Er soll neuer Oberste Führer des Irans werden
Wer ist Modschtaba Chamenei?

Der Oberste Führer des Irans, Ali Chamenei, ist tot. Auf ihn soll einem Medienbericht zufolge einer seiner Söhne folgen – Modschtaba Chamenei. Wer ist der Mann?
Kommentieren
Modschtaba Chamenei (56) soll einem Bericht zufolge neuer Oberster Führer des Irans werden.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire
RMS_Portrait_AUTOR_554_NEU.jpg
Alexander TerweyStv. Teamlead News-Desk

Am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) berichtet ein iranisches Medium, der Sohn des getöteten Machthabers Ali Chamenei (†86), Modschtaba Chamenei (56), sei zum neuen Obersten Führer des Irans gewählt worden. Eine 88-köpfige Expertenversammlung habe dies unter Druck der Revolutionsgarden entschieden, schreibt der oppositionelle Nachrichtensender «Iran International». Offiziell bestätigt ist das bislang noch nicht.

Modschtaba Chamenei ist der zweitälteste Sohn von Ali Chamenei. Er gilt seit langem als einflussreiche Figur im iranischen Machtapparat. Der 56-Jährige stand jedoch bislang kaum in der Öffentlichkeit.

Strippenzieher im Auftrag des Vaters

Modschtaba Chamenei durchlief mit Unterbrechung eine religiöse Ausbildung an der Theologischen Hochschule von Ghom, einer der wichtigsten schiitischen theologischen Hochschulen im Iran. 

1987 trat Modschtaba Chamenei den Islamischen Revolutionsgarden bei und diente bis zum Waffenstillstand 1988 im Iran-Irak-Krieg (Erster Golfkrieg). In dieser Zeit baute er sich Berichten zufolge gute Beziehungen zu anderen Mitgliedern der Revolutionsgarden auf, die später hohe Positionen im iranischen Sicherheitsapparat einnahmen.

Zudem engagierte er sich bereits früh im Umfeld seines Vaters, machte sich als dessen Strippenzieher einen Namen. Ali Chamenei war 1989 zum Obersten Führer des Irans gewählt worden.

Seine Tätigkeit verhalf Modschtaba Chamenei offenbar dabei, sein persönliches Netzwerk auszubauen. Heute soll er auch über gute Verbindungen zu hochrangigen Geistlichen verfügen.

Umstrittene Rolle bei Wahlen

Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2005 soll Modschtaba Chamenei dem damaligen Aussenseiter Mahmud Ahmadineschad mithilfe seiner Verbindungen sogar ins Präsidentenamt verholfen haben. Der britische «Guardian» berichtete damals, er habe die Unterstützung seines Vaters für Ahmadineschad gewonnen, was zu dessen Sieg geführt habe. Der als gemässigt geltende Geistliche Mehdi Karroubi, der gegen Ahmadineschad antrat, witterte Wahlbeeinflussung.

Auch bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2009, die Ahmadineschad ebenfalls gewann, soll Modschtaba Chamenei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Berichten zufolge soll er die Kontrolle über die Basidsch-Miliz erlangt und mit ihr die Proteste nach der Wahl niedergeschlagen haben.

Konservativer Hardliner

In den vergangenen Jahren fiel der Name Modschtaba Chamenei immer wieder. Bereits im November 2024, als es Spekulationen über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Ali Chamenei gab, wurde über ihn als Nachfolger berichtet.

Modschtaba Chamenei gilt, wie sein Vater Ali Chamenei, als ultrakonservativer Hardliner. Er ist mit Zahra Haddad-Adel, der Tochter des iranischen Politikers und konservativen Hardliners Gholam Ali Haddad-Adel, verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen