Heidelbeeren retten ihr Leben
Wanderin (70) überlebt fünf Nächte allein in den Alpen

Fünf Tage und Nächte allein in den italienischen Alpen – bei eisigen Temperaturen und ohne Hilfe: Eine 70-jährige Wanderin überlebte, indem sie Schutz unter Tannen und in Felsspalten suchte, Heidelbeeren ass und Wasser fand.
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Die unterkühlte Seniorin wurde nach ihrer Rettung mit einem Helikopter ins Spital geflogen.
Foto: Facebook/Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vermisste 70-jährige Italienerin überlebt fünf Tage in piemontesischen Alpen
  • Sie fand Trinkwasser, ass Heidelbeeren und überstand Temperaturen unter null
  • Survival Experte Marc Baumann gibt Tipps zum Überleben in der Wildnis
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Mit Wasser, Fleecemütze und einem kleinen Rucksack voller Lebensmittel bricht die 70-jährige Italienerin Anna am 7. September mit einer Freundin in die piemontesischen Alpen auf – ein Gebiet, das sie seit Kindertagen kennt. Als ihre Kollegin wegen Schulterproblemen umkehren muss, geht sie allein weiter.

Dann zieht ein Gewitter auf. Anna weicht vom Weg ab, klettert Felswände hoch und flüchtet unter Tannen. Zurück findet sie nicht mehr. Fünf Tage und Nächte harrt sie in der Wildnis aus – bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, wie «La Guida» berichtet. 

«Wir hätten nicht gedacht, sie lebend zu finden»

Als Anna am 8. September nicht heimkehrt, schlägt ihre Familie Alarm. Retter, Feuerwehr und Carabinieri suchen mit Helikoptern, Drohnen und Hundestaffel nach der Vermissten. Höhlentaucher durchkämmen die umliegenden Bergseen nach ihr.

Fünf Tage später die erlösende Nachricht: Retter finden die 70-Jährige am Cima-Tesina-Pass auf über 2000 Metern – unterkühlt, aber sonst unversehrt. Sie hatte frisches Trinkwasser gefunden und ihre Lebensmittel rationiert.

Der Einsatzleiter beschreibt, dass die Hände der Geretteten schwarz gefärbt waren – von den Heidelbeeren, die sie ass. Er staunt: «Wir hätten nicht gedacht, sie lebend zu finden.» Die regionale Bergrettung flog die Wanderin ins Spital. Seit Sonntag ist sie wieder zu Hause.

Tipps vom Survival-Experten

Wie man in der Wildnis überlebt, weiss auch Marc Baumann. Im Blick-Podcast «Durchblick» hat er konkrete Tipps gegeben. Entscheidend sind Vorbereitung und Risikoanalyse: «Wie lange bin ich weg? Welche Gefahren bestehen? Wo bin ich verwundbar? Welche Ressourcen habe ich?»

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Für die Psyche ist eine Notlage schwierig: «Die Ruhe bewahren ist genau das, was wir Menschen in diesen Situationen, gerade wenn wir alleine sind, nicht können», stellt er klar. Daher müsse genau das trainiert werden – und zwar vor dem Aufbruch. 

Der PLAN

Wer in der Wildnis festsitzt, sollte nach dem PLAN vorgehen, erklärt Experte Baumann. P steht für Prioritäten und Protection: «Mein Schutz steht immer zuoberst.» L bedeutet Location und Localisation. Es geht darum, sich der eigenen Lage bewusstzuwerden – und das Auffinden zu erleichtern.

A steht für Acquisition, also die verfügbaren Ressourcen: «Was habe ich zur Verfügung? Und wie lange reichen meine Ressourcen?» Bleibt N für Navigation: Wie verhalte ich mich richtig, und vor allem – in welche Richtung gehe ich?

Wer sich konkret auf Notsituationen vorbereite, würde diese gut meistern, sagt Baumann. Resilienz könne man lernen.

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