Darum gehts
- US-Mediziner warnen: Trump sei eine Gefahr und fordern Amtsenthebung
- Hinweise auf mentalen Abbau: Müdigkeit, Fadenverlust, unsicherer Gang
- Ende Mai geplante Untersuchung im Militärspital Walter Reed angekündigt
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit steht eine Frage immer wieder im Raum: Ist Donald Trump (79) noch uneingeschränkt fähig, das Präsidentenamt auszuüben? Ein Stück weit sind es aber auch die Geister, die der US-Präsident selbst rief, die ihn nun in regelmässigen Abständen heimsuchen. Im Wahlkampf attackierte er seinen politischen Gegner Joe Biden (83) regelmässig als «schläfrig» und unzurechnungsfähig – nicht zuletzt wegen dessen Alters. Nun fällt diese Argumentation auf ihn zurück.
In einer im «British Medical Journal» (BMJ) veröffentlichten Erklärung warnen 30 US-Mediziner vor Trump und stellen offen seine Amtsfähigkeit infrage. Der Präsident sei eine «eindeutige und unmittelbare Gefahr» für die Welt. Ihre drastische Forderung: eine sofortige Amtsenthebung.
Müdigkeit, Fahrigkeit und unsicherer Gang
Die Fachleute, darunter Neurologen, Psychiater und Psychologen, sehen Hinweise auf einen mentalen Abbau. Sie verweisen auf unzusammenhängende Reden, abrupte Themenwechsel und auffällige Müdigkeit. So zeigte ein Reuters-Foto Trump kürzlich mit geschlossenen Augen während eines offiziellen Termins im Oval Office. Das Weisse Haus sprach von einem «Blinzeln», Kritiker hingegen von einem weiteren Aussetzer. Auch bei Kabinettssitzungen soll Trump wiederholt eingenickt sein.
Weitere Beobachtungen nähren die Zweifel: Trump verliert bei Auftritten mitunter den Faden, verwechselt Namen oder widerspricht sich innerhalb kurzer Zeit selbst. Hinzu kommen impulsive Aussagen – etwa drastische Drohungen in internationalen Konflikten –, die selbst politische Weggefährten irritieren. Parallel kursieren Bilder mit Blutergüssen an seinen Händen sowie Berichte über einen unsicheren Gang.
Ist Trump grössenwahnsinnig?
Zudem attestieren die Ärzte Trump «grössenwahnsinnige und wahnhafte Überzeugungen». Für Empörung sorgte zuletzt ein KI-generiertes Bild, das ihn als Jesus zeigte. Nach Kritik löschte Trump den Beitrag und erklärte, er habe gedacht, es stelle ihn als Arzt dar.
Auch sein Umgang mit kognitiven Tests wirft Fragen auf. Trump prahlte wiederholt mit angeblich «schweren IQ-Tests». Tatsächlich handelte es sich um sogenannte Moca-Tests – einfache Verfahren zur Früherkennung von Demenz, keine Intelligenztests.
Vorwürfe sind umstritten
In der Psychiatrie gilt die Goldwater-Regel: Ferndiagnosen ohne persönliche Untersuchung sind unethisch. Fachleute warnen deshalb davor, aus der Distanz konkrete Diagnosen zu stellen. Gleichzeitig betonen sie, dass fehlende Diagnosen keine Entwarnung bedeuten – vielmehr sei eine «dringende klinische Untersuchung» nötig.
Eine solche ist angekündigt: Ende Mai soll Trump im Militärspital Walter Reed untersucht werden. Wie transparent die Resultate ausfallen, ist offen. Klar ist: Die Debatte über Trumps geistige und körperliche Verfassung ist längst politisch geworden – und dürfte ihn weiter begleiten.