Darum gehts
- Trump erwägt eine militärische Operation gegen Kolumbien wegen Drogenschmuggel
- Ausserdem erhebt Trump Anspruch auf Grönland aus Gründen der «nationalen Sicherheit»
- Auch in Mexiko könnte das US-Militär zum Einsatz kommen
US-Präsident Donald Trump (79) ist nach der Verhaftung von Nicolas Maduro (63) auf den Geschmack gekommen. Ermutigt vom Erfolg in Venezuela drohte Trump dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro (65).
«Kolumbien wird von einem kranken Mann geführt, der gerne Kokain herstellt und es an die USA verkauft. Er wird das nicht mehr lange tun», sagte Trump an Bord der Air Force One zu Reportern, wie der Sender CNN berichtet. Auf die Frage, ob diese Bemerkungen bedeuten, dass es in Zukunft eine «Operation» in Kolumbien geben könnte, antwortete Trump: «Klingt gut für mich.»
Petro reagierte am Montag Schweizer Zeit scharf auf die Drohungen Trumps. Die Äusserungen seien eine «illegitime Drohung», er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X.
Petro vertraut seinem Volk
Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren Folgen. «Sollten sie den Präsidenten festnehmen, den ein Grossteil meines Volkes schätzt und respektiert, werden sie den Volksjaguar entfesseln.» Damit dürfte Petro den Zorn des Volkes meinen – der Jaguar, die grösste Raubkatze Südamerikas, ist in den Regenwäldern des Landes beheimatet.
Zugleich rief der Staatschef die Sicherheitskräfte zur Loyalität auf. «Jeder Soldat in Kolumbien hat ab sofort einen Befehl: Jeder Kommandant der Sicherheitskräfte, der die Flagge der USA der Flagge Kolumbiens vorzieht, wird auf Befehl der Basis, der Truppe und mir sofort aus der Institution entlassen.» Er habe Vertrauen in sein Volk: «Der Befehl an die Sicherheitskräfte lautet, nicht auf das Volk zu schiessen, sondern auf den Angreifer.»
«Wir brauchen Grönland absolut»
Es war bereits die zweite unverhohlene Drohung des US-Präsidenten am Tag nach der Intervention in Venezuela. Zuvor hatte Trump mit neuen Aussagen zu Grönland für heftige Reaktionen gesorgt.
«Wir brauchen Grönland absolut», sagte der US-Präsident in einem Interview mit der Zeitschrift «The Atlantic». Die Insel sei von russischen und chinesischen Kriegsschiffen umzingelt. «Dänemark wird das nicht schaffen», ergänzte Trump später im Präsidentenflieger Air Force One.
«Mexiko muss sich zusammenreissen»
Auch Mexiko scheint auf der Liste des US-Präsidenten zu stehen. «Mexiko muss sich zusammenreissen, denn sie strömen durch Mexiko, und wir müssen etwas tun», so Trump in Bezug auf Drogen, die er bereits im Fall von Venezuela als Grund für die Intervention angab.
Er habe der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) wiederholt die Unterstützung durch US-Truppen angeboten, aber «sie hat ein bisschen Angst».
Kein Eingreifen in Kuba
Nicht attackieren will Trump hingegen Kuba. Das Regime auf der Karibikinsel werde von selber untergehen. «Ich denke, es wird einfach fallen. Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas tun müssen», sagte der US-Präsident.