Darum gehts
- Für die Gen-Z-Proteste in Deutschland meldeten sich landesweit online über 152'000 Menschen an
- Ein Ex-Organisator stieg aus Sorge vor Gewalt aus – Gruppen hätten unterschiedliche Ziele
- In Berlin sind an Halloween rund 1500 Polizisten eingeplant, Händler fürchten Plünderungen
Friedliche Fassade, gefährlicher Hintergrund? Für Samstag sind in Deutschland in den verschiedensten Städten Demonstrationen unter dem Motto «Gen Z regelt» angekündigt. Die Angst vor Bildern wie in den vergangenen Wochen in Frankreich ist gross.
Offiziell planen Aktivisten am Samstag in Deutschland friedliche Demonstrationen – unter anderem für Bildung, gegen hohe Lebenskosten und die Klimakrise. Doch laut dem ehemaligen Mitorganisator Gianni M.* (21) sollen unterdessen verschiedene Gruppen zusammengekommen sein, «deren Vorstellungen über Ziele und Formen der Proteste auseinandergehen». Aus Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen beendete er deshalb noch vor dem grossen Tag seine Mitarbeit in der Organisation.
Was mit verschiedenen Gruppen genau gemeint ist, lässt M. offen.
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke (42), sprach vergangene Woche gegenüber der «Bild» von «jungen Krawallmigranten». Die GdP zählt Linksextremisten, aber auch islamistische und zum Teil terroristische Gruppen zu den potenziellen Krawallmachern.
Berlin bereitet sich auf Grosseinsatz vor
Schon seit der Ankündigung der Proteste beurteilen die zuständigen Behörden die Lage laufend.
In der Hauptstadt Berlin stellt sich die Polizei an Halloween auf einen Grosseinsatz mit rund 1500 Polizisten ein. Wie die «Tagesschau» berichtet, sollen von insgesamt 13 angekündigten Versammlungen zwei von der «Initiative Gen Z» durchgeführt werden – um 14 Uhr werden am Brandenburger Tor 10'000 Menschen erwartet. Auch der Polizeipräsidentin Slowik Meisel sind Aufrufe bekannt, «die versuchen, an das Protestgeschehen in Frankreich anzuschliessen».
Geschäftsführer haben Angst vor Plünderungen
Der Handelsverband Berlin-Brandenburg zeigte sich äusserst besorgt. «Wenn Extremisten sich auf der Strasse austoben, dann wird traditionell besonders der Einzelhandel angegriffen», so der Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen (63) gegenüber «Bild». Mehrere Geschäftsführer, die mit der Zeitung gesprochen haben, gaben an, Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen. «Ich werde bis in die Nacht in meinem Geschäft ausharren und es beschützen», sagte eine Ladenbesitzerin. Mehrere Luxus-Läden sollen zudem planen, ihre Schaufenster in ausgewählten Städten vorsorglich leerzuräumen.
So ist die Lage in der Schweiz
In der Schweiz kursieren ebenfalls Aufrufe, die für eine Demonstration am Halloween-Abend im Zürcher Kreis 4 mobilisieren. Gegenüber Tele Züri erklärte die Stadtpolizei Zürich, dass man den Halloween-Aufruf auf dem Radar habe und mit einem entsprechenden Aufgebot an Polizisten vorbereitet sei.
Auch in anderen Schweizer Städten rüstet man sich auf Halloween, da es auch generell zu grösseren Veranstaltungen kommt. «Wir sind auf die Halloweennacht sensibilisiert und werden punktuell verstärkt präsent sein. Wie bei jeder Veranstaltung oder jedem Ereignis beurteilen wir die Lage im Vorfeld und treffen gestützt darauf die notwendigen Massnahmen. Dabei berücksichtigen wir auch relevante Entwicklungen im In- und Ausland», heisst es beispielsweise bei der Berner Polizei.
In St. Gallen hat man ebenfalls Kenntnis von den Aufrufen, gehe aber davon aus, dass es ruhig bleibt. «Nebst Halloween findet hingegen noch ein Fussballspiel statt, weshalb wir sicherlich gefordert sind. Wir haben unser Aufgebot leicht erhöht und auf die verschiedenen Veranstaltungen angepasst.»
Verschiedene Schweizer Organisationen, darunter auch die Juso, haben derweil zu einem Streiktag am 20. November aufgerufen.
* Name bekannt