Darum gehts
- Griechenland plant ab Januar 2027 Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige
- 80 Prozent der Schweizer unterstützen ein Verbot für Kinder unter 16
- In Australien und Indonesien sind bereits Verbote für unter 16-Jährige umgesetzt
Unangebrachte Inhalte, Cybermobbing oder geistige Abstumpfung durch zu viel sinnlosen Content. Soziale Medien bergen einige Gefahren für ihre jüngsten Nutzer. Daher erstaunt es nicht, dass viele Länder derzeit über Beschränkungsmassnahmen für Kinder nachdenken. Auch in der Schweiz wären 80 Prozent der Bevölkerung für ein Nutzungsverbot für unter 16-Jährige.
Noch etwas strenger denken die Griechen. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis (58) teilte am Mittwoch über Tiktok mit, dass das Land ein Verbot für Teenies unter 15 Jahren einführen wird. Das Gesetz soll bereits ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Regierung sehe darin etwas «Schwieriges aber Notwendiges».
Er bittet um einheitliche Regelungen innerhalb der EU
Weiter sprach er die Betroffenen in seinem Video direkt an. Er verstehe ihren Ärger — «In eurem Alter hätte ich vielleicht genauso empfunden.» Dennoch würde es sich lohnen, Grenzen zu setzen. Mitsotakis betonte die Aufgabe des Staates, Verantwortung zu tragen und kritisierte zudem die sozialen Medien, die «süchtig» machen würden.
Wie die griechische Zeitung «Protothema» mitteilte, schrieb der Ministerpräsident im Anschluss an die Bekanntgabe einen Brief an Ursula von der Leyen (67). Darin bat er die Präsidentin der Europäischen Kommission darum, bis zum Jahresende einen einheitlichen, europäischen Rahmen für eine Initiative zu erstellen.
Neben Griechenland haben sich bereits einige andere Länder dazu entschlossen, härtere Richtlinien einzuführen. Teils wurden ihre Initiativen jedoch noch vor der Umsetzung abgelehnt. Blick zeigt auf, welche Ergebnisse die Debatten hervorbrachten.
Australien
Bereit seit Ende vergangenen Jahres ist in Australien ein Gesetz in Kraft, dass Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung von Social-Media verbietet. Premierminister Anthony Albanese (63) erhielt daraufhin sowohl Zuspruch als auch Kritik von den Jugendlichen. Das Verbot in Australien ist darauf zurückzuführen, dass sich zuvor junge Opfer von Gewalt im Cyberspace vermehrt das Leben genommen hatten.
Grossbritannien
Auch in Grossbritannien wird derzeit darüber diskutiert, dem Beispiel von Australien zu folgen und ein Verbot für unter 16-Jährige einzuführen. Der Gesetzesentwurf, der am 9. März vom Unterhaus abgelehnt wurde, wird am 15. April erneut zur Abstimmung kommen. Wie das Parlament mitteilte, findet zudem bis am 26. Mai eine Konsultation zur Nutzung sozialer Medien durch Kinder statt.
Frankreich
Bereits vergangenen Monat beschloss der französische Senat ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige. Doch in der Nationalversammlung, die das Gesetz ebenfalls annehmen muss, herrschen derzeit noch Zweifel an einem Detail. Während die Nationalversammlung ein umfassendes Verbot — wie das in Australien — bevorzugt, möchte der Senat die Jugendlichen nur von einem Teil der Plattformen verbannen.
Deutschland
Auch in Deutschland rufen insbesondere CDU und SPD dazu auf, das Mindestalter für die Nutzung von Social Media auf 14 Jahre festzulegen. Wie der WDR berichtete, dürfte der Vorschlag jedoch aufgrund des EU-Rechts schwer umsetzbar sein. Denn der Digital Service Act (DSA) setzt eigentlich eine voll harmonisierende Rechtsordnung innerhalb der EU voraus. Mit diesem Problem hadern derzeit auch Griechenland und Frankreich.
Österreich
Ähnlich wie in Deutschland möchte auch Österreich seine Jugend schützen. Das Mindestalter für alle Social-Media-Plattformen soll ebenfalls auf 14 Jahre festgesetzt werden. Wie SRF berichtete, möchten die Ösis vor allem die Plattformen verbieten, welche ein hohes Suchtpotenzial aufweisen. Aber auch Österreich muss das Vorhaben vorerst von der Europäischen Union prüfen lassen.
Indonesien
Indonesien hat nach Australien als zweites Land eine umfassende Altersbeschränkung eingeführt. Für die unter 16-Jährigen in Indonesien ist es seit dem 28. März verboten, ein Konto auf Instagram, Tiktok und Co. zu haben. Laut einem BBC-Bericht hatte die Regierung zuvor Bedenken wegen der Altersverifizierung, da dadurch sensible personenbezogene Daten von Kindern erhoben werden.