutte am Donnerstag am Rande des Nato-Aussenministertreffens in Brüssel. Gleichzeitig sei klar, dass «Amerika als Supermacht mehr als einen Schauplatz zu bedienen hat», fügte er unter Verweis auf China und den Indopazifik hinzu.
Beim zweitägigen Treffen der Aussenministerinnen und Aussenminister soll über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses diskutiert werden, insbesondere über eine weitere Steigerung der Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Mitglieder und Kanadas.
Pilot stirbt bei Bomber-Absturz in Sibirien
Ein russischer Mittelstreckenbomber Tupolew Tu-22M3 ist nach Militärangaben bei einem Übungsflug in Sibirien abgestürzt. Die Besatzung von vier Männern habe sich aus dem Flugzeug herauskatapultiert, ein Pilot sei dabei ums Leben gekommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Wie ein User auf X schreibt, sollen die Trümmer des 300 Millionen Dollar teuren Bombers auf Stromleitungen gefallen sein und in der Gegend einen Stromausfall verursacht haben.
Raketenangriff in Krywyj Rih fordert vier Menschenleben
Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih hat es am Mittwoch vier Tote gegeben. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (47) handelt es sich bei allen Verstorbenen um Zivilisten. Es gab zudem Verletzte.
«Überall auf der Welt werden solche Angriffe mit dem gleichen Namen bezeichnet: Terror. Der einzige Weg, dies zu stoppen, besteht darin, ausreichend Druck auf Moskau und das russische System auszuüben und es zu zwingen, Krieg und Terror aufzugeben. Und das hängt von unseren Partnern ab – von den Vereinigten Staaten, von Europa und von anderen Ländern der Welt», schrieb Selenski nach Bekanntwerden des Angriffs auf der Plattform X. Er warf Russland erneut vor, nicht an einem Ende des Krieges interessiert zu sein.
Russen bombardieren im Grenzgebiet Belgorod eigenen Damm
Die russische Armee hat Moskauer Militärbeobachtern zufolge im Grenzgebiet Belgorod einen eigenen Damm mit einer Fliegerbombe zerstört. Ein in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigte den Einschlag des mutmasslich drei Tonnen wiegenden Sprengsatzes.
Der Einsatz sei bei dem Dorf Popowka nur wenige Hundert Meter von der ukrainischen Grenze entfernt erfolgt. Damit soll die Verlegung von schwerer ukrainischer Panzertechnik verhindert werden.
Seit knapp zwei Wochen toben Kämpfe um den nahe gelegenen Ort Demidowka. Die ukrainische Seite kommentierte den Vorstoss in das Gebiet Belgorod bisher nicht. Das russische Verteidigungsministerium informierte über abgewehrte Angriffe. Ukrainische Militärbeobachter kennzeichnen das Gebiet als umkämpft. In der benachbarten Region Kursk hatten ukrainische Einheiten monatelang ein grösseres Gebiet besetzt, mussten sich aber zuletzt weitgehend zurückziehen.
Neue russische Angriffe auf Ukraine – Umspannwerk getroffen
Russland hat die Ukraine nach einer Nacht ohne Drohnenangriffe wieder aus der Luft attackiert. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski warf Moskau einmal mehr Verstösse gegen die Abmachung vor, gegenseitig keine Energieanlagen mehr anzugreifen. «Nicht einmal eine Teilwaffenruhe will (der russische Präsident Wladimir) Putin sicherstellen», schrieb der Staatschef bei Telegram. Es brauche daher neuen und spürbaren Druck auf Russland, um den Krieg einem Ende näherzubringen.
Selenski zufolge hat in der Region Sumy eine Drohne ein Umspannwerk getroffen. In der Region Dnipropetrowsk sei eine Stromleitung durch einen Artillerieschlag beschädigt worden. Fast 4000 Kunden in beiden Regionen seien dadurch ohne Stromversorgung.
In der Region Saporischschja wurde nach Angaben des Gouverneurs, Iwan Fedorow, ein Mensch getötet. Zwei Personen seien verletzt worden. Einen massiven Angriff mit 15 Drohnen gab es nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow auch auf die östliche Millionenstadt Charkiw. Dabei seien acht Menschen verletzt worden. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr griff Russland mit 74 Drohnen und Drohnenattrappen an. Davon seien 41 abgeschossen worden.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht 93 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet, vor allem über der Grenzregion Kursk, zerstört zu haben.
Selenski fordert von USA Verschärfung der Sanktionen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) hat Russland erneut Verstösse gegen eine vereinbarte Energiewaffenruhe vorgeworfen. Von den USA erwarte er eine «ernsthafte Demonstration von Sanktionsschritten», sagte Selenski bei einer Pressekonferenz mit der deutschen Aussenministerin Annalena Baerbock (44) in Kiew.
«Ich finde, wir sind am Punkt für eine Verschärfung der Sanktionen angelangt, denn ich denke, dass die Russen gegen das verstossen, was sie Amerika versprochen haben», sagte Selenski. Er hoffe, dass US-Präsident Donald Trump (78) genügend Einflussinstrumente habe.
Die Ukraine übermittle nahezu täglich Informationen zu Verstössen Russlands an die USA, sagte Selenski. Dabei habe sich das Land verpflichtet, «nicht mit Raketen auf Energieanlagen» zu schiessen.
Selenski hofft auf Taurus-Lieferung
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (47) hofft darauf, dass der wohl künftige Kanzler Friedrich Merz (69, CDU) seinem Land zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitreichende deutsche Marschflugkörper vom Typ Taurus zur Verfügung stellt. Auf die Frage, ob er erwarte, dass Merz als Kanzler schnell über die Taurus-Lieferung entscheiden werde, antwortete Selenski bei einem Treffen mit der geschäftsführenden Aussenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) in Kiew: «Wir werden daran arbeiten.» Man führe dazu Gespräche.
Zu Details wolle er sich aber nicht äussern, bevor Merz das Amt übernommen habe, fügte Selenski hinzu. Auf Nachfrage, ob es seine Hoffnung sei, dass Merz sich zu einer Lieferung von Taurus entschliesse, sagte er: «Ja, natürlich.» Es sei sogar «ein klein wenig mehr als Hoffnung».
Bericht: Trump-Regierung erwägt, Sanktionsschrauben bei Putin anzuziehen
Wie die Weisses-Haus-Korrespondentin von Fox News, Jacqui Heinrich (36), auf X schreibt, glaubt US-Präsident Donald Trump (78), Putin wolle Zeit schinden. Die US-Regierung erwäge deshalb «aggressive Sanktionsmassnahmen». Eine mit den Diskussionen vertraute Quelle habe Fox News gesagt, Trump sei von Putin frustriert und glaube, dass Russland «umfassende Waffenstillstandsgespräche verzögere».