Ein spektakuläres Naturschauspiel sorgt auf den Balearen für einen beispiellosen Sicherheitsaufmarsch: Die Guardia Civil plant für den bevorstehenden Sonnenfinsternis-Tag am Mittwoch ihr bisher grösstes Einsatzmanöver. Wie die Zeitung «Última Hora» berichtet, mobilisiert die spanische Polizeibehörde alle Einheiten – zu Land, zu Wasser und in der Luft – auf den Baleareninseln, um einen reibungslosen Ablauf des Ereignisses zu garantieren. Rund 24'000 Einsatzkräfte der Guardia Civil sollen für Sicherheit auf den Balearen sorgen.
Mari Carmen Moya, Sprecherin der Guardia Civil auf den Balearen, erklärte gegenüber der Zeitung, dass sämtliche Spezialeinheiten der Region im Einsatz sein werden. «Wir haben 21 offizielle Beobachtungspunkte identifiziert, an denen die Besucherströme erwartet werden. Besonders kritisch sind enge Zufahrtsstrassen nahe der Aussichtspunkte», so Moya. Ziel sei es, Verkehrschaos zu vermeiden und die Sicherheit für die Tausenden Besucher zu gewährleisten.
Sicherheitsmassnahmen auch wegen hoher Waldbrandgefahr
Doch nicht nur der Strassenverkehr bereitet Sorgen: Die aktuelle Waldbrandgefahr ist auf einem Höchststand. Der Zustrom von Menschen in bewaldete Gebiete könnte ein erhebliches Risiko darstellen. Daher wird der Umweltschutzdienst Seprona in empfindlichen Naturgebieten präsent sein, um mögliche Brände durch unsachgemässes Verhalten zu verhindern. Moya warnt: «Das Parken auf trockenem Grasland kann durch die Hitzeentwicklung eines Fahrzeugs leicht einen Brand auslösen.»
Auch auf dem Meer wird mit einem hohen Besucheraufkommen gerechnet, da viele den seltenen Himmelsanblick von Booten entlang der Küstenlinie aus verfolgen wollen. Deshalb setzt die Guardia Civil sowohl den maritimen Dienst als auch die Unterwasserspezialisten GEAS ein. «Wir erwarten eine grosse Konzentration von Booten in der Nähe von Buchten und Stränden», sagte Moya gegenüber «Última Hora».
Drohnen-Einheit sorgt für Sicherheit aus der Luft
Die Überwachung aus der Luft übernimmt die Pegasus-Einheit, die auf Drohneneinsätze spezialisiert ist. «Die Sicherung des Luftraums ist an einem Tag mit erhöhtem Flugverkehr von zentraler Bedeutung», betonte Moya. Zusätzlich werden Bodenpatrouillen an Häfen verstärkt, um illegale Aktivitäten zu verhindern.
Die Guardia Civil appelliert an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden und die Sonnenfinsternis an den ausgewiesenen Beobachtungsorten zu verfolgen. «Planen Sie Ihre Anreise rechtzeitig, um Verzögerungen zu vermeiden», rät Moya abschliessend.
Militär rückt auf Mallorca an
Unterstützt wird die Guardia Civil auch durch das Militär. Von Montag bis Freitag patrouilliert ein Teil der taktischen Untergruppe «Balearen» des Regiments «Palma 47» in mehreren Gemeinden des Tramuntana-Gebirges, berichtet das «Mallorca Magazin». Die Soldaten sollen zu Fuss und mit Fahrzeugen Präsenz zeigen, Rettungswege freihalten und Naturgebiete vor Waldbränden überwachen.
Wichtig ist beim Beobachten der Sonnenfinsternis auch das richtige Equipment, damit keine Schäden an den Augen entstehen. Die Guardia Civil hat in der Region Kantabrien an der Nordküste Spaniens rund 100 nicht zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen beschlagnahmt. Diese wiesen weder die korrekte ISO-Kennzeichnung noch das Verfallsdatum auf, es fehlte der UV-Schutzindex und sie hatten keine Chargennummer.