Darum gehts
- Zürcherin erlebt Ärger mit Handgepäck am Flughafen Thessaloniki in Griechenland
- Swiss fordert Aufpreis für scheinbar zu grossen Rollkoffer
- Neue Abmessvorrichtungen sollen Problem lösen, sagt Swiss-Sprecherin Nicole Meier
Was Fabienne K.* aus dem Kanton Zürich am 30. Juni am Flughafen der griechischen Stadt Thessaloniki erlebte, hat bei ihr viele Fragen hinterlassen. Die Zürcherin ist hässig auf die Swiss und hat deshalb entschieden, sich bei Blick zu melden. Was war passiert?
Sie hatte bei der Online-Buchung ihres Tickets für den Flug LX1853 von Thessaloniki nach Zürich gegen einen Aufpreis ein Handgepäckstück gebucht. Beim Warten vor dem Boarding wurde sie von einem Mitarbeiter aufgefordert, ihn zum Counter zu begleiten. Der Hintergrund: Ihr Handgepäck sollte gemessen und gewogen werden.
Fabienne K. und die Handgepäck-Überraschung
So geschah es auch. K. musste ihr Handgepäckstück in die offizielle Swiss-Abmessvorrichtung mit integrierter Waage bugsieren. «Mein Handgepäck passte nicht ganz in diese Vorrichtung rein», schildert sie Blick diese Woche. «Zwei Räder meines Rollkoffers standen um etwa 1 Zentimeter hervor.» Beim Gewicht sei alles in Ordnung gewesen.
Der Swiss-Mitarbeiter bat die Schweizerin zum Counter und verlangte einen Aufpreis für das nicht normgerechte Handgepäck. K. konnte das nicht nachvollziehen. «Nun war ich genau mit diesem Handgepäck in der Vergangenheit schon auf etlichen Flugreisen unterwegs ohne jegliche Beanstandung. Unter anderem hatte ich auf der Hinreise vier Tage zuvor dasselbe Handgepäck dabei.»
«Es war keinen Millimeter zu gross»
Es kam zum Streitgespräch. «Die Swiss-Mitarbeitenden zeigten sich weder lösungs-, geschweige denn dienstleistungsorientiert. Mit gleichgültiger Miene bestanden sie auf die Bezahlung des Aufpreises», so die Passagierin. «Inzwischen schauten uns die wartenden Passagiere von drei Gates teils belustigt, teils verärgert zu, weil sie ein verspätetes Einsteigen befürchteten.»
Schliesslich brachte ein weiterer Swiss-Mitarbeiter eine zweite Abmessvorrichtung ans Gate. «Wundersamerweise passte mein Gepäck perfekt in diese zweite Abmessvorrichtung rein. Es war keinen Millimeter zu gross», berichtet die Zürcherin weiter. Die Mitarbeiter sagten K. endlich die Worte, auf die sie gewartet hatte: «Nun ist alles okay.»
Fabienne K. vermutet Abzocke
Die genervte Swiss-Passagierin stellte die Mitarbeiter im Anschluss aufgebracht zur Rede. Ob sie sich nicht schämen würden, die Kunden so offensichtlich abzuzocken? «Wir haben Ihnen ja nun nichts verrechnet, oder?!», soll vom Bodenpersonal zurückgekommen sein.
Für die Leserreporterin stellt sich nach der Messorgie eine entscheidende Frage – «wie es möglich sein kann, dass Kunden der Swiss so offensichtlich hinters Licht geführt werden». Der Koffer-Puff war nervenzehrend. «Meine Empörung hielt während des ganzen Fluges an. Die Erholung der vier vorangegangenen Ferientage war durch dieses unsagbar dreiste Vorgehen wie weggeblasen», sagt sie.
Das sagt die Swiss zum Koffer-Puff
Was sagt die Airline zu dem Koffer-Streit? Die unterschiedlichen Abmessvorrichtungen erklärt Mediensprecherin Nicole Meier so: «Um zu vermeiden, dass sich die Rollen von Rollkoffern beim Abmessen verhaken, sind neue Rahmen ausgearbeitet worden. Diese dunkelgrauen Rahmen sind minimal grösser als die bisherigen.»
An Aussenstationen könnten vereinzelt noch beide Rahmenarten im Einsatz sein. «Wir bedauern, wenn dies in Einzelfällen zu Abweichungen führt, und treiben die Vereinheitlichung der Rahmen mit Priorität voran», erklärt Meier weiter.
* Name geändert