Die grössten Abnehmfallen im Faktencheck
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Shakes, Säfte und Spritzen
Die grössten Abnehmfallen im Faktencheck

Wer abnehmen will, stösst auf unzählige Angebote. Viele versprechen schnelle Erfolge. Doch was taugt wirklich und was kann unserem Körper schaden? Sportmediziner Professor Arno Schmidt-Trucksäss spricht Klartext über den Sinn von Proteinshakes und Extremdiäten.
Eine Saftkur soll den Körper entlasten und neue Energie liefern. Doch ist es auch eine nachhaltige Methode, um Gewicht zu verlieren?
Foto: Getty Images
Dies ist ein bezahlter Beitrag, präsentiert von der Groupe Mutuel

Das Geschäft mit dem Traumgewicht boomt und bringt Milliarden. In den Regalen stapeln sich Proteinshakes und Saftkuren, und die sozialen Medien überfluten uns mit «5 Kilo in einer Woche»-Challenges und Diättrends. Wie manipulativ diese Maschinerie funktioniert, zeigt ein Experiment unseres Hosts Chiara. 

Sie hat einen neuen Instagram-Account mit Fitness-Likes gefüttert und dokumentiert, wie schnell der Algorithmus dubiose Angebote ausspielt. Gemeinsam mit Arno Schmidt-Trucksäss, Professor für Sportmedizin an der Universität Basel, nimmt Chiara im Video oben die absurdesten Versprechen unter die Lupe.

Wir werden zum Essen verführt

Dass zwischen Kopf und Waage bei vielen eine Kluft klafft, zeigt auch eine neue Studie der Groupe Mutuel. Fast die Hälfte der Befragten stuft sich als leicht oder stark übergewichtig ein. Gleichzeitig nimmt der Anteil derjenigen, die sich als normalgewichtig betrachten, im Jahresvergleich in nahezu allen Altersgruppen ab.

Wir wissen rein theoretisch, wie wir abnehmen oder uns gesund ernähren können, doch die Biologie und auch die Lebensmittelindustrie grätschen dazwischen. «Die Verführungen des Alltags sind so professionell gemacht, dass wir uns fast nicht dagegen wehren können», erklärt Professor Arno Schmidt-Trucksäss. Überall locken Automaten, Tankstellensnacks und Kalorienfallen. Der Experte sieht ein massives Ungleichgewicht: «Wir werden nicht zur Bewegung verführt, aber zum Essen an jeder Ecke.» 

Während uns das Essen förmlich anspringt, fehlt die Einladung zum Sport. «Wir brauchen aktive Verführung zur Bewegung. Velowege, auf denen man schneller im Büro ist als mit dem Auto, und schöne Treppenhäuser statt Lifte», so der Mediziner.

Experte

Prof. Arno Schmidt-Trucksäss ist Professor für Sportmedizin an der Universität Basel und leitet dort die Abteilung für Sport- und Bewegungsmedizin. Seit 2012 ist er zudem Chefarzt des Sportmedizinischen Ambulatoriums am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) der Universität Basel.

Prof. Arno Schmidt-Trucksäss ist Professor für Sportmedizin an der Universität Basel und leitet dort die Abteilung für Sport- und Bewegungsmedizin. Seit 2012 ist er zudem Chefarzt des Sportmedizinischen Ambulatoriums am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) der Universität Basel.

Die Gefahr von Blitz-Diäten

Besonders kritisch beurteilt Prof. Schmidt-Trucksäss den Trend zu radikalen Kurzzeit-Challenges. Wer versucht, in Rekordzeit massiv an Gewicht zu verlieren, riskiert einen gefährlichen Bumerang-Effekt. «Der Verlust von Muskelmasse hat einen viermal stärkeren Reiz für den Hunger als der Verlust von Fettmasse», warnt der Mediziner. Wer also durch eine rigorose Kur innert kürzester Zeit 5 Kilo verliert, baut oft massiv Muskeln ab. Und genau das triggert den Körper, danach umso heftiger zuzuschlagen. «Man hangelt sich dann von Jojo-Effekt zu Jojo-Effekt und wird am Ende immer schwerer», sagt Prof. Schmidt-Trucksäss. 

Die flüssige Abnehmfalle

Auch beliebte Mahlzeiten-Ersatzprodukte wie Proteinshakes betrachtet der Sportmediziner kritisch. «Sie sind eigentlich unnötig. Man sollte lieber lernen, normal zu essen und eine gesunde Ernährung dauerhaft in seinen Alltag zu integrieren», sagt Prof. Schmidt-Trucksäss. Sein Rat: Statt Geld für teure Flüssigdiäten auszugeben, ist ein Kochkurs für ausgewogene Ernährung oft die nachhaltigere Investition.

Nicht nur Proteinshakes boomen, besonders jetzt im Frühling versprechen auch Saftkuren den ultimativen Neustart für den Körper. Was viele für eine gesunde Reinigung halten, kann medizinisch jedoch nach hinten losgehen. «Während einer Saftkur fehlen meist die Proteine, man nimmt hauptsächlich Zucker zu sich. In diesem Kaloriendefizit wird dann Muskelmasse abgebaut», erklärt Prof. Schmidt-Trucksäss. Anstatt den Körper zu reinigen, führt der vermeintliche Neustart oft direkt in einen Mikro-Jojo-Effekt. Wer seinem System wirklich etwas Gutes tun will, sollte laut dem Mediziner eher auf Autophagie-Mechanismen setzen. Das bedeutet: Dem Körper Essenspausen von etwa acht Stunden gönnen, in denen die Zellreinigung aktiv wird, statt das System permanent mit Fruchtzucker zu fluten.

Deine Partnerin für ein gesundes Leben

Als eine der führenden Krankenversicherungen der Schweiz engagiert sich die Groupe Mutuel für mehr Aufklärung und wirksame Prävention. Mit der aktuellen Studie zu Ernährung und Bewegung schafft sie Transparenz über die Wissenslücken im Alltag und unterstützt versicherte Personen mit individuellen Lösungen dabei, die Balance zwischen Information und nachhaltiger Gesundheit zu finden.

Als eine der führenden Krankenversicherungen der Schweiz engagiert sich die Groupe Mutuel für mehr Aufklärung und wirksame Prävention. Mit der aktuellen Studie zu Ernährung und Bewegung schafft sie Transparenz über die Wissenslücken im Alltag und unterstützt versicherte Personen mit individuellen Lösungen dabei, die Balance zwischen Information und nachhaltiger Gesundheit zu finden.

Abnehmspritze – Segen oder Schummelei?

Kaum ein Thema wird derzeit so hitzig diskutiert wie die Abnehmspritze. Während die einen von einer Revolution träumen, wittern andere den schnellen Ausweg für Faule. Für Prof. Schmidt-Trucksäss ist die Spritze weder das eine noch das andere, sondern ein medizinisches Werkzeug, das man mit Bedacht einsetzen muss. «Es ist für diejenigen eine echte Unterstützung, die deutlich übergewichtig sind und die ganze Zeit ans Essen denken», erklärt er. Viele Betroffene seien zum ersten Mal im Leben froh, dass der Kopf nicht ständig um die nächste Mahlzeit kreise.

Der Experte warnt davor, die Spritze als reines Schönheitsinstrument für ein paar überflüssige Kilos zu missbrauchen. «Was passiert, wenn die Spritze abgesetzt wird? Der Körper hat dann kein normales Empfinden mehr für Sättigung», warnt Prof. Schmidt-Trucksäss. «Wir wissen, dass Patientinnen und Patienten, die nach der Therapie von 100 auf null runtergehen, relativ rasch wieder zunehmen.» Ohne eine grundlegende Umstellung des Lebensstils bleibt die Spritze also nur eine teure Übergangslösung.

Der Blick über die Waage hinaus

Wenn man den ganzen Nebel rund um Proteinshakes, Saftkuren und Diätprogrammen lüftet, bleibt am Ende eine überraschend simple Strategie für den langfristigen Erfolg übrig. Für den Basler Professor basiert diese auf einer pflanzlich betonten Mischkost. Er plädiert dafür, Fleisch wieder als bewussten «Sonntagsbraten» zu geniessen, statt es zum täglichen Standard zu machen. «Eine vegetarisch betonte Mischkost ist das Einfachste und Wirkungsvollste, was dauerhaft zu einem besseren Gewicht führt», betont Prof. Schmidt-Trucksäss. Diese Ernährungsumstellung sollte auch mit Bewegung einhergehen, die sowohl Kraft als auch Ausdauer fördert. Dabei geht es nicht nur darum, Kalorien zu verbrennen, sondern die Muskulatur als wichtigsten Gegenspieler des Hungers zu stärken.

Der entscheidende Faktor ist und bleibt jedoch die Dauerhaftigkeit. Prof. Schmidt-Trucksäss ist überzeugt, dass kein Programm der Welt funktioniert, wenn der Genuss auf der Strecke bleibt: «Das Essen darf einem nicht verleiden. Nur wenn es Spass macht, wird es nachhaltig.»

Zeitmangel als grösste Hürde

Doch die gesündeste Ernährung bringt wenig, wenn der Motor des Körpers nicht läuft. Der Wille zur Bewegung in der Bevölkerung ist durchaus vorhanden. Laut der Studie der Groupe Mutuel treiben die Befragten im Durchschnitt vier Stunden Sport pro Woche – Tendenz steigend. Vor allem junge Menschen und Frauen sind heute deutlich aktiver als noch im Vorjahr. Doch die Zahlen zeigen auch eine Kehrseite: Ein Viertel der Befragten ist gar nicht aktiv. Als Hauptgrund wird in erster Linie Zeitmangel (51 Prozent) genannt, gefolgt von mangelnder Motivation (47 Prozent).

Um diese Hürde zu knacken, rät Schmidt-Trucksäss zu pragmatischen Lösungen für den Alltag, wie etwa das E-Bike. Sein persönlicher Trick zur Integration von Fitness in den Terminkalender ist so einfach wie effektiv: «Morgens mit Motorunterstützung locker ins Büro gleiten und abends ohne Hilfe als effizientes Workout zurück.» Auf diese Weise wird Bewegung zu einem festen Bestandteil der Woche, ohne dass man Extrazeit fürs Gym aufwenden muss.

Letztlich zeigt der grosse Faktencheck: Erfolgreiches Abnehmen ist keine Raketenwissenschaft, sondern ein bewusster Widerstand gegen eine Welt, die uns permanent zum Essen verführt und uns um jede Möglichkeit zur normalen Bewegung beraubt. Wer seine Muskeln aktiviert und wieder Schwung in seinen Alltag bringt, gewinnt am Ende den Kampf gegen die Kilos. Ganz ohne vermeintliche Wunderwaffen, die nur Geld verschlingen.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

Kontakt: E-Mail an Brand Studio

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