Darum gehts
- US-Vizepräsident Vance räumt Fehler bei Epstein-Akten ein, Podcast-Aussage sorgt für Aufsehen
- Vance nennt falsche Erwartungen durch Ex-Justizministerin Bondi als Hauptproblem
- Seit 2025 Veröffentlichung der Akten, viele Passagen geschwärzt, Kritik wächst
US-Vizepräsident J.D. Vance (41) hat ungewöhnlich offen Fehler der eigenen Regierung im Umgang mit den Akten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) eingeräumt. In der am Mittwoch veröffentlichten Podcast-Folge von «The Joe Rogan Experience» sagte der Republikaner: «Wir haben die Kommunikation zu den Epstein-Akten komplett vermasselt.»
Vance wies jedoch den Vorwurf zurück, die Regierung habe bewusst Informationen zurückgehalten. Man habe die Veröffentlichung nicht deshalb schlecht gehandhabt, «weil wir etwas verbergen wollten», betonte er. Stattdessen seien falsche Erwartungen geweckt worden. Als Beispiel nannte der Vize Äusserungen der damaligen Justizministerin Pam Bondi (60). Diese hatte öffentlich erklärt, eine angebliche Kundenliste Epsteins liege auf ihrem Schreibtisch. Laut Vance habe Bondi den Umfang der vorhandenen Unterlagen überschätzt.
Bislang blieb Trump verschont
Die Freigabe der Epstein-Akten zählt zu den politisch heikelsten Themen für Präsident Donald Trump (80). Nach monatelangen Verzögerungen wurde die Veröffentlichung schliesslich durch den Kongress erzwungen. Seit Ende vergangenen Jahres gibt das US-Justizministerium schrittweise Dokumente frei. Viele Passagen sind allerdings geschwärzt, was Kritik von Demokraten und Republikanern auslöste.
In den Akten tauchen zahlreiche prominente Namen auf, darunter auch jener von Trump. Bislang gibt es jedoch keine Beweise für ein Fehlverhalten des Präsidenten im Zusammenhang mit Epstein.
Vance füttert Epstein-Mossad-Theorie
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Vances Aussagen zu Verschwörungstheorien rund um den Fall. Auf die Frage, ob Epstein Verbindungen zum israelischen Geheimdienst Mossad oder zur CIA gehabt haben könnte, sagte der Vizepräsident, der Sexualstraftäter habe «offensichtlich Verbindungen zu den höchsten Ebenen des israelischen Geheimdiensts» unterhalten.
Belege für eine Tätigkeit Epsteins im Auftrag eines Geheimdienstes legte Vance jedoch nicht vor. Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass entsprechende Behauptungen bislang nicht durch belastbare Beweise gestützt werden.