Fall Noelia (†25) bewegt Spanien
Polnische Schauspielerin entschied sich ebenfalls für Sterbehilfe – in der Schweiz

Der Fall Noelia Castillo Ramos hat weit über die Grenzen Spaniens hinaus eine Sterbehilfe-Debatte ausgelöst. Auch die polnische Schauspielerin Barbara Nawratowicz-Stuart wählte 2024 den assistierten Suizid. Für den Freitod reiste sie in die Schweiz.
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Barbara Nawratowicz-Stuart nahm 2024 Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Spanierin Noelia Castillo Ramos entschied sich für Sterbehilfe
  • Sie war seit 2022 querschnittsgelähmt nach einem Sturz aus fünftem Stock
  • Barbara Nawratowicz organisierte Beerdigung selbst, Einäscherung in der Schweiz kostete 7000 Franken
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Sie kämpfte, hoffte und entschied sich schliesslich für den Tod: Das Schicksal der Spanierin Noelia Castillo Ramos (†25) rührt die Welt – und stellt die Frage nach Würde und Selbstbestimmung im Leiden neu.

Die junge Frau war 2022 Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden und war nach einem misslungenen Suizidversuch, bei dem sie sich aus dem fünften Stock eines Gebäudes stürzte, querschnittsgelähmt. Nach zwei Jahren des Kampfes um das Recht auf Sterbehilfe erhielt sie schliesslich die Genehmigung einer medizinischen Kommission und verstarb im Alter von nur 25 Jahren.

In der Schweiz ist der assistierte Suizid erlaubt. Ein prominentes Beispiel hat die polnische Zeitung «Fakt» nun ausgegraben: Die polnische Schauspielerin Barbara Nawratowicz-Stuart, die 2024 mit 91 Jahren in der Schweiz durch Sterbehilfe aus dem Leben schied. In Polen ist diese Praxis illegal, weshalb sie sich entschloss, ihre letzten Tage in der Schweiz zu verbringen. Laut «Fakt» war Nawratowicz-Stuart eine mutige Frau, die ihr Leben stets selbstbestimmt führte. «Sie ging so, wie sie lebte – zu ihren eigenen Bedingungen», hiess es in ihrem Nachruf.

«Für sie hatte das Leben ihren Sinn verloren»

Barbara Nawratowicz, geboren 1932 in Posen, war nicht nur Schauspielerin, sondern auch eine bekannte Kabarettistin und Radiomoderatorin. Über Jahrzehnte war sie ein fester Bestandteil des berühmten Krakauer Kabaretts «Piwnica pod Baranami». Vor ihrem Tod lebte sie in Australien, wo Sterbehilfe ebenfalls verboten ist.

Laut der Zeitung «Gazeta Wyborcza» reiste sie schliesslich in die Schweiz, um dort ihren Wunsch nach einem selbstbestimmten Tod zu erfüllen. Begleitet wurde sie von einem Priester und einem Arzt, die sie von ihrem Entschluss abbringen wollten, jedoch erfolglos.

Ein enger Freund, Bogdan Micek, erinnerte sich nach ihrem Tod an die traurige Nachricht: «Sie rief mich im April an und fragte, ob ich fest in meinem Sessel sitze. Sie sagte, sie würde mir ihre Asche schicken, und lachte. Für sie hatte das Leben seinen Sinn verloren.» Zu diesem Zeitpunkt hatte die frühere Radio-Free-Europe-Mitarbeiterin bereits ihr Augenlicht verloren.

Hier findest du Hilfe

Beobachtest du eine Suchttendenz bei dir oder Angehörigen? Die folgenden Stellen bieten Hilfe:

Beratungstelefon der Dargebotenen Hand
Telefon 143 oder www.143.ch

Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche)
Telefon 147 oder www.147.ch

Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen
Telefon +41 61 325 51 00 oder www.upk.ch

Radix – Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte
www.spielsucht-radix.ch

Zürcher Institut für klinische Sexologie & Sexualtherapie
www.ziss.ch

Sucht Schweiz
www.suchtschweiz.ch

Zistig.ch
www.zistig.ch

Oder wende dich an die nächste Psychiatrische Klinik für Jugendliche oder Erwachsene.

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Nawratowicz organisierte und finanzierte ihre Beerdigung selbst, berichtet «Fakt». Ihre Einäscherung in der Schweiz kostete nach heutigem Wechselkurs rund 7000 Franken. Am 15. Oktober 2024 wurde sie auf dem Rakowicki-Friedhof in Krakau beigesetzt.

Dieser Artikel ist zuerst auf «fakt.pl» erschienen. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

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