Darum gehts
- Israels Premier Benjamin Netanyahu sprach am Donnerstag vor der Uno in New York
- Delegierte verliessen den Saal, Netanyahu nannte sie «moralische Feiglinge»
- Haftbefehl gegen Netanyahu wegen Kriegsverbrechen
Aufgehitzte Stimmung bei der Uno-Generalversammlung: Am Donnerstag betrat Israels Premierminister Benjamin Netanyahu (76) die Bühne. Das gefiel nicht allen.
Dutzende Delegierte verliessen den Raum, viele von ihnen buhten Netanyahu zudem aus. Der israelische Regierungschef kritisierte diejenigen, die den Saal verliessen prompt, bevor er seine Rede begann. «Wenn es noch andere moralische Feiglinge gibt, die diesen Saal noch nicht verlassen haben, dann tun Sie dies bitte jetzt», sagte er laut «Daily Mirror».
Geht es nach Netanyahu, entwickelt der Iran niemals Atomwaffen
Kleine Teile des Publikums, darunter die israelische Delegation, applaudierten Netanyahu, während er auf der Bühne stand. Anschliessend hielt er eine flammende Rede. «Wir wären alle tot», wenn Israel und die USA den Iran nicht im Frühjahr angegriffen und dessen Atomanlagen zerstört hätten, behauptete er. Weiter schwor er, «die mörderische Diktatur Irans daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln». Netanyahu fuhr fort, der Angriff auf den Iran sei eine der «einfachsten Entscheidungen gewesen», die er als Premierminister je treffen musste.
Anschliessend griff er erneut die Delegierten an, die den Raum verlassen hatten, und sagte, Israel verteidige viele ihrer Länder. Er warf ihnen «Heuchelei» vor und sagte, viele ihrer Führer hätten sich privat bei Israel dafür bedankt, «dass wir die iranischen Atomwaffen ausgeschaltet haben».
Muss sich Netanyahu in Den Haag verantworten?
Netanyahu konterte ferner den Vorwurf, sein Land würde einen Völkermord an den Palästinensern verüben. Er bezeichnete die Behauptung als «die grösste Lüge des Jahrhunderts».
Gegen Netanyahu liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit als Vergeltung für die von der Hamas geführten Angriffe vom 7. Oktober 2023 vorgeworfen.