Darum gehts
- Die Primarschule Ysgol Y Garreg in Wales schliesst am 31. August
- Nur noch zwei Schüler, Kosten dreimal höher als Landesdurchschnitt
- Schülerzahl sank von 17 auf 2 in zwei Jahren
Die Kabinettsmitglieder von Gwynedd sind sich einig: Das kleine Dorf Garreg in Nordwales kann sich seine Primarschule nicht mehr leisten. Wie die «Daily Mail» berichtet, ist die Schüleranzahl in den letzten zwei Jahren von 17 auf zwei gesunken. Als Folge davon seien die Kosten durch die Decke gegangen. Ein Schulbesuch auf der Ysgol Y Garreg Schule kostet mehr als dreimal so viel wie der landesweite Durchschnitt.
Die zwei Schüler, die derzeit noch auf die Ysgol Y Garreg Schule gehen, sind beide zehn Jahre alt. Ab dem neuen Schuljahr werden sie jedoch auf eine weiterführende Schule wechseln und leere Plätze hinterlassen. Anmeldungen für das neue Semester gibt es keine.
Eine schwere Entscheidung für die Gemeinde
Laut dem Kabinettsmitglied Dewi Jones war der Entschluss schmerzhaft, aber notwendig. «Niemand geht in den Bildungsbereich, um Schulen zu schliessen.» Dennoch seien die demografischen Herausforderungen der ländlichen Gemeinde real. Der Beschluss, die Schule ab dem 31. August zu schliessen, steht fest. In Zukunft müssen die Kinder auf die nahe gelegene Ysgol Cefn Coch Schule, die derzeit rund 40 Schüler unterrichtet.
Nicht nur in Wales gibt es Mini-Schulen. Insbesondere abgelegene Orte kämpfen immer wieder mit sinkenden Schülerzahlen oder haben Probleme damit, Lehrer zu rekrutieren.
Die kleinste Schule der Welt
Eine Primarschule im Norden von Italien wurde 2014 als kleinste Schule der Welt bekannt. Nur eine einzige Schülerin, die damals 8-jährige Sofia Viola, wurde an der Primarschule in der winzigen Gemeinde Alpette unterrichtet – und zwar von einer Lehrerin. Wie die «Daily Mail» berichtete, hatten die Verantwortlichen nicht vor, die Schule wegen Schülermangels zu schliessen. Diese hatten beschlossen, die Schule so lange offenzuhalten, wie es mindestens einen Schüler gibt.
Walliser Schulklasse beinahe geschlossen
Im Jahr 2021 bibberte eine Mischklasse (3.- bis 6.- Klässler) aus sechs Schülern um ihren Schulweg. Weil ihr bisheriger Lehrer nach 39 Jahren in Rente ging, suchte das Walliser Bergdorf Simplon nach einer Nachfolge – Bewerbungen gingen jedoch keine ein. Wäre die Klasse tatsächlich aufgelöst worden, hätten die Kinder jeden Morgen den weiten Weg ins Tal auf sich nehmen müssen. Dank eines Aufrufs von Blick fand sich mit der damals 26-jährigen Sara Zwahlen in letzter Sekunde noch eine geeignete Lehrerin.
Mini-Schule in Deutschland
Vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins liegt die kleine Marschinsel Nordstrandischmoor. Darauf findet sich eine der kleinsten Schulen Deutschlands. Laut der Website der Schule gehen alle Kinder von der ersten bis in die neunte Klasse gemeinsam zur Schule. Dabei setzt die Schule auf ein individuelles Lernprogramm. Laut der Gemeinde ergibt sich dadurch ein grosser Vorteil. Kleine Klassengrössen sollen die Gemeinschaft fördern und den Zusammenhalt stärken.