Darum gehts
- Forscher in China entdecken Virus CMNV als Ursache für Augenkrankheit
- Patienten hatten Kontakt mit rohen Meeresfrüchten oder Wassertieren
- BAG meldet keine bekannten Fälle von CMNV
Während in der Schweiz Heuschnupfen das eine oder andere Auge zum Tränen bringt, bereitet in China eine bestimmte Augenkrankheit Sorgen. Persistierende okuläre hypertensive virale Uveitis (POH-VAU) heisst die Augenerkrankung, die mit einer bisher unerklärlichen Zunahme bei der chinesischen Bevölkerung registriert wurde. Die Krankheit kann bis zur Blindheit führen, wie «Sun» berichtet.
Nun teilen Forscher mit, dass sie den Ursprung gefunden haben könnte. Im Online-Magazin nature microbiology wurde dazu eine Studie publiziert.
Von Tier zu Mensch: Dieses Virus soll der Auslöser sein
Als Auslöser sehen die Forschenden ein Virus namens Covert Mortality Nodavirus (CMNV), das sich normalerweise bei Fischen und anderen Meerestieren findet. Um dem Auftreten auf den Grund zu gehen, führte das Forscherteam zahlreiche Tests durch.
Das Ergebnis: Wer häufig ungeschützt mit Wassertieren hantiert oder rohe Meeresfrüchte isst, könnte ein erhöhtes Risiko für die Augenkrankheit haben. Forschende fanden heraus: Rund 71 Prozent der untersuchten Personen hatten genau solchen Kontakt.
Meerestiere als Überträger
Bei Untersuchungen von Gewebe von 70 infizierten Personen, das bei einer Augenoperation entnommen wurde, entdeckten die Forschenden Viruspartikel und Hinweise aufs CMNV-Virus. Das Genmaterial in den Proben entsprach der Variante, die man in Wassertiere findet. In Tierversuchen konnten die Forscher zudem die gleichen Symptome feststellen, die man bei Menschen beobachtete.
Zudem befragten die Wissenschaftler die Patienten zu ihren Lebensumständen: Fast drei Viertel von ihnen verarbeiteten entweder rohe Meeresfrüchte ohne Handschuhe oder assen rohe Wassertiere. Der Befund der Studienautoren: Das Virus in den Wassertieren lässt sich mit der neu auftretenden menschlichen Erkrankung in Verbindung bringen. Die Forschenden fanden CMNV weltweit in 49 Tierarten, darunter Krebse und Weichtiere.
Ist die Schweiz auch betroffen?
Wie sieht es in der Schweiz aus? Laut Bundesamt für Gesundheit besteht kein Grund zur Sorge: «Dem BAG sind keine Fälle von CMNV in der Schweiz bekannt», heisst es auf Anfrage. «Die am 26. März 2026 im Nature Microbiology erschienene Studie ist die erste, die, basierend auf Untersuchungen von 70 Patientinnen und Patienten, einen Zusammenhang zwischen einer Exposition mit dem covert mortality nodavirus (CMNV) und einer Augenkrankheit beim Menschen aufgezeigt hat», erklärt das BAG weiter.
In Austausch mit China steht das Bundesamt nicht, denn es handele sich hierbei in erster Linie um ein Forschungsergebnis und nicht um ein grenzüberschreitendes Gesundheitsrisiko.