Darum gehts
- Pilot David Eggert klagt nach Ferien auf Kos 2024 gegen Reiseveranstalter
- Hotelgäste reservierten Liegen früh, Personal entfernte keine Handtücher
- Eggert zahlte 6557 Franken für Pauschalreise, fand kaum freie Liegen
Kein frühes Aufstehen, kein Stress, einfach die Sonne in Griechenland geniessen. Darauf hatten sich David Eggert (48), seine Frau und die zwei Kinder gefreut, als es 2024 auf die Insel Kos ging. Doch daraus wird nichts. Der Pilot landet mitten im Liegestuhl-Krieg!
Für die Familie gibt es keinen freien Platz – und das Tag für Tag. Zwei Wochen lang. «Jeden Morgen waren alle Liegen mit Handtüchern belegt. Aber niemand war weit und breit zu sehen», sagt Eggert zu Blick. Und weiter: «Das ging die ganzen Ferien so. Schon ab 6 Uhr morgens war so gut wie keine Liege frei.»
«Sie kamen erst am Nachmittag an den Pool»
Dabei hingen im Hotel mehrere Schilder, dass Liegestühle nicht reserviert werden können. Das Personal würde die Handtücher von den Liegestühlen entfernen.
Der Pilot zu Blick: «Doch das ist nicht passiert.» Der Deutsche versteht das nicht. «Die Gäste reservieren am frühen Morgen die Liegestühle, gehen dann zum Frühstück, machen einen Ausflug und kommen erst am Nachmittag wieder zurück und legen sich erst dann an den Pool. Ich habe das öfter beobachtet, dass erst viel später die Gäste kamen.»
«Ich bin kein Klägertyp»
Eggert spricht deswegen mit dem Hotel. «Die haben mich abgewimmelt. Die Angestellten wirkten überfordert. Weil viele Gäste nicht nur ein Handtuch, sondern auch persönliche Gegenstände wie Sonnenbrille und Badeschuhe hingelegt haben. Und die können oder wollen sie nicht so einfach wegräumen.»
Und so meldet sich der 48-Jährige beim Reiseveranstalter, über den er die Pauschalreise (Kostenpunkt: 7186 Euro, umgerechnet 6557 Franken) gebucht hatte. Bis dato hatte er nicht vor, den Fall vor Gericht zu klären. «Ich bin kein Klägertyp und versuche, das im Dialog zu klären.»
Hotel hätte das Verbot durchsetzen müssen
Eggert beschwert sich beim Reiseveranstalter. Die Antwort ist eine Provokation: Er solle die Suche nach einer freien Liege als «Herausforderung» und «Frühsport» sehen.
Da platzt dem Deutschen der Kragen. Er kontaktiert seinen Anwalt und geht vor Gericht. Das Amtsgericht in Hannover gab Eggert recht. Es urteilte, dass die Reise als «mangelhaft» einzustufen sei, weil das Hotel das Verbot von Handtuchreservierungen nicht durchgesetzt habe.
«Das würde mich stolz machen»
Und so bekam er eine Entschädigung von 986 Euro, umgerechnet 902 Franken. «Es geht dabei nicht ums Geld, sondern ums Prinzip.» Dass sein Fall jetzt um die Welt geht, hätte er nicht erwartet. «Es ist wohl nicht nur ein Problem in Europa, dass Liegestühle dreist reserviert werden.»
Sein Urteil ist eine Warnung an alle Hotels, die wegschauen – und ein Sieg für alle Langschläfer. Darum hofft er auch, dass dieses Urteil die Liegestuhl-Politik in Ferienressorts ändern wird. «Das würde mich stolz machen.»
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