Debatte um blaue Flecken und Fitness des US-Präsidenten
Nimmt Trump zu viel Aspirin?

US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für Diskussionen über seine Gesundheit. Der 79-Jährige räumte ein, seit Jahren hohe Aspirin-Dosen einzunehmen, was zu blauen Flecken führe. Die kaschiert er regelmässig kosmetisch. Er sei gesund – lebt aber nicht zu gesund.
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Ein grosser blauer Flecken auf dem Handrücken von US-Präsident Donald Trump.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Donald Trumps Gesundheitszustand sorgt in den USA für Diskussionen seit Herbstuntersuchung
  • US-Präsident nimmt täglich zu viel Aspirin, was blaue Flecken verursacht
  • Trump ist 79 Jahre alt, schläft wenig und treibt kaum Sport
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Berichte über den Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump haben in den USA eine erneute Debatte ausgelöst: Handelt es sich um normale Alterserscheinungen eines 79-Jährigen oder um Warnsignale eines überlasteten Staatschefs? Nun hat der Republikaner erneut selbst Stellung dazu bezogen. Auf Anzeichen des Alterns reagiert er mit Trotz.

In einem Interview mit dem «Wall Street Journal» räumte Trump ein, seit Jahren täglich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ärzten empfohlen wird. «Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fliesst», sagte er. Er sei da «ein wenig abergläubisch». Die Einnahme führe aber dazu, dass er leicht blaue Flecken bekomme. Diese hatte Trump in der Vergangenheit mehrfach versucht, kosmetisch zu verstecken.

Als ihn Justizministerin Pam Bondi (60) bei einer Veranstaltung kürzlich mit einem Ring am Handrücken streifte, entstand ausserdem eine kleine Schnittverletzung. Zusammen mit Schwellungen an Trumps Knöcheln führte das in US-Medien zu erneuten Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten.

Bedauern über Körperscan

Im Herbst liess Trump eine medizinische Untersuchung durchführen, wie er dem «Wall Street Journal» bestätigte. Dabei handelte es sich um eine Computertomographie (CT), einen bildgebenden Körperscan, der laut einem Statement seines Arztes gegenüber der Zeitung keine Auffälligkeiten zeigte.

Trumps Arzt erklärte demnach, der Scan sei nur durchgeführt worden, um mögliche Herz-Kreislauf-Probleme «definitiv auszuschliessen», der Präsident sei voll arbeitsfähig. Aspirin nehme er rein präventiv. Auch das Weisse Haus erklärte, der Präsident sei bei «exzellenter Gesundheit». Trump äusserte im Interview dennoch Bedauern über die Untersuchung: Rückblickend sei es «schade» gewesen, ihr zuzustimmen, da sie öffentliche Spekulationen ausgelöst habe.

Nach eigenen Angaben schläft Trump wenig und beginnt seine Arbeitstage früh. Beobachter berichteten zuletzt, er habe bei öffentlichen Terminen mitunter die Augen geschlossen. Der Präsident wies im «Wall Street Journal» Darstellungen zurück, er sei eingeschlafen. Er sprach von Momenten der Entspannung oder Langeweile.

Junk Food?

Regelmässigen Sport treibt der Republikaner nach eigenen Angaben demnach nicht – mit Ausnahme von Golf. Seine Ernährung gilt als kalorien-, fett- und salzreich, ein republikanischer Reisebegleiter äusserte sich kürzlich schockiert über die Menge an stark verarbeitetem Essen, das er den Präsidenten zu sich nehmen sah, wie das die Zeitung beschreibt. Daran ändern wolle er nichts, sagte Trump dazu im Interview. Er habe «gute Gene» und viel Energie.

Die Diskussion erinnert an frühere Debatten um das Alter politischer Spitzenvertreter, Debatten, die Trump häufig selbst angestossen hatte. Wiederholt äusserte er Zweifel an der Amtsfähigkeit seines Vorgängers Joe Biden. Dieser war bei Amtsantritt nur wenige Monate jünger als Trump heute.

Auch vor diesem Hintergrund legt Trump erkennbar Wert auf die öffentliche Darstellung seiner Gesundheit. Der Präsident räumte ein, bei Verletzungen oder Blutergüssen Make-up zu verwenden, um diese zu kaschieren. Mitarbeiter achten Medienberichten zufolge zudem darauf, Präsentationen zu verkürzen und öffentliche Bilder zu vermeiden, die Müdigkeit oder gesundheitliche Schwäche des Präsidenten nahelegen könnten.

Der Mediziner Mehmet Oz sagte dem «Wall Street Journal», Trump wirke geistig präsent und in komplexen Themen sicher. Politische Entscheidungen könne man diskutieren – Anzeichen geistiger Einschränkungen sehe er nicht.

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