Ali Chamenei (†86) herrschte 37 Jahre im Iran
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Ablehnung gegen den Westen:Ali Chamenei (†86) herrschte 37 Jahre im Iran

Kleriker und Multimillionär
Wie der Vater, so der Sohn – Chamenei junior übernimmt im Iran

Das Mullah-Regime hat einen neuen Anführer. Doch wer ist Modschtaba Chamenei, bei dem nun alle Fäden in der Islamischen Republik zusammenlaufen?
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Modschtaba Chamenei ist der neue Oberste Führer des Iran.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Modschtaba Chamenei (56) offiziell neuer Oberster Führer des Iran
  • Die USA und Israel lehnen ihn ab, Israel drohte bereits mit Ermordung
  • Chamenei soll im Westen Immobilien im Wert von Hunderten Millionen Dollar besitzen
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Gabriel KnupferRedaktor News

Also doch Modschtaba Chamenei (56)! Der Sohn des bisherigen iranischen Machthabers Ali Chamenei (†86) galt bereits seit dem Tod seines Vaters am ersten Kriegstag als aussichtsreichster Anwärter auf das höchste Amt im Iran. Nun rief ihn das staatliche Fernsehen offiziell zum neuen Obersten Führer aus.

Als Oberster Führer wird Modschtaba wie sein Vater vor ihm in allen geistlichen und politischen Fragen das letzte Wort haben. So kann er den Präsidenten jederzeit absetzen. Und er bestimmt weitgehend die Besetzung des sogenannten Wächterrats. Dieser hat bei allen Gesetzen und Regierungsentscheiden ein Vetorecht.

Strippenzieher hinter den Kulissen

Doch was legitimiert Modschtaba zu diesem Amt, das bisher nur Revolutionsführer Ruhollah Chomeini (1902-1989) und sein Vater innehatten? Klar ist: Chamenei junior ist kein hochrangiger islamischer Kleriker und besetzte nie ein offizielles Amt in der Islamischen Republik. Doch der zweitälteste Sohn von Ali Chamenei engagierte sich seit vielen Jahren im Umfeld seines Vaters.

Modschtaba soll laut Beobachtern hinter den Kulissen schon längst die Fäden gezogen haben und gilt als Hardliner. Wegen seiner engen Beziehungen zu den Revolutionsgarden wurde er von den USA 2019 mit Sanktionen belegt. Das US-Finanzministerium hatte ihm vorgeworfen, die «destabilisierenden regionalen Ambitionen und unterdrückerischen innenpolitischen Ziele» seines Vaters voranzutreiben.

Immobilienimperium im Westen

Dass der neue Oberste Führer auch gute Verbindungen zum Klerus pflegte, zeigt nun seine Wahl durch die sogenannte Expertenversammlung, einem Gremium aus 88 islamischen Geistlichen. Modschtabas eigener Rang in der schiitischen Klerushierarchie ist indes umstritten. Er gilt nicht als religiöses Schwergewicht.

Als Sohn des Obersten Führers soll sich Modschtaba zudem enorm bereichert haben. Laut der Agentur Bloomberg verfügt er im Westen über ein Immobilienimperium im Wert von Hunderten Millionen Dollar. Wegen der Sanktionen laufen die Vermögenswerte über Tarnfirmen.

Israel und Trump drohen

Sowohl Israel als auch die USA lehnten den neuen Machthaber im Iran ab. Israel kündigte bereits im Vorfeld an, dass jeder neue Oberste Führer zum legitimen Ziel werde. Letzte Woche versuchte Israel laut Medienberichten Modschtaba auszuschalten, wobei er aber nur leicht verletzt worden sein soll.

Auch Donald Trump (79) äusserte sich kritisch. «Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben», drohte der US-Präsident. Es ist also höchst fraglich, ob sich der jüngere Chamenei wie sein Vater 35 Jahre lang im Amt halten kann. Dennoch bejubelten Anhänger des Regimes die Nachricht von Modschtabas Machtübernahme in den Strassen Teherans, wie Videos in den Sozialen Medien zeigen.

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